Kommentar zur Rolle von Soldaten: Das Leitbild ist kein Freibrief Henning Wandel Mit ihrem Leitbild des Staatsbürgers in Uniform reduziert die Bundeswehr ihre Soldaten nicht auf die Rolle von Befehlsempfängern. Im Gegenteil: Sie billigt ihnen nicht nur eine eigene Meinung zu, sondern fordert ein aktives Eintreten für die Werte des Grundgesetzes. Das gilt grundsätzlich immer, vor allem aber beim Tragen der Uniform und ohne Zweifel ganz besonders im Dienst. Mit ihrem Einsatz in der Pandemie beweisen allein 180 Mindener Pioniere jeden Tag, dass sie ein wichtiger Teil der Gesellschaft sind und sein wollen. Dafür gab es zuletzt auch immer wieder Lob. Umso unerträglicher ist es, wenn aus diesen Reihen heraus Menschen mit verschwörungstheoretischen Parolen angegangen, eingeschüchtert und zum Teil sogar von der Impfung abgehalten werden. Das hehre Leitbild und die Meinungsfreiheit des einzelnen Soldaten geraten dort an eine Grenze, wo nicht nur vorsätzlich der Auftrag sabotiert wird, sondern gleichzeitig wieder einmal eine ganze Berufsgruppe in kollektive Haftung genommen zu werden droht. Die Bundeswehr tut gut daran, diesen Fall disziplinarisch aufzuarbeiten. Nicht nur für die eigene Reputation, sondern für die Soldaten, die auch heute und morgen wieder am Impfzentrum stehen und helfen. Das Verfahren läuft bereits. Richtig so.

Kommentar zur Rolle von Soldaten: Das Leitbild ist kein Freibrief

Kommentar Henning Wandel © Alex Lehn

Mit ihrem Leitbild des Staatsbürgers in Uniform reduziert die Bundeswehr ihre Soldaten nicht auf die Rolle von Befehlsempfängern. Im Gegenteil: Sie billigt ihnen nicht nur eine eigene Meinung zu, sondern fordert ein aktives Eintreten für die Werte des Grundgesetzes. Das gilt grundsätzlich immer, vor allem aber beim Tragen der Uniform und ohne Zweifel ganz besonders im Dienst. Mit ihrem Einsatz in der Pandemie beweisen allein 180 Mindener Pioniere jeden Tag, dass sie ein wichtiger Teil der Gesellschaft sind und sein wollen. Dafür gab es zuletzt auch immer wieder Lob.

Umso unerträglicher ist es, wenn aus diesen Reihen heraus Menschen mit verschwörungstheoretischen Parolen angegangen, eingeschüchtert und zum Teil sogar von der Impfung abgehalten werden. Das hehre Leitbild und die Meinungsfreiheit des einzelnen Soldaten geraten dort an eine Grenze, wo nicht nur vorsätzlich der Auftrag sabotiert wird, sondern gleichzeitig wieder einmal eine ganze Berufsgruppe in kollektive Haftung genommen zu werden droht.

Die Bundeswehr tut gut daran, diesen Fall disziplinarisch aufzuarbeiten. Nicht nur für die eigene Reputation, sondern für die Soldaten, die auch heute und morgen wieder am Impfzentrum stehen und helfen. Das Verfahren läuft bereits. Richtig so.

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