Kommentar zur Diskussion um Pflegeheimbau in Barkhausen: Notwendige Debatte Dirk Haunhorst Erstens: Wenn einem Namensgeber der Investorengruppe Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen nachgesagt werden, tut man besonders in Porta Westfalica gut daran, kritisch nachzuhaken. Die Stadt stellt sich seit einigen Jahren verantwortungsbewusst der NS-Vergangenheit an der Porta und arbeitet die Geschichte des KZ-Außenlagers Neuengamme auf. Da in anderen Städten ebenfalls über die politische Ausrichtung der Lindhorstgruppe diskutiert wurde und wird, wäre es eine schlechte Nachricht gewesen, wenn ausgerechnet Porta dieses Thema ignorierte hätte. Zweitens: Politik und Anwohner haben recht, wenn Sie darauf pochen, dass die Parkplatzfrage zufriedenstellend beantwortet wird. Dass 50 Parkplätze für ein Seniorenheim mit 112 Bewohnern sowie Apotheke und Ärztehaus nebenan reichen sollen, ist kaum zu glauben. Hier muss die Verwaltung darauf achten, dass der tatsächliche Bedarf nicht zugunsten des Investors schöngerechnet wird, was zulasten der Anwohner ginge. Es droht Chaos in diesem hochfrequentierten Bereich, an dem auch Denkmal- und Wesertreff-Besucher, Freilichtbühnengäste und künftige Nutzer des Kaiserhof-Areals unterwegs sind. Und drittens müssen sich Politik und Verwaltung dringend Gedanken machen über eine Stadtentwicklung, die über Pflegeheimbauten und barrierefreies Wohnen hinausgeht. Anlässlich der Kaiserhof-Debatte merkte im Barkhauser Bezirksausschuss ein Politiker völlig zu Recht an, dass junge Leute bei Bauprojekten nicht vergessen werden dürfen. Sicher: Pflegeheime, ob auf der Berghotel-Seite oder am „Friedenstal“, sind besser als Leerstand und verfallene Gebäude. Für die Zukunft einer Kommune, geschweige denn Aufbruchstimmung, stehen sie nicht.

Kommentar zur Diskussion um Pflegeheimbau in Barkhausen: Notwendige Debatte

Dirk Haunhorst © Lehn Alexander

Erstens: Wenn einem Namensgeber der Investorengruppe Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen nachgesagt werden, tut man besonders in Porta Westfalica gut daran, kritisch nachzuhaken. Die Stadt stellt sich seit einigen Jahren verantwortungsbewusst der NS-Vergangenheit an der Porta und arbeitet die Geschichte des KZ-Außenlagers Neuengamme auf. Da in anderen Städten ebenfalls über die politische Ausrichtung der Lindhorstgruppe diskutiert wurde und wird, wäre es eine schlechte Nachricht gewesen, wenn ausgerechnet Porta dieses Thema ignorierte hätte.

Zweitens: Politik und Anwohner haben recht, wenn Sie darauf pochen, dass die Parkplatzfrage zufriedenstellend beantwortet wird. Dass 50 Parkplätze für ein Seniorenheim mit 112 Bewohnern sowie Apotheke und Ärztehaus nebenan reichen sollen, ist kaum zu glauben. Hier muss die Verwaltung darauf achten, dass der tatsächliche Bedarf nicht zugunsten des Investors schöngerechnet wird, was zulasten der Anwohner ginge. Es droht Chaos in diesem hochfrequentierten Bereich, an dem auch Denkmal- und Wesertreff-Besucher, Freilichtbühnengäste und künftige Nutzer des Kaiserhof-Areals unterwegs sind.

Und drittens müssen sich Politik und Verwaltung dringend Gedanken machen über eine Stadtentwicklung, die über Pflegeheimbauten und barrierefreies Wohnen hinausgeht. Anlässlich der Kaiserhof-Debatte merkte im Barkhauser Bezirksausschuss ein Politiker völlig zu Recht an, dass junge Leute bei Bauprojekten nicht vergessen werden dürfen. Sicher: Pflegeheime, ob auf der Berghotel-Seite oder am „Friedenstal“, sind besser als Leerstand und verfallene Gebäude. Für die Zukunft einer Kommune, geschweige denn Aufbruchstimmung, stehen sie nicht.

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