Kommentar zum neuen Gutachten über Wolfsschluchtweg: Nicht viel schlauer als vorher Thomas Lieske Nur noch sechs der 33 damals als Mega-Gefahr bezeichneten Bäume entlang des Wolfsschluchtweges ließen sich in das neue Gutachten integrieren. Entweder weil die farbliche Markierung von damals verblasst ist, der Baum – typisch Wald – umgekippt ist oder einfach gar nicht mehr auffindbar ist. Dafür sind dieses mal deutlich mehr Bäume beurteilt worden als im ersten Gutachten. Jetzt sind es 37 anstatt der 36 Mega-Gefahren von 2018 entlang von vier Wegen – und zwar auf deutlich mehr Breite. Im Verhältnis sind also deutlich mehr Bäume beurteilt worden. Ist die Quote dann niedriger? Eine weitere Frage, die offen bleibt und anhand des neuen Gutachtens nicht zu erklären ist. All das verzerrt das Bild. Wer das neue Gutachten liest, dürfte nicht viel schlauer sein als vorher. Die entscheidenden Fragen sind juristischer Natur: Akzeptieren alle die Gefahren als solche, die für einen Wald typisch sind? Müssen solche Mega-Gefahren – die nicht zu unterschätzen sind – beseitigt werden? Oder ist das in einem solchen Waldgebiet verboten und der Mensch hat draußen zu bleiben? Das zeitnah zu beantworten, ist jetzt Aufgabe für ein Gericht – und darf nicht Grundlage für ein weiteres, drittes Gutachten sein.

Kommentar zum neuen Gutachten über Wolfsschluchtweg: Nicht viel schlauer als vorher

Thomas Lieske © Alex Lehn

Nur noch sechs der 33 damals als Mega-Gefahr bezeichneten Bäume entlang des Wolfsschluchtweges ließen sich in das neue Gutachten integrieren. Entweder weil die farbliche Markierung von damals verblasst ist, der Baum – typisch Wald – umgekippt ist oder einfach gar nicht mehr auffindbar ist. Dafür sind dieses mal deutlich mehr Bäume beurteilt worden als im ersten Gutachten. Jetzt sind es 37 anstatt der 36 Mega-Gefahren von 2018 entlang von vier Wegen – und zwar auf deutlich mehr Breite. Im Verhältnis sind also deutlich mehr Bäume beurteilt worden. Ist die Quote dann niedriger? Eine weitere Frage, die offen bleibt und anhand des neuen Gutachtens nicht zu erklären ist.

All das verzerrt das Bild. Wer das neue Gutachten liest, dürfte nicht viel schlauer sein als vorher. Die entscheidenden Fragen sind juristischer Natur: Akzeptieren alle die Gefahren als solche, die für einen Wald typisch sind? Müssen solche Mega-Gefahren – die nicht zu unterschätzen sind – beseitigt werden? Oder ist das in einem solchen Waldgebiet verboten und der Mensch hat draußen zu bleiben? Das zeitnah zu beantworten, ist jetzt Aufgabe für ein Gericht – und darf nicht Grundlage für ein weiteres, drittes Gutachten sein.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Meinung