Pro und Contra zum Weihnachtsmarkt in Minden Nina Könemann,Patrick Schwemling Es war das Gesprächsthema Nummer eins am Wochenende: Findet der Mindener Weihnachtsmarkt in diesem Jahr statt? Wird er abgesagt? Nun ist die Entscheidung gefallen. Der Weihnachtsmarkt findet wie geplant in der Innenstadt statt. In der Redaktion des Mindener Tageblatts gehen die Meinung darüber auseinander. Ein Pro und Contra. Pro: Es liegt in unserer Hand von Nina Könemann Es hat in den vergangenen Wochen viele Zeitpunkte gegeben, an denen eine Absage des Weihnachtsmarktes ohne Probleme zu rechtfertigen gewesen wäre: steigende Krankenhauszahlen, düstere Prognosen der Virologen, schleppender Fortgang der Impfkampagne. Die Vorzeichen waren da. All diese Ausfahrten aber wollte niemand nehmen. Weder politisch noch gesellschaftlich gab es den großen Aufschrei, man möge doch den besinnlichen Zauber in diesem Jahr ausfallen lassen. Stattdessen: Vorfreude und Vorbereitungen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt verstrichen. Wer Schausteller eine Woche lang Warten und Buden ankarren lässt, während Besucher der Innenstadt am Bild der Normalität vorbeilaufen, kann nicht einen Tag vor der Eröffnung sagen: Pustekuchen, alles umsonst. Bitte packt euren Kram wieder zusammen und esst die Mandeln selbst. Dafür, dass der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr stattfindet, tragen wir alle die Verantwortung. Keiner hat ernstlich versucht es zu verhindern. Statt mit dem Finger auf andere zu zeigen, sollten wir verantwortungsvoll damit umgehen: Abstand halten, boostern und testen. Ich zumindest trinke trotzdem meinen Glühwein. Contra: Nicht passend von Patrick Schwemling Rekordinzidenz, immer mehr Corona-Intensivpatienten, Weihnachtsmarkt. Na, welches Wort tanzt hier aus der Reihe? Die Antwort auf diese rhetorische Frage spare ich mir. Was ich mir aber nicht spare, ist eine Kritik an der Durchführung des Mindener Weihnachtsmarktes. Alle Akteure haben es sich garantiert nicht leicht gemacht, diese Entscheidung zu fällen. Sie ist aber schlichtweg ein falsches Zeichen an die Bevölkerung. Wir befinden uns mitten in der vierten Corona-Welle, ein weiterer Lockdown im Dezember ist zum Greifen nahe – und was passiert in Minden? Tassen hoch! Das zeichnet ein Bild von Normalität, das wir uns alle wünschen, das es im Moment aber nicht gibt. Von den 60.0000 Menschen, die sich pro Tag infizieren, werden in den nächsten Wochen täglich mehrere Hundert sterben. Wenn man sich das einmal vor Augen führt, dann kann der Glühwein nicht mehr schmecken.

Pro und Contra zum Weihnachtsmarkt in Minden

Symbolbild: © Alex Lehn

Es war das Gesprächsthema Nummer eins am Wochenende: Findet der Mindener Weihnachtsmarkt in diesem Jahr statt? Wird er abgesagt? Nun ist die Entscheidung gefallen. Der Weihnachtsmarkt findet wie geplant in der Innenstadt statt. In der Redaktion des Mindener Tageblatts gehen die Meinung darüber auseinander. Ein Pro und Contra.

Pro: Es liegt in unserer Hand

von Nina Könemann

Es hat in den vergangenen Wochen viele Zeitpunkte gegeben, an denen eine Absage des Weihnachtsmarktes ohne Probleme zu rechtfertigen gewesen wäre: steigende Krankenhauszahlen, düstere Prognosen der Virologen, schleppender Fortgang der Impfkampagne. Die Vorzeichen waren da. All diese Ausfahrten aber wollte niemand nehmen. Weder politisch noch gesellschaftlich gab es den großen Aufschrei, man möge doch den besinnlichen Zauber in diesem Jahr ausfallen lassen. Stattdessen: Vorfreude und Vorbereitungen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt verstrichen. Wer Schausteller eine Woche lang Warten und Buden ankarren lässt, während Besucher der Innenstadt am Bild der Normalität vorbeilaufen, kann nicht einen Tag vor der Eröffnung sagen: Pustekuchen, alles umsonst. Bitte packt euren Kram wieder zusammen und esst die Mandeln selbst. Dafür, dass der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr stattfindet, tragen wir alle die Verantwortung. Keiner hat ernstlich versucht es zu verhindern. Statt mit dem Finger auf andere zu zeigen, sollten wir verantwortungsvoll damit umgehen: Abstand halten, boostern und testen. Ich zumindest trinke trotzdem meinen Glühwein.


Contra: Nicht passend

von Patrick Schwemling

Rekordinzidenz, immer mehr Corona-Intensivpatienten, Weihnachtsmarkt. Na, welches Wort tanzt hier aus der Reihe? Die Antwort auf diese rhetorische Frage spare ich mir. Was ich mir aber nicht spare, ist eine Kritik an der Durchführung des Mindener Weihnachtsmarktes. Alle Akteure haben es sich garantiert nicht leicht gemacht, diese Entscheidung zu fällen. Sie ist aber schlichtweg ein falsches Zeichen an die Bevölkerung. Wir befinden uns mitten in der vierten Corona-Welle, ein weiterer Lockdown im Dezember ist zum Greifen nahe – und was passiert in Minden? Tassen hoch! Das zeichnet ein Bild von Normalität, das wir uns alle wünschen, das es im Moment aber nicht gibt. Von den 60.0000 Menschen, die sich pro Tag infizieren, werden in den nächsten Wochen täglich mehrere Hundert sterben. Wenn man sich das einmal vor Augen führt, dann kann der Glühwein nicht mehr schmecken.

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