Kommentar zur Obermarktpassage: Ganz kurzer Hebel Monika Jäger Die aktuelle Situation rund um die Obermarktpassage zeigt wieder einmal, wie wenig Macht eine Kommune gegenüber Investoren hat. Erst zeigte die europäische Niederlassung des Finanzgiganten Cerberus der Stadt jahrelang die kalte Schulter und reagierte auf keinen der zahlreichen Vorstöße. Dann kam der neue Investor –- zwar ohne Erfahrung mit ähnlichen Objekten, dafür aber mit einem klaren Konzept und einem Zeitplan. Kino, Bowlingbahn, Servicewohnen, Hotel und sogar der ersehnte Lebensmittler – all das soll nach den Planungen nun hier wieder hinein. Doch passiert ist bisher nichts. Die Stadt wartet auf verwertbare Bauanträge, um dem Investor seinen Wunsch nach schnellem Beginn der Arbeiten zu erfüllen. Der wiederum will aber eine Gesamtzusage, bevor er startet. Seit Monaten ist das der Stand der Dinge. Zugleich hat die Stadt ihre einzige Verhandlungsmasse – die Stadthalle – mit dem symbolischen Ein-Euro-Vertrag aus der Hand gegeben – was gedacht war als Zeichen und Unterstützung für die Projektentwicklung. Der Investor entscheidet nun, wann sie diese los ist. Solange zahlt die Stadt für Unterhaltung – und wenn sie im jetzt begonnenen Rechtsstreit unterliegt, auch anteilig für die Sanierung. Jeder Schritt, den die Stadt tut, muss gegen die Sorge abgewogen werden, dass der Leerstand vielleicht doch nicht belebt wird. Der Investor sitzt hier am längeren Hebel.

Kommentar zur Obermarktpassage: Ganz kurzer Hebel

Monika Jäger © Alex Lehn

Die aktuelle Situation rund um die Obermarktpassage zeigt wieder einmal, wie wenig Macht eine Kommune gegenüber Investoren hat. Erst zeigte die europäische Niederlassung des Finanzgiganten Cerberus der Stadt jahrelang die kalte Schulter und reagierte auf keinen der zahlreichen Vorstöße. Dann kam der neue Investor –- zwar ohne Erfahrung mit ähnlichen Objekten, dafür aber mit einem klaren Konzept und einem Zeitplan. Kino, Bowlingbahn, Servicewohnen, Hotel und sogar der ersehnte Lebensmittler – all das soll nach den Planungen nun hier wieder hinein.

Doch passiert ist bisher nichts. Die Stadt wartet auf verwertbare Bauanträge, um dem Investor seinen Wunsch nach schnellem Beginn der Arbeiten zu erfüllen. Der wiederum will aber eine Gesamtzusage, bevor er startet. Seit Monaten ist das der Stand der Dinge. Zugleich hat die Stadt ihre einzige Verhandlungsmasse – die Stadthalle – mit dem symbolischen Ein-Euro-Vertrag aus der Hand gegeben – was gedacht war als Zeichen und Unterstützung für die Projektentwicklung. Der Investor entscheidet nun, wann sie diese los ist. Solange zahlt die Stadt für Unterhaltung – und wenn sie im jetzt begonnenen Rechtsstreit unterliegt, auch anteilig für die Sanierung.

Jeder Schritt, den die Stadt tut, muss gegen die Sorge abgewogen werden, dass der Leerstand vielleicht doch nicht belebt wird. Der Investor sitzt hier am längeren Hebel.


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