Kommentar zur Wahl in Minden: Veränderungen Monika Jäger An einem Abend wie diesem sind fast alle Sieger. Sagen sie jedenfalls. Die SPD, weil sie zwar verloren hat, aber nicht so viel wie im Landestrend. Die Grünen, weil sie deutlich mehr Sitze im Rat geholt haben, auch wenn sie nicht so gut wie die Grünen im Land NRW insgesamt abgeschnitten haben. Die AfD sowieso, und die CDU auch, weil sie fünf Direktmandate geholt und nur zwei Sitze im Rat verloren hat. Da tut es fast gut, wenn Konrad Winckler (CDU) als Verlierer im Rennen um das Bürgermeisteramt klar sagt „ärgerlich.“ Oder Harald Steinmetz für die MI erklärt, dass er es schade findet, nur zu zweit drin zu sein. Und sowohl Claudia Herziger-Möhlmann (BBM) als auch Angela Gradler-Gebecke (Linke) sehr ehrlich erklären, dass es schwierig werden kann mit so wenigen Vertretern im Rat. Und schwieriger dürfte es wirklich werden – ohne klare Mehrheiten, mit einer erstarkten Grünen-Fraktion unter möglicherweise neuer Leitung, mit durchgeschüttelten alten Großfraktionen: Der SPD, die nach Stand heute Abend mal gerade ihren Fraktionsvorsitzenden reinbekommen hat und ansonsten Direktmandate abgeben musste, die CDU mit neuen führungswilligen, aber in Kommunalparlamenten noch nicht sehr erfahrenen Köpfen, die AfD mit Personen, die in Sprache und Habitus schon im Wahlkampf deutlich aggressiver aufgetreten sind als ihre Vorgänger. Wie dieser Rat all die Themen diskutieren und gestalten wird, die in Minden in den kommenden Monaten wichtig werden – von Multihalle über Schulgestaltung und Bildung, dem Retten von Kultur und dem Leben in der Innenstadt und möglicherweise neuen Entwicklungen durch Corona. Man darf gespannt sein. Und hoffen,dass sich die neue bunte Stadtverordnetenversammlung nicht in Wortgefechten und Grundsatzdebatten verliert. Lesen Sie auch Michael Jäcke wiedergewählt und ein etwas kleinerer Rat in Minden

Kommentar zur Wahl in Minden: Veränderungen

An einem Abend wie diesem sind fast alle Sieger. Sagen sie jedenfalls. Die SPD, weil sie zwar verloren hat, aber nicht so viel wie im Landestrend. Die Grünen, weil sie deutlich mehr Sitze im Rat geholt haben, auch wenn sie nicht so gut wie die Grünen im Land NRW insgesamt abgeschnitten haben. Die AfD sowieso, und die CDU auch, weil sie fünf Direktmandate geholt und nur zwei Sitze im Rat verloren hat. Da tut es fast gut, wenn Konrad Winckler (CDU) als Verlierer im Rennen um das Bürgermeisteramt klar sagt „ärgerlich.“ Oder Harald Steinmetz für die MI erklärt, dass er es schade findet, nur zu zweit drin zu sein. Und sowohl Claudia Herziger-Möhlmann (BBM) als auch Angela Gradler-Gebecke (Linke) sehr ehrlich erklären, dass es schwierig werden kann mit so wenigen Vertretern im Rat.

Und schwieriger dürfte es wirklich werden – ohne klare Mehrheiten, mit einer erstarkten Grünen-Fraktion unter möglicherweise neuer Leitung, mit durchgeschüttelten alten Großfraktionen: Der SPD, die nach Stand heute Abend mal gerade ihren Fraktionsvorsitzenden reinbekommen hat und ansonsten Direktmandate abgeben musste, die CDU mit neuen führungswilligen, aber in Kommunalparlamenten noch nicht sehr erfahrenen Köpfen, die AfD mit Personen, die in Sprache und Habitus schon im Wahlkampf deutlich aggressiver aufgetreten sind als ihre Vorgänger.

Wie dieser Rat all die Themen diskutieren und gestalten wird, die in Minden in den kommenden Monaten wichtig werden – von Multihalle über Schulgestaltung und Bildung, dem Retten von Kultur und dem Leben in der Innenstadt und möglicherweise neuen Entwicklungen durch Corona. Man darf gespannt sein. Und hoffen,dass sich die neue bunte Stadtverordnetenversammlung nicht in Wortgefechten und Grundsatzdebatten verliert.

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