Kommentar zur Informationspolitik der MKK: Es ist unser Krankenhaus Manchmal passieren große Dinge im Kleinen – kaum wahrnehmbar. Und dann ist ihnen in ihrer scheinbaren Selbstverständlichkeit kaum anzumerken, wie viel Ärger vorausgegangen ist. So etwas ist in dieser Woche in Minden-Lübbecke passiert. Erstmals hat in der Kreisausschusssitzung der Punkt „Bericht aus Beteiligungen, hier: Mühlenkreiskliniken“ (MKK) auf der Tagesordnung gestanden. MKK-Vorstandsvorsitzender Dr. Olaf Bornemeier sprach über die Herausforderungen für den kommunalen Klinikverbund. Dass die riesig sind, ist das Eine. Das Eigentliche: Bornemeier hat öffentlich gesprochen. Öffentlich! Über Probleme! Dabei ist bei den Mühlenkreiskliniken bisher so ziemlich gar nichts öffentlich. Jedenfalls nicht, wenn es entscheidend wird. Die MKK haben einen guten Pressesprecher, der das tut, was Pressesprecher nun einmal tun sollen: ihre Institutionen gut aussehen lassen. Dagegen wäre nichts einzuwenden, wären in der Vergangenheit die Schwierigkeiten genauso ausführlich besprochen worden, wie die Erfolge. Darauf haben die Bürger einen Anspruch. Schließlich sind die MKK nicht irgendeine Privatkette, die schweigend ins Profitschraubedrehen vertieft null Interesse an Diskurs hat. Die MKK sind als Einrichtung in kommunaler Hand unser Krankenhaus im besten Sinne. Da darf die Öffentlichkeit große Einblicke in strategische Entscheidungen erwarten. Stattdessen bekam sie: nichts. Alle Entscheidungen fanden hinter verschlossenen Türen statt. Was anstand, wusste niemand. Vor allem deshalb ist das Veränderungskonzept 2018 so krachend gescheitert. Die Gesellschaft will mehr, als vor Beschlossenes gestellt werden. Selbst die Tagesordnung und die Terminierung der Verwaltungsratssitzungen waren bisher Geheimsache. Niemand sollte erfahren, was besprochen wurde. Aber wie sollen Medien so ihrer Aufgabe nachgehen? Wer nichts weiß, kann nicht mal fragen. Und genau das war der Sinn des Ganzen. Das MT hatte bereits mit Ex-Landrat Ralf Niermann (SPD) Auseinandersetzungen darüber geführt und darauf gedrungen, Einblick in die Tagesordnung zu bekommen. Weil er abwiegelte, hatte das MT angekündigt, rechtlich gegen den Verschwiegenheitskurs vorzugehen. Denn der verstieß eindeutig gegen das Landespressegesetz, das eine Nichtinformationsstrategie der öffentlichen Hand nun einmal nicht vorsieht. Das MT hat auch die neue Landrätin Anna Bölling (CDU) zweimal daran erinnert, dass sich dringend etwas ändern müsse. Nun finden die Verwaltungsratssitzungen zwar weiterhin unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Doch es gibt die Tagesordnung, die Terminierung und eine regelmäßige Information über die Entwicklung. Unser Krankenhaus wird einsehbarer. Es war dringend an der Zeit.

Kommentar zur Informationspolitik der MKK: Es ist unser Krankenhaus

Manchmal passieren große Dinge im Kleinen – kaum wahrnehmbar. Und dann ist ihnen in ihrer scheinbaren Selbstverständlichkeit kaum anzumerken, wie viel Ärger vorausgegangen ist. So etwas ist in dieser Woche in Minden-Lübbecke passiert.

Benjamin Piel - © pr
Benjamin Piel - © pr

Erstmals hat in der Kreisausschusssitzung der Punkt „Bericht aus Beteiligungen, hier: Mühlenkreiskliniken“ (MKK) auf der Tagesordnung gestanden. MKK-Vorstandsvorsitzender Dr. Olaf Bornemeier sprach über die Herausforderungen für den kommunalen Klinikverbund. Dass die riesig sind, ist das Eine. Das Eigentliche: Bornemeier hat öffentlich gesprochen. Öffentlich! Über Probleme!

Dabei ist bei den Mühlenkreiskliniken bisher so ziemlich gar nichts öffentlich. Jedenfalls nicht, wenn es entscheidend wird. Die MKK haben einen guten Pressesprecher, der das tut, was Pressesprecher nun einmal tun sollen: ihre Institutionen gut aussehen lassen. Dagegen wäre nichts einzuwenden, wären in der Vergangenheit die Schwierigkeiten genauso ausführlich besprochen worden, wie die Erfolge. Darauf haben die Bürger einen Anspruch. Schließlich sind die MKK nicht irgendeine Privatkette, die schweigend ins Profitschraubedrehen vertieft null Interesse an Diskurs hat.

Die MKK sind als Einrichtung in kommunaler Hand unser Krankenhaus im besten Sinne. Da darf die Öffentlichkeit große Einblicke in strategische Entscheidungen erwarten. Stattdessen bekam sie: nichts. Alle Entscheidungen fanden hinter verschlossenen Türen statt. Was anstand, wusste niemand. Vor allem deshalb ist das Veränderungskonzept 2018 so krachend gescheitert. Die Gesellschaft will mehr, als vor Beschlossenes gestellt werden. Selbst die Tagesordnung und die Terminierung der Verwaltungsratssitzungen waren bisher Geheimsache. Niemand sollte erfahren, was besprochen wurde. Aber wie sollen Medien so ihrer Aufgabe nachgehen? Wer nichts weiß, kann nicht mal fragen. Und genau das war der Sinn des Ganzen.

Das MT hatte bereits mit Ex-Landrat Ralf Niermann (SPD) Auseinandersetzungen darüber geführt und darauf gedrungen, Einblick in die Tagesordnung zu bekommen. Weil er abwiegelte, hatte das MT angekündigt, rechtlich gegen den Verschwiegenheitskurs vorzugehen. Denn der verstieß eindeutig gegen das Landespressegesetz, das eine Nichtinformationsstrategie der öffentlichen Hand nun einmal nicht vorsieht. Das MT hat auch die neue Landrätin Anna Bölling (CDU) zweimal daran erinnert, dass sich dringend etwas ändern müsse.

Nun finden die Verwaltungsratssitzungen zwar weiterhin unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Doch es gibt die Tagesordnung, die Terminierung und eine regelmäßige Information über die Entwicklung. Unser Krankenhaus wird einsehbarer.

Es war dringend an der Zeit.

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