Kommentar zur Mindener Taubeninitiative: Das Ei des Kolumbus? Tauben gibt es immer und überall in größeren Städten. Früher rückten ihnen die Kommunen mit Gift oder Schrot auf den Leib, ohne dass sich dadurch nachhaltige Effekte gegen die Verschmutzung der Bausubstanz durch Kot erzielen ließen. Seit einigen Jahren gibt es nun Projekte des Stadttaubenmanagements in wachsender Zahl. Und das Versprechen dieser Gruppen erscheint plausibel und tierwohlgerecht zugleich: Wenn man die Vögel in Taubenschläge lockt, dort ihre Eier durch Gipsattrappen ersetzt, werden es weniger. Doch das muss nicht unbedingt das Ei des Kolumbus sein. Denn der Betrieb von Taubenschlägen zur Kontrolle der Population erfordert dauerhaft zuverlässiges Personal. Tauben wandern ab, wenn man ihr Brutgeschäft stört – und stören dann an anderer Stelle in der Stadt, was weitere Nachsorge erfordert. Wer Taubenmanagement betreibt, muss wissen, auf was er sich einlässt. Da reicht es nicht, wenn sich Ehrenamtliche sporadisch aus Mitleid engagieren. Bislang hat die Stadt auf ihr Taubenproblem mit einem Fütterungsverbot geantwortet, gegen das derzeit Unbekannte permanent und in erheblichem Umfang verstoßen. Nun kann der Ausschuss für Bürgerdienste, Sicherheit und Feuerschutz darüber befinden, ob es dabei bleiben soll, oder ob sich Minden einem neuen, urbanen Trend anschließt.

Kommentar zur Mindener Taubeninitiative: Das Ei des Kolumbus?

© pschwemling

Tauben gibt es immer und überall in größeren Städten. Früher rückten ihnen die Kommunen mit Gift oder Schrot auf den Leib, ohne dass sich dadurch nachhaltige Effekte gegen die Verschmutzung der Bausubstanz durch Kot erzielen ließen. Seit einigen Jahren gibt es nun Projekte des Stadttaubenmanagements in wachsender Zahl. Und das Versprechen dieser Gruppen erscheint plausibel und tierwohlgerecht zugleich: Wenn man die Vögel in Taubenschläge lockt, dort ihre Eier durch Gipsattrappen ersetzt, werden es weniger.

Doch das muss nicht unbedingt das Ei des Kolumbus sein. Denn der Betrieb von Taubenschlägen zur Kontrolle der Population erfordert dauerhaft zuverlässiges Personal. Tauben wandern ab, wenn man ihr Brutgeschäft stört – und stören dann an anderer Stelle in der Stadt, was weitere Nachsorge erfordert. Wer Taubenmanagement betreibt, muss wissen, auf was er sich einlässt. Da reicht es nicht, wenn sich Ehrenamtliche sporadisch aus Mitleid engagieren.

Bislang hat die Stadt auf ihr Taubenproblem mit einem Fütterungsverbot geantwortet, gegen das derzeit Unbekannte permanent und in erheblichem Umfang verstoßen. Nun kann der Ausschuss für Bürgerdienste, Sicherheit und Feuerschutz darüber befinden, ob es dabei bleiben soll, oder ob sich Minden einem neuen, urbanen Trend anschließt.

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