Standpunkt zum Thema Kampa-Halle: Das große Versagen Benjamin Piel Die Kampa-Halle erlebt eine Wiederauferstehung. Das ist einerseits eine gute Nachricht. Denn nicht nur GWD als Handball-Bundesligist braucht eine Spielstätte, sondern Minden als Stadt einen Veranstaltungsort. Und da die einst geplante Multihalle schon immer eine zweifelhafte, weil wirtschaftlich fragwürdige Idee war, und inzwischen so gut wie tot ist, kommt das zweite Leben der Kampa-Halle gut. Es lässt sich allerdings auch viel ablesen an diesem unsäglichen Kapitel Mindener Stadtgeschichte. Die Rolle der Verwaltung: Der frühere Landrat hat versagt. Dr. Ralf Niermann (SPD) hat die Kampa-Halle gegen die Wand fahren lassen. Er hat das Gebäude geschlossen und so getan, als gehe bei dem Thema nichts mehr – alternativlos. Dieses Denken hätten Niermann und seine Verwaltung durchbrechen und nach Chancen statt nach Sargnägeln suchen müssen. Nun ließe sich sagen, dass Niermann weg und das Problem erledigt sei. Doch falsch. Bis auf ihn sind sie alle noch da, die die Pläne stützten und fachlich vertraten. Deshalb ist Niermanns Nachfolgerin Anna Bölling (CDU) nicht strahlende Siegerin, sondern trägt eine große Aufgabe im Rucksack: Prüfen, wie das Personal rund um Baudezernent Lutz Freiberg agiert hat. Und aufräumen, damit der Vertrauensverlust nicht noch größer wird als er ist. Die Rolle der Politik: Die Zeit des Hinterhertrottens muss enden. Immer wieder stellt sich die Frage: Regieren eigentlich die Kommunalpolitiker oder die Verwaltungsleute? Erst im allerletzten Moment hat die Politik die Kurve bekommen und das entscheidende Gutachten beauftragt. Ohne die Umwälzungen der Corona-Zeit wäre es dazu nicht gekommen. Warum nicht eher? Die Politik muss sich von der Verwaltung emanzipieren, die Materie selbst tief durchdringen und selbstbewusste Entscheidungen treffen. Die Rolle der Gutachter: Die Abhängigkeit von den Gutachtern ist erschreckend. Der eine hebt den Daumen, der nächste senkt ihn. Gesetze werden immer komplexer, die Angst vor Klagen auch. Deshalb haben Gutachter Konjunktur. Wenn aber alles an deren Wort hängt, regieren die Gutachter und nicht unerheblich große Teile der Verwaltung machen sich überflüssig. Auch da ist mehr Selbstbewusstsein gefragt. Die Rolle der Medien: Auch das MT hat nicht die Arbeit gemacht, die wir von uns selbst erwarten. Die Sache war so verfahren, dass auch wir keine klare Sicht erlangt haben und oft ratlos waren und blieben. Das ist zu wenig. Wo war eine öffentliche Veranstaltung zum Thema Kampa-Halle? Hätte es nicht kritischere Fragen zu stellen gegeben? Ja, die Situation war unübersichtlich, aber da wäre mehr gegangen. Zeit, es besser zu machen! Jetzt Post von Piel abonnieren

Standpunkt zum Thema Kampa-Halle: Das große Versagen

Die Kampa-Halle erlebt eine Wiederauferstehung. Das ist einerseits eine gute Nachricht. Denn nicht nur GWD als Handball-Bundesligist braucht eine Spielstätte, sondern Minden als Stadt einen Veranstaltungsort. Und da die einst geplante Multihalle schon immer eine zweifelhafte, weil wirtschaftlich fragwürdige Idee war, und inzwischen so gut wie tot ist, kommt das zweite Leben der Kampa-Halle gut. Es lässt sich allerdings auch viel ablesen an diesem unsäglichen Kapitel Mindener Stadtgeschichte.

Benjamin Piel - © pr
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Die Rolle der Verwaltung: Der frühere Landrat hat versagt. Dr. Ralf Niermann (SPD) hat die Kampa-Halle gegen die Wand fahren lassen. Er hat das Gebäude geschlossen und so getan, als gehe bei dem Thema nichts mehr – alternativlos. Dieses Denken hätten Niermann und seine Verwaltung durchbrechen und nach Chancen statt nach Sargnägeln suchen müssen. Nun ließe sich sagen, dass Niermann weg und das Problem erledigt sei. Doch falsch. Bis auf ihn sind sie alle noch da, die die Pläne stützten und fachlich vertraten. Deshalb ist Niermanns Nachfolgerin Anna Bölling (CDU) nicht strahlende Siegerin, sondern trägt eine große Aufgabe im Rucksack: Prüfen, wie das Personal rund um Baudezernent Lutz Freiberg agiert hat. Und aufräumen, damit der Vertrauensverlust nicht noch größer wird als er ist.

Die Rolle der Politik: Die Zeit des Hinterhertrottens muss enden. Immer wieder stellt sich die Frage: Regieren eigentlich die Kommunalpolitiker oder die Verwaltungsleute? Erst im allerletzten Moment hat die Politik die Kurve bekommen und das entscheidende Gutachten beauftragt. Ohne die Umwälzungen der Corona-Zeit wäre es dazu nicht gekommen. Warum nicht eher? Die Politik muss sich von der Verwaltung emanzipieren, die Materie selbst tief durchdringen und selbstbewusste Entscheidungen treffen.

Die Rolle der Gutachter: Die Abhängigkeit von den Gutachtern ist erschreckend. Der eine hebt den Daumen, der nächste senkt ihn. Gesetze werden immer komplexer, die Angst vor Klagen auch. Deshalb haben Gutachter Konjunktur. Wenn aber alles an deren Wort hängt, regieren die Gutachter und nicht unerheblich große Teile der Verwaltung machen sich überflüssig. Auch da ist mehr Selbstbewusstsein gefragt.

Die Rolle der Medien: Auch das MT hat nicht die Arbeit gemacht, die wir von uns selbst erwarten. Die Sache war so verfahren, dass auch wir keine klare Sicht erlangt haben und oft ratlos waren und blieben. Das ist zu wenig. Wo war eine öffentliche Veranstaltung zum Thema Kampa-Halle? Hätte es nicht kritischere Fragen zu stellen gegeben? Ja, die Situation war unübersichtlich, aber da wäre mehr gegangen.

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