Kommentar zur Einführung des Lolli-Tests: Absurde Lutschnummer Benjamin Piel Das FDP-geführte Landesbildungsministerium hat während der Pandemie so manche fragwürdige Entscheidung getroffen. Informationen flossen regelmäßig nur spärlich. Stets kamen sie spät. Selten meldeten Schulen, sie hätten sich wohlorientiert gefühlt. Doch immer, wenn Eltern, Schüler und Lehrer meinen, es gehe kaum noch schlimmer, fällt dem Ministerium eine Steigerung ein. Aktuellstes Beispiel: die Einführung des Lollitests – eine wahrhaft absurde Lutschnummer. Ohne Not entsteht in einer angespannten Situation Unruhe. Gerade hatte sich das Selbsttesten eingespielt, da beginnt das Theater von vorne. Das Verfahren wird außerdem dazu führen, dass in Minden-Lübbecke permanent Aberdutzende Schülerinnen und Schüler in Quarantäne sitzen werden – obwohl nur einer aus der Klasse infiziert ist. Das ist sinnfrei, für die Kinder hart und für zahlreiche Eltern ein existenzielles Problem. Wie soll eine alleinerziehende Mutter klarkommen, wenn ihr Kind regelmäßig unbetreut ist? Und schließlich: Der Ablauf des Verfahrens ist für Schulen zeitlich nur schwer zu stemmen. Nicht das Testen, sondern der Unterricht gehört endlich wieder ins Zentrum. Nun ist das Gegenteil der Fall. Und so mag der Lollitest sicher sein, aber sicher ist auch: Er hat vom Start weg alle gegen sich – Eltern, Schüler, Lehrer.

Kommentar zur Einführung des Lolli-Tests: Absurde Lutschnummer

Das FDP-geführte Landesbildungsministerium hat während der Pandemie so manche fragwürdige Entscheidung getroffen. Informationen flossen regelmäßig nur spärlich. Stets kamen sie spät. Selten meldeten Schulen, sie hätten sich wohlorientiert gefühlt.

MT-Chefredakteur Benjamin Piel. Foto: - © pr
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Doch immer, wenn Eltern, Schüler und Lehrer meinen, es gehe kaum noch schlimmer, fällt dem Ministerium eine Steigerung ein. Aktuellstes Beispiel: die Einführung des Lollitests – eine wahrhaft absurde Lutschnummer.

Ohne Not entsteht in einer angespannten Situation Unruhe. Gerade hatte sich das Selbsttesten eingespielt, da beginnt das Theater von vorne. Das Verfahren wird außerdem dazu führen, dass in Minden-Lübbecke permanent Aberdutzende Schülerinnen und Schüler in Quarantäne sitzen werden – obwohl nur einer aus der Klasse infiziert ist. Das ist sinnfrei, für die Kinder hart und für zahlreiche Eltern ein existenzielles Problem. Wie soll eine alleinerziehende Mutter klarkommen, wenn ihr Kind regelmäßig unbetreut ist? Und schließlich: Der Ablauf des Verfahrens ist für Schulen zeitlich nur schwer zu stemmen. Nicht das Testen, sondern der Unterricht gehört endlich wieder ins Zentrum. Nun ist das Gegenteil der Fall.

Und so mag der Lollitest sicher sein, aber sicher ist auch: Er hat vom Start weg alle gegen sich – Eltern, Schüler, Lehrer.

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