Kommentar zum MT-Wahlforum in Porta: Kein klarer Favorit Dirk Haunhorst Die Bürgermeisterwahl wird spannend, denn die Kandidatenrunde in Eisbergen hat deutlich gemacht: einen klaren Favoriten gibt es nicht. SPD-Kandidat Jörg Achilles hat einen ordentlichen Auftritt hingelegt. Ein Rednertalent ist er nicht, hat sich aber rhetorisch gesteigert. Sein Vorteil gegenüber den Konkurrenten wurde deutlich, als es um Details etwa zum Grohe-Logistikzentrum oder zum Schulbau ging. Da profitiert der Bauausschuss-Vorsitzende von seinem Informationsvorsprung. Durchschaubar allerdings sein Versuch, die rot-grüne Niederlage zur Grundschulsanierung als politischen Teilerfolg verkaufen zu wollen. Dr. Sonja Gerlach ist über viele Portaner Themen gut informiert, obwohl sie erst Mitte Mai die neue Kandidatin von CDU und FDP wurde, nachdem Uwe Siemonsmeier zurückgezogen hatte. Gerlach absolviert seither ein beachtliches Pensum mit vielen Besuchen von Firmen, Organisationen und Vereinen, um Porta besser kennenzulernen und selbst bekannter zu werden. Die Ministerialdirigentin setzt vor allem auf die Karte Verwaltungskompetenz. Gerlach war in der Gesprächsrunde redegewandt , sie wirkte klug und konzentriert, bisweilen etwas kühl. Anke Grotjohann spielte häufig mit ihrem Mundschutz, ein Zeichen für Anspannung, die ihren Antworten kaum anzumerken war. Diese schienen weniger zurechtgelegt als bei den Konkurrenten, Grotjohann wirkte nahbarer. Sie ist mit dem politischen Alltagsgeschäft weniger verbunden als Achilles und mit Verwaltungsapparaten weniger vertraut als Gerlach. Die parteilose Kandidatin der Grünen stellt auf ihre Unabhängigkeit ab und kritisierte offen die Schulsanierungspolitik der rot-grünen Koalition. Dietrich Edler hat eine klare Meinung zum Grohe-Logistikzentrum, das er im Gegensatz zu den anderen drei Kandidaten ablehnt. Ansonsten gab er zu, dass er über manche Themen nicht genügend wisse. Wer befürchtet hatte, der Neu-Republikaner und Ex-AfD-Politiker würde mit plumpen rechten Parolen aufmischen, konnte aufatmen. Nichts davon zu hören. Das Kandidaten-Quartett bietet unterschiedliche Charaktere und politische Überzeugungen und damit eine echte Auswahl. Im Idealfall steigert dies das Interesse der Portaner an der Kommunalwahl am 13. September insgesamt inklusive Stadtrats- sowie Kreistags- und Landratswahl. Dass einer der vier Bürgermeisterkandidaten an diesem Tag die absolute Mehrheit holt, ist unwahrscheinlich. Zwei Bewerber werden sich am 27. September in einer Stichwahl duellieren, so viel scheint sicher.

Kommentar zum MT-Wahlforum in Porta: Kein klarer Favorit

Die Bürgermeisterwahl wird spannend, denn die Kandidatenrunde in Eisbergen hat deutlich gemacht: einen klaren Favoriten gibt es nicht.

SPD-Kandidat Jörg Achilles hat einen ordentlichen Auftritt hingelegt. Ein Rednertalent ist er nicht, hat sich aber rhetorisch gesteigert. Sein Vorteil gegenüber den Konkurrenten wurde deutlich, als es um Details etwa zum Grohe-Logistikzentrum oder zum Schulbau ging. Da profitiert der Bauausschuss-Vorsitzende von seinem Informationsvorsprung. Durchschaubar allerdings sein Versuch, die rot-grüne Niederlage zur Grundschulsanierung als politischen Teilerfolg verkaufen zu wollen.

Dr. Sonja Gerlach ist über viele Portaner Themen gut informiert, obwohl sie erst Mitte Mai die neue Kandidatin von CDU und FDP wurde, nachdem Uwe Siemonsmeier zurückgezogen hatte. Gerlach absolviert seither ein beachtliches Pensum mit vielen Besuchen von Firmen, Organisationen und Vereinen, um Porta besser kennenzulernen und selbst bekannter zu werden. Die Ministerialdirigentin setzt vor allem auf die Karte Verwaltungskompetenz. Gerlach war in der Gesprächsrunde redegewandt , sie wirkte klug und konzentriert, bisweilen etwas kühl.

Anke Grotjohann spielte häufig mit ihrem Mundschutz, ein Zeichen für Anspannung, die ihren Antworten kaum anzumerken war. Diese schienen weniger zurechtgelegt als bei den Konkurrenten, Grotjohann wirkte nahbarer. Sie ist mit dem politischen Alltagsgeschäft weniger verbunden als Achilles und mit Verwaltungsapparaten weniger vertraut als Gerlach. Die parteilose Kandidatin der Grünen stellt auf ihre Unabhängigkeit ab und kritisierte offen die Schulsanierungspolitik der rot-grünen Koalition.

Dietrich Edler hat eine klare Meinung zum Grohe-Logistikzentrum, das er im Gegensatz zu den anderen drei Kandidaten ablehnt. Ansonsten gab er zu, dass er über manche Themen nicht genügend wisse. Wer befürchtet hatte, der Neu-Republikaner und Ex-AfD-Politiker würde mit plumpen rechten Parolen aufmischen, konnte aufatmen. Nichts davon zu hören.

Das Kandidaten-Quartett bietet unterschiedliche Charaktere und politische Überzeugungen und damit eine echte Auswahl. Im Idealfall steigert dies das Interesse der Portaner an der Kommunalwahl am 13. September insgesamt inklusive Stadtrats- sowie Kreistags- und Landratswahl. Dass einer der vier Bürgermeisterkandidaten an diesem Tag die absolute Mehrheit holt, ist unwahrscheinlich. Zwei Bewerber werden sich am 27. September in einer Stichwahl duellieren, so viel scheint sicher.

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