Kommentar zum Schulstart mit fünf Jahren: Mehr Mitsprache für Eltern Doris Christoph Die Einschulung wird von vielen Eltern als krasser Einschnitt erlebt: Eben noch im Kindergarten, startet für den Nachwuchs jetzt der Ernst des Lebens. Das zu akzeptieren dürfte bei Jungen und Mädchen, die beim Schulstart erst oder noch fünf Jahre alt sind, noch schwerer fallen. Kritiker mögen nun sagen: Da kann jemand nicht loslassen. Das mag sein. Doch Eltern so gar keine Mitsprache beim Einschulungszeitpunkt zu geben, ist falsch. Die meisten können ihr Kind schon richtig einschätzen. Stattdessen werden sie in NRW bei der Zurückstellung vor schier unüberwindbare Hürden gestellt und müssen ihr Kind als körperlich oder seelisch beeinträchtigt stigmatisieren lassen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass nur Eltern diesen Weg gehen, die über entsprechendes Wissen und langen Atem verfügen. Eine Korridorregelung wie in Bayern gibt Eltern Entscheidungsfreiheit und entlastet gleichzeitig die Schulleitungen, die als letzte Instanz über die Rückstellungsanträge entscheiden müssen. Aber sie sorgt auch für Unwägbarkeiten: bei der Zahl der Erstklässler, für die Unterricht organisiert werden muss, und bei den eh schon raren Kindergartenplätzen, die weiter vorgehalten werden müssten. Vielleicht sind auch das Gründe, warum die Umstellung auf einen früheren Stichtag oder die Einführung der Korridorregelung in weiter Ferne sind. Lesen Sie auch Frühstart: Einige Kinder im Kreis sollen schon mit fünf Jahren in die Schule

Kommentar zum Schulstart mit fünf Jahren: Mehr Mitsprache für Eltern

Doris Christoph © Alex Lehn

Die Einschulung wird von vielen Eltern als krasser Einschnitt erlebt: Eben noch im Kindergarten, startet für den Nachwuchs jetzt der Ernst des Lebens. Das zu akzeptieren dürfte bei Jungen und Mädchen, die beim Schulstart erst oder noch fünf Jahre alt sind, noch schwerer fallen.

Kritiker mögen nun sagen: Da kann jemand nicht loslassen. Das mag sein. Doch Eltern so gar keine Mitsprache beim Einschulungszeitpunkt zu geben, ist falsch. Die meisten können ihr Kind schon richtig einschätzen. Stattdessen werden sie in NRW bei der Zurückstellung vor schier unüberwindbare Hürden gestellt und müssen ihr Kind als körperlich oder seelisch beeinträchtigt stigmatisieren lassen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass nur Eltern diesen Weg gehen, die über entsprechendes Wissen und langen Atem verfügen.

Eine Korridorregelung wie in Bayern gibt Eltern Entscheidungsfreiheit und entlastet gleichzeitig die Schulleitungen, die als letzte Instanz über die Rückstellungsanträge entscheiden müssen. Aber sie sorgt auch für Unwägbarkeiten: bei der Zahl der Erstklässler, für die Unterricht organisiert werden muss, und bei den eh schon raren Kindergartenplätzen, die weiter vorgehalten werden müssten. Vielleicht sind auch das Gründe, warum die Umstellung auf einen früheren Stichtag oder die Einführung der Korridorregelung in weiter Ferne sind.

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