Kommentar zum Naturprojekt der Biologischen Station in Hille: Auch analog ist angesagt Carsten Korfesmeyer Das Digitale kann Begegnungen mit der Natur nicht ersetzen. Das Rauschen der Bäume, das Zwitschern der Vögel oder der Geruch von Gras wirken nur „in echt“. Ja, Online stößt da an seine Grenze. Das Projekt hinter dem Naturbadesee Mindenerwald zeigt auf sympathische Weise, dass modernes Lernen nicht allein am Laptop im Digitalen Klassenzimmer funktioniert. Eine Fichte auf dem Bildschirm kann keinen Geruch von Nadeln und Zapfen transportieren. Wer über Streuobstwiesen redet, muss Äpfel oder Birnen schmecken können. Und wer meint, online über Feuchtwiesen marschieren zu können, ist gewaltig auf dem Holzweg. Die Digitalisierung ist wichtig und richtig. Sie ist aber nur ein Baustein im Bildungswesen, der womöglich momentan eine etwas zu große Aufmerksamkeit erfährt. Das Netz gibt uns viel und macht das Leben in vielerlei Hinsicht leichter, ist aber auch nicht das Nonplusultra. Menschen sind aus Fleisch und Blut. Sie sind keine Computer und brauchen die Vernetzung untereinander, um ihre Erfahrungen zu machen. Das Analoge ist viel besser als sein Ruf. Weder altbacken noch rückwärtsgewandt ist es deshalb, die Natur in ihrer wahren Vielfalt hautnah kennenzulernen. Bei aller Begeisterung für das Unterrichten am oder mit dem Computer sollte nicht in Vergessenheit geraten, dass der wahre Alltag immer „analog“ bleibt.

Kommentar zum Naturprojekt der Biologischen Station in Hille: Auch analog ist angesagt

Carsten Korfesmeyer

Das Digitale kann Begegnungen mit der Natur nicht ersetzen. Das Rauschen der Bäume, das Zwitschern der Vögel oder der Geruch von Gras wirken nur „in echt“. Ja, Online stößt da an seine Grenze.

Das Projekt hinter dem Naturbadesee Mindenerwald zeigt auf sympathische Weise, dass modernes Lernen nicht allein am Laptop im Digitalen Klassenzimmer funktioniert. Eine Fichte auf dem Bildschirm kann keinen Geruch von Nadeln und Zapfen transportieren. Wer über Streuobstwiesen redet, muss Äpfel oder Birnen schmecken können. Und wer meint, online über Feuchtwiesen marschieren zu können, ist gewaltig auf dem Holzweg.

Die Digitalisierung ist wichtig und richtig. Sie ist aber nur ein Baustein im Bildungswesen, der womöglich momentan eine etwas zu große Aufmerksamkeit erfährt. Das Netz gibt uns viel und macht das Leben in vielerlei Hinsicht leichter, ist aber auch nicht das Nonplusultra. Menschen sind aus Fleisch und Blut. Sie sind keine Computer und brauchen die Vernetzung untereinander, um ihre Erfahrungen zu machen.

Das Analoge ist viel besser als sein Ruf. Weder altbacken noch rückwärtsgewandt ist es deshalb, die Natur in ihrer wahren Vielfalt hautnah kennenzulernen. Bei aller Begeisterung für das Unterrichten am oder mit dem Computer sollte nicht in Vergessenheit geraten, dass der wahre Alltag immer „analog“ bleibt.

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