Pro und Kontra zur Multihalle-Entwicklung: "Entscheidender Schritt" gegen "Ein paar Seiten Nichts" Henning Wandel,Benjamin Piel Minden. Ja zum „Letter of Intent" (LOI), in dem die Stadt Minden und das Unternehmen Melitta gemeinsam erklären, dass sie die Multifunktionshalle wollen und den Planungsprozess weiterführen werden. Mit Mehrheit beauftragte der Rat der Stadt Minden am Donnerstagabend Bürgermeister Michael Jäcke (SPD) auch dazu, das knapp vierseitige Dokument zu unterschreiben. Während CDU, SPD und Mindener Initiative sich deutlich für die Halle aussprachen, stimmte die FDP mit Bedenken zu. Auch die Grünen hatten Bedenken und enthielten sich deshalb mehrheitlich. Dagegen sprachen sich in ihren Redebeiträgen AfD, Wir für Minden, Bürger-Bündnis Minden und die Linke aus. Auch in der MT-Redaktion gehen die Meinungen über das heiß diskutierte Thema deutlich auseinander. Während MT-Chefredakteur Benjamin Piel die Absichtserklärung als "ein paar Seiten Nichts" bezeichnet, ist es für MT-Lokalchef Henning Wandel ein "entscheidender Schritt". "Entscheidender Schritt" Ein "Pro" von Henning Wandel Über die Verbindlichkeit einer Absichtserklärung mit Ausstiegsklausel kann man sicherlich diskutieren. Trotzdem ist es gut, dass der „Letter of Intent" zur Multihalle jetzt endlich auf dem Tisch liegt. Nicht, dass der Inhalt wirklich überrascht. Dass die Stadt Minden diese Arena unbedingt will, ist hinreichend bekannt. Auch, dass Melitta das Projekt massiv unterstützen möchte, ist kein Geheimnis. Doch anstatt ebenfalls ernsthaft über eine Beteiligung zu diskutieren, hat sich der Kreis auf den bürokratischen Standpunkt zurückgezogen, dass es ja noch keinen Beschluss gibt. Als hätte es all die Signale nie gegeben. Und als hätte nicht auch der Kreis jede Diskussion um eine mögliche Beteiligung unter Vorbehalt führen können. So macht es die Stadt jetzt ja auch. Deswegen ist die Erklärung trotz eventueller Unklarheiten ein entscheidender Schritt. Es gibt jetzt auf beiden Seiten keinen Grund mehr, sich zu belauern. Schade nur, dass das so lange gedauert hat. "Ein paar Seiten Nichts" Ein "Kontra" von Benjamin Piel Die Frage ist nicht, ob eine Multihalle als solche gut für Minden wäre. Das wäre sie wohl. Das große Fragezeichen steht hinter einem anderen Satz: Kann sich Minden die Arena erlauben oder wird sie zum finanziellen Mühlstein, der alles in die Tiefe reißt? Darauf braucht es dringend eine Antwort, daran hängt das gesamte Projekt. Was nützte es der Stadt, eine schicke Arena, aber keine finanziellen Spielräume mehr zu haben? Zurückzurutschen in eine Zeit der leeren Kassen? Sich das Gebäude vom Munde absparen zu müssen? Auf diese berechtigten Sorgen hat die hochtrabend „Letter of Intent" genannte Absichtserklärung keine Antwort. Was die Wirtschaft beisteuert, welche Unternehmen dabei sind, was es die Stadt kostet, wie verbindlich es zugeht – unklar. Das Dokument ist ein Blendwerk und kann doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass in ihm etwas fehlt: das alles Entscheidende.

Pro und Kontra zur Multihalle-Entwicklung: "Entscheidender Schritt" gegen "Ein paar Seiten Nichts"

So oder so ähnlich könnte das Gelände rund um die Multihalle am Rechten Weserufer aussehen. Repro: © MT-Archiv

Minden. Ja zum „Letter of Intent" (LOI), in dem die Stadt Minden und das Unternehmen Melitta gemeinsam erklären, dass sie die Multifunktionshalle wollen und den Planungsprozess weiterführen werden. Mit Mehrheit beauftragte der Rat der Stadt Minden am Donnerstagabend Bürgermeister Michael Jäcke (SPD) auch dazu, das knapp vierseitige Dokument zu unterschreiben.

Während CDU, SPD und Mindener Initiative sich deutlich für die Halle aussprachen, stimmte die FDP mit Bedenken zu. Auch die Grünen hatten Bedenken und enthielten sich deshalb mehrheitlich. Dagegen sprachen sich in ihren Redebeiträgen AfD, Wir für Minden, Bürger-Bündnis Minden und die Linke aus. Auch in der MT-Redaktion gehen die Meinungen über das heiß diskutierte Thema deutlich auseinander. Während MT-Chefredakteur Benjamin Piel die Absichtserklärung als "ein paar Seiten Nichts" bezeichnet, ist es für MT-Lokalchef Henning Wandel ein "entscheidender Schritt".

"Entscheidender Schritt"

Ein "Pro" von Henning Wandel

Über die Verbindlichkeit einer Absichtserklärung mit Ausstiegsklausel kann man sicherlich diskutieren. Trotzdem ist es gut, dass der „Letter of Intent" zur Multihalle jetzt endlich auf dem Tisch liegt. Nicht, dass der Inhalt wirklich überrascht. Dass die Stadt Minden diese Arena unbedingt will, ist hinreichend bekannt. Auch, dass Melitta das Projekt massiv unterstützen möchte, ist kein Geheimnis.

Doch anstatt ebenfalls ernsthaft über eine Beteiligung zu diskutieren, hat sich der Kreis auf den bürokratischen Standpunkt zurückgezogen, dass es ja noch keinen Beschluss gibt. Als hätte es all die Signale nie gegeben. Und als hätte nicht auch der Kreis jede Diskussion um eine mögliche Beteiligung unter Vorbehalt führen können. So macht es die Stadt jetzt ja auch. Deswegen ist die Erklärung trotz eventueller Unklarheiten ein entscheidender Schritt. Es gibt jetzt auf beiden Seiten keinen Grund mehr, sich zu belauern. Schade nur, dass das so lange gedauert hat.


"Ein paar Seiten Nichts"

Ein "Kontra" von Benjamin Piel

Die Frage ist nicht, ob eine Multihalle als solche gut für Minden wäre. Das wäre sie wohl. Das große Fragezeichen steht hinter einem anderen Satz: Kann sich Minden die Arena erlauben oder wird sie zum finanziellen Mühlstein, der alles in die Tiefe reißt? Darauf braucht es dringend eine Antwort, daran hängt das gesamte Projekt. Was nützte es der Stadt, eine schicke Arena, aber keine finanziellen Spielräume mehr zu haben? Zurückzurutschen in eine Zeit der leeren Kassen? Sich das Gebäude vom Munde absparen zu müssen?

Auf diese berechtigten Sorgen hat die hochtrabend „Letter of Intent" genannte Absichtserklärung keine Antwort. Was die Wirtschaft beisteuert, welche Unternehmen dabei sind, was es die Stadt kostet, wie verbindlich es zugeht – unklar. Das Dokument ist ein Blendwerk und kann doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass in ihm etwas fehlt: das alles Entscheidende.

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