Kommentar zur Whatsapp-Impfeinladung: Wir sind permanent überfordert Nina Könemann Eine Zeit lang waren es die Facebookpartys, bei denen jemand seine Einladung aus Versehen auf „öffentlich“ stellte und plötzlich Hunderte ungebetener Gäste auf den Plan rief. Mittlerweile sind es die Millionen von Falschnachrichten, die überflogen, kommentiert und weiterverbreitet werden. Frei nach dem Motto: Habe ich ja heute mehrfach gesehen, muss wohl stimmen. Und manchmal, wie in diesem Fall, sind es Einladungen via Whatsapp, die sich verselbstständigen. Alle drei Phänomene werden gern belächelt. Vor allem aber zeigen sie: Wir alle bewegen uns täglich in einem Umfeld, in dem wir uns nicht auskennen. Facebook, Instagram, Whatsapp: Die Sozialen Medien dominieren nicht nur unseren Alltag und bestimmen über das was wir tun, kaufen und glauben zu wissen, sie überfordern uns auch permanent. Dadurch entstehen Fehler wie in Kutenhausen, die Schwächen auf beiden Seiten zeigen. Schwächen einerseits beim Absender der Nachricht: Derzeit eine „Sonder-Impfaktion“ per Whatsapp zu bewerben ist schlicht naiv. Andererseits sind auch die Empfänger nicht unschuldig: Denn wie wahrscheinlich ist es, dass in Kutenhausen plötzlich schier unendlich viele Impfdosen zur Verfügung stehen, während der Rest der Republik doch chronisch zu wenige hat? Wir alle brauchen Nachhilfe in Medienkunde. Und wir müssen besser prüfen, was wir senden und weiterverbreiten.

Kommentar zur Whatsapp-Impfeinladung: Wir sind permanent überfordert

Eine Zeit lang waren es die Facebookpartys, bei denen jemand seine Einladung aus Versehen auf „öffentlich“ stellte und plötzlich Hunderte ungebetener Gäste auf den Plan rief. Mittlerweile sind es die Millionen von Falschnachrichten, die überflogen, kommentiert und weiterverbreitet werden. Frei nach dem Motto: Habe ich ja heute mehrfach gesehen, muss wohl stimmen. Und manchmal, wie in diesem Fall, sind es Einladungen via Whatsapp, die sich verselbstständigen.

sad - © Alex Lehn
sad - © Alex Lehn

Alle drei Phänomene werden gern belächelt. Vor allem aber zeigen sie: Wir alle bewegen uns täglich in einem Umfeld, in dem wir uns nicht auskennen. Facebook, Instagram, Whatsapp: Die Sozialen Medien dominieren nicht nur unseren Alltag und bestimmen über das was wir tun, kaufen und glauben zu wissen, sie überfordern uns auch permanent. Dadurch entstehen Fehler wie in Kutenhausen, die Schwächen auf beiden Seiten zeigen.

Schwächen einerseits beim Absender der Nachricht: Derzeit eine „Sonder-Impfaktion“ per Whatsapp zu bewerben ist schlicht naiv. Andererseits sind auch die Empfänger nicht unschuldig: Denn wie wahrscheinlich ist es, dass in Kutenhausen plötzlich schier unendlich viele Impfdosen zur Verfügung stehen, während der Rest der Republik doch chronisch zu wenige hat? Wir alle brauchen Nachhilfe in Medienkunde. Und wir müssen besser prüfen, was wir senden und weiterverbreiten.

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