Kommentar zum Prozessauftakt: Belastende Details Malina Reckordt Was sich am 30. Mai in Minden abgespielt hat, war grausam. Aus lauter Wut über die Affäre seiner Ehefrau soll ihr 42-jähriger Mann sie getötet haben. Zwei Kinder sind zurückgeblieben. Die Mutter tot, der Vater in U-Haft. Es werden nur wenige Details bekannt und zum Schutz der Angehörigen hält sich das Mindener Tageblatt in der Berichterstattung damit bewusst zurück. Ganz im Gegensatz zur Bild-Zeitung, die damals und auch jetzt wieder Bilder der Getöteten bei ihrer Hochzeit und mit ihren Kindern zeigt. Wer im Gerichtssaal sitzt, bekommt es zwangsläufig mit Details zu tun. Das geht den Zuschauern so, aber auch den Berichterstattern. Während eines Prozesses müssen nun einmal alle furchtbaren Details erörtert werden. Denn jeder Punkt könnte relevant für den späteren Richterspruch sein – ohne Detailtreue keine Urteilsfindung. Das ist schwer zu ertragen – auch mit der beruflichen Distanz einer Journalistin. Bei der Berichterstattung gilt es dann abzuwägen: Welche Details sind so wichtig für die Leserschaft, dass sie genannt werden müssen? Welche gehen zu weit? Im Gerichtsbericht haben wir versucht, maßvoll vorzugehen. Alles Relevante zu sagen, ohne es auszuschlachten. Bitte entscheiden Sie selbst, ob das gelungen ist.

Kommentar zum Prozessauftakt: Belastende Details

© MT-Foto: Patrick Schwemling

Was sich am 30. Mai in Minden abgespielt hat, war grausam. Aus lauter Wut über die Affäre seiner Ehefrau soll ihr 42-jähriger Mann sie getötet haben. Zwei Kinder sind zurückgeblieben. Die Mutter tot, der Vater in U-Haft. Es werden nur wenige Details bekannt und zum Schutz der Angehörigen hält sich das Mindener Tageblatt in der Berichterstattung damit bewusst zurück. Ganz im Gegensatz zur Bild-Zeitung, die damals und auch jetzt wieder Bilder der Getöteten bei ihrer Hochzeit und mit ihren Kindern zeigt.

Wer im Gerichtssaal sitzt, bekommt es zwangsläufig mit Details zu tun. Das geht den Zuschauern so, aber auch den Berichterstattern. Während eines Prozesses müssen nun einmal alle furchtbaren Details erörtert werden. Denn jeder Punkt könnte relevant für den späteren Richterspruch sein – ohne Detailtreue keine Urteilsfindung.

Das ist schwer zu ertragen – auch mit der beruflichen Distanz einer Journalistin. Bei der Berichterstattung gilt es dann abzuwägen: Welche Details sind so wichtig für die Leserschaft, dass sie genannt werden müssen? Welche gehen zu weit? Im Gerichtsbericht haben wir versucht, maßvoll vorzugehen. Alles Relevante zu sagen, ohne es auszuschlachten. Bitte entscheiden Sie selbst, ob das gelungen ist.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Meinung