Kommentar zum Fußball-Saisonabbruch: Enges Korsett Sebastian Külbel Wie sehr die Sportfunktionäre manchmal unter der Last ihrer Satzung leiden, wurde gestern bei der Videokonferenz zum Saisonabbruch im westfälischen Fußball deutlich. Der Präsident und sein Vize zeigten sich „erleichtert“ und wirkten fast gelöst ob der nun endlich feststehenden Entscheidung. Deren viel zu späten Zeitpunkt darf man mit Fug und Recht kritisieren, ist die Verbandsführung doch maßgeblich für die Formulierung und Verabschiedung der Statuten verantwortlich. Dass dieses Korsett in einer Zeit voller Extremsituationen so eng wurde, dass es den Verantwortlichen jegliche Luft für Entscheidungen nahm, war jedoch vor der Saison nicht abzusehen. 50 Prozent der Spiele in einer Liga sollten absolviert sein, um diese inklusive Auf- und Absteigern werten zu können. Das schien im Sommer 2020, als die Corona-Lage beherrschbar wirkte, locker möglich. Zwei Infektionswellen und einige Virusmutationen später litt die FLVW-Spitze spürbar darunter, das einzig Richtige, nämlich den Saisonabbruch, nicht frühzeitig beschließen zu können. Die 50-Prozent-Hürde ist angesichts auch zukünftig ungewisser Saisonverläufe kein schlechtes Ziel. Allerdings hat die Pandemie gelehrt: Wenn es die Situation zulässt, sollte ohne große Hindernisse so viel gespielt werden wie möglich. Denn eine Saison, die es nie gegeben hat, wollen weder Fußballer noch Funktionäre.

Kommentar zum Fußball-Saisonabbruch: Enges Korsett

Wie sehr die Sportfunktionäre manchmal unter der Last ihrer Satzung leiden, wurde gestern bei der Videokonferenz zum Saisonabbruch im westfälischen Fußball deutlich. Der Präsident und sein Vize zeigten sich „erleichtert“ und wirkten fast gelöst ob der nun endlich feststehenden Entscheidung.

- © Alex Lehn
© Alex Lehn

Deren viel zu späten Zeitpunkt darf man mit Fug und Recht kritisieren, ist die Verbandsführung doch maßgeblich für die Formulierung und Verabschiedung der Statuten verantwortlich. Dass dieses Korsett in einer Zeit voller Extremsituationen so eng wurde, dass es den Verantwortlichen jegliche Luft für Entscheidungen nahm, war jedoch vor der Saison nicht abzusehen.

50 Prozent der Spiele in einer Liga sollten absolviert sein, um diese inklusive Auf- und Absteigern werten zu können. Das schien im Sommer 2020, als die Corona-Lage beherrschbar wirkte, locker möglich. Zwei Infektionswellen und einige Virusmutationen später litt die FLVW-Spitze spürbar darunter, das einzig Richtige, nämlich den Saisonabbruch, nicht frühzeitig beschließen zu können.

Die 50-Prozent-Hürde ist angesichts auch zukünftig ungewisser Saisonverläufe kein schlechtes Ziel. Allerdings hat die Pandemie gelehrt: Wenn es die Situation zulässt, sollte ohne große Hindernisse so viel gespielt werden wie möglich. Denn eine Saison, die es nie gegeben hat, wollen weder Fußballer noch Funktionäre.

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