Kommentar zur Kritik am neuen Feuerwehrstandort: Haltet den Dieb! Dirk Haunhorst Wer in landschaftlich exponierter Lage bauen möchte, muss sich Kritik gefallen lassen. Nur sollte diese rechtzeitig geäußert werden. Andernfalls haben die Kritiker ein Glaubwürdigkeitsproblem. Das MT veröffentlichte Anfang Januar 2020 einen großen Artikel über die Pläne für ein Feuerwehrgerätehaus in der Hausberger Schweiz. Monatelang waren keine Einwände zu hören. Erst als die Feuerwehr ihre Vorarbeiten abgeschlossen hat und der Standort so gut wie feststeht, meldet sich im November der Umweltschutzbeauftragte zu Wort und die Grünen fragen die Verwaltungsleitung im Dezember empört, warum die deutliche Kritik des Umweltfachmannes nicht schon vorher berücksichtigt wurde. Das alles klingt verdächtig nach „Haltet den Dieb!“ Sowohl der Umweltschutzexperte als auch die Grünen haben sich fast ein ganze Jahr Zeit gelassen, um sich mit den Vor- und Nachteilen des Standortes zu befassen und ihre Bedenken öffentlich zu machen. Über die Gründe, warum dies so spät geschah, lässt sich trefflich spekulieren: Wollte man es sich im Kommunalwahlkampf mit der Feuerwehr nicht verderben und lieber im Nachhinein mit der Kritik pflichtschuldig das (grüne) Gewissen beruhigen? Oder hatte man das Thema schlicht und ergreifend vernachlässigt oder gar übersehen? Wie auch immer. Die Absicht, in der Hausberger Schweiz ein Feuerwehrhaus bauen zu wollen, ist vertretbar. Die öffentliche Sicherheit steht im Vordergrund, da darf die Bedeutung des Landschaftsbildes in den Hintergrund rücken. Allerdings sollte im B-Plan-Verfahren die Maßgabe gelten: So viel Bebauung wie nötig, so wenig Eingriff in die Natur wie möglich.

Kommentar zur Kritik am neuen Feuerwehrstandort: Haltet den Dieb!

Haunhorst © Lehn

Wer in landschaftlich exponierter Lage bauen möchte, muss sich Kritik gefallen lassen. Nur sollte diese rechtzeitig geäußert werden. Andernfalls haben die Kritiker ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Das MT veröffentlichte Anfang Januar 2020 einen großen Artikel über die Pläne für ein Feuerwehrgerätehaus in der Hausberger Schweiz. Monatelang waren keine Einwände zu hören. Erst als die Feuerwehr ihre Vorarbeiten abgeschlossen hat und der Standort so gut wie feststeht, meldet sich im November der Umweltschutzbeauftragte zu Wort und die Grünen fragen die Verwaltungsleitung im Dezember empört, warum die deutliche Kritik des Umweltfachmannes nicht schon vorher berücksichtigt wurde. Das alles klingt verdächtig nach „Haltet den Dieb!“

Sowohl der Umweltschutzexperte als auch die Grünen haben sich fast ein ganze Jahr Zeit gelassen, um sich mit den Vor- und Nachteilen des Standortes zu befassen und ihre Bedenken öffentlich zu machen. Über die Gründe, warum dies so spät geschah, lässt sich trefflich spekulieren: Wollte man es sich im Kommunalwahlkampf mit der Feuerwehr nicht verderben und lieber im Nachhinein mit der Kritik pflichtschuldig das (grüne) Gewissen beruhigen? Oder hatte man das Thema schlicht und ergreifend vernachlässigt oder gar übersehen?

Wie auch immer. Die Absicht, in der Hausberger Schweiz ein Feuerwehrhaus bauen zu wollen, ist vertretbar. Die öffentliche Sicherheit steht im Vordergrund, da darf die Bedeutung des Landschaftsbildes in den Hintergrund rücken. Allerdings sollte im B-Plan-Verfahren die Maßgabe gelten: So viel Bebauung wie nötig, so wenig Eingriff in die Natur wie möglich.

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