Kommentar zum Querdenker-Aufmarsch vor Privathaus der Landrätin: Grenzüberschreitung Benjamin Piel Jeder in Deutschland hat das Recht, seinen Protest auszudrücken. Das Grundgesetz schützt selbst die verirrteste aller Meinungen. Mitten in der Öffentlichkeit darf blanker Unsinn laut gesagt werden. Derjenige, der sie äußert, wird sogar von der Polizei dabei begleitet und geschützt. Das ist gut so. Dieses Recht ist immer und überall zu verteidigen. Grenzenlos aber ist dieses Recht nicht. Im Gegenteil: Wer auf sein Recht dringt, ist gleichzeitig verpflichtet, auch anderen ihre Rechte zuzugestehen. Das haben die sogenannten Spaziergänger gestern Abend nicht getan. Sie haben eine Grenze nicht nur ein bisschen angekratzt. Sie haben gleich mehrere rote Linien so hart verletzt, dass es schmerzt. Vor das Privathaus von Landrätin Anna Bölling zu ziehen, ist aufs Schärfste zu verurteilen. Dieser Aufzug trat die Rechte der Privatperson Bölling mit Füßen, er trampelte auf ihr und vor allem auch auf ihrer unbeteiligten Familie herum. Das auch noch als Friedensspaziergang zu betiteln, ist Hohn. Dafür gibt es nur ein Wort: Pfui! Gegen Entscheidungen der Landrätin zu protestieren, ist das Recht jedes Bürgers. Aber dieser Protest gehört dorthin, wo die Funktionsträgerin Bölling ihr Amt ausübt – vors Kreishaus. Diesen Protest vor ihr Privathaus zu tragen, ist eine Form der Aggression, die durch nichts, aber auch gar nichts zu rechtfertigen ist. Wer meint, er habe ein Recht darauf, die Landrätin nicht in ihrer Funktion, sondern als Person anzugreifen, der ist mit aller Schärfe der Argumente, der Symbole und des Gesetzes zurückzuweisen. Gegen diese Form der Gewalt muss sich die Mindener Zivilgesellschaft erheben. Klar und deutlich und laut und sofort!

Kommentar zum Querdenker-Aufmarsch vor Privathaus der Landrätin: Grenzüberschreitung

Jeder in Deutschland hat das Recht, seinen Protest auszudrücken. Das Grundgesetz schützt selbst die verirrteste aller Meinungen. Mitten in der Öffentlichkeit darf blanker Unsinn laut gesagt werden. Derjenige, der sie äußert, wird sogar von der Polizei dabei begleitet und geschützt. Das ist gut so. Dieses Recht ist immer und überall zu verteidigen.

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Grenzenlos aber ist dieses Recht nicht. Im Gegenteil: Wer auf sein Recht dringt, ist gleichzeitig verpflichtet, auch anderen ihre Rechte zuzugestehen. Das haben die sogenannten Spaziergänger gestern Abend nicht getan. Sie haben eine Grenze nicht nur ein bisschen angekratzt. Sie haben gleich mehrere rote Linien so hart verletzt, dass es schmerzt. Vor das Privathaus von Landrätin Anna Bölling zu ziehen, ist aufs Schärfste zu verurteilen. Dieser Aufzug trat die Rechte der Privatperson Bölling mit Füßen, er trampelte auf ihr und vor allem auch auf ihrer unbeteiligten Familie herum. Das auch noch als Friedensspaziergang zu betiteln, ist Hohn. Dafür gibt es nur ein Wort: Pfui!

Gegen Entscheidungen der Landrätin zu protestieren, ist das Recht jedes Bürgers. Aber dieser Protest gehört dorthin, wo die Funktionsträgerin Bölling ihr Amt ausübt – vors Kreishaus. Diesen Protest vor ihr Privathaus zu tragen, ist eine Form der Aggression, die durch nichts, aber auch gar nichts zu rechtfertigen ist. Wer meint, er habe ein Recht darauf, die Landrätin nicht in ihrer Funktion, sondern als Person anzugreifen, der ist mit aller Schärfe der Argumente, der Symbole und des Gesetzes zurückzuweisen.

Gegen diese Form der Gewalt muss sich die Mindener Zivilgesellschaft erheben. Klar und deutlich und laut und sofort!

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