Kommentar zum Corona-Bonus: Es profitieren meist die Anderen Nina Könemann Einige Arbeitnehmer haben gerade eine Corona-Prämie von ihren Arbeitgebern bekommen. Als Anerkennung für ein hartes Jahr und als Motivation für die Zukunft. Für die zahlreichen Beschäftigten im Krankenhaus-Sektor muss diese Geste einen faden Beigeschmack haben. Denn die, die durch die Pandemie am meisten gefordert werden, bekommen am wenigsten ab. Das liegt auch an einem widersinnigen System. Wenn es Firmen selbst überlassen ist, ob sie ihren Mitarbeitern Prämien zahlen, dann werden immer zuerst die tätig, die es sich leisten können. Die Unternehmen, die durch die Pandemie ins Straucheln geraten sind, müssen ihr Geld zusammenhalten. In besonderem Maße gilt das für die Krankenhäuser. Sie sollen genügend Beatmungsplätze vor- und ihr Team bei Laune halten. Dafür sagen sie OPs ab, die lukrativ sind und kümmern sich stattdessen um die Covid-19-Kranken, die weniger Geld in die Kassen spülen. Kein Wunder, dass zahlreiche Kliniken in Deutschland bereits melden, vielleicht schon im Januar keine Gehälter mehr zahlen zu können. Am Ende sind sie doppelte Verlierer der Krise: Ihre Mitarbeiter werden über die Grenzen des Belastbaren strapaziert. Der Weg der noch vor ihnen liegt, scheint unendlich lang. Und gleichzeitig bekommen die finanzielle Anerkennung, die im Frühjahr in Aussicht gestellt wurde, diejenigen, denen es ohnehin eher gut geht: Arbeiter aus Industrie und digitalem Dienstleistungssektor. Für Pfleger, Labor-Mitarbeiter und Reinigungskräfte, die noch im April als Helden verehrt und beklatscht wurden, dürfte das alles andere als motivierend sein. Ebenso wenig wie für die Klinikleitungen, die ihnen nichts anzubieten haben als ein paar nette Worte.

Kommentar zum Corona-Bonus: Es profitieren meist die Anderen

Einige Arbeitnehmer haben gerade eine Corona-Prämie von ihren Arbeitgebern bekommen. Als Anerkennung für ein hartes Jahr und als Motivation für die Zukunft. Für die zahlreichen Beschäftigten im Krankenhaus-Sektor muss diese Geste einen faden Beigeschmack haben. Denn die, die durch die Pandemie am meisten gefordert werden, bekommen am wenigsten ab.

Nina Könemann - © Alex Lehn
Nina Könemann - © Alex Lehn

Das liegt auch an einem widersinnigen System. Wenn es Firmen selbst überlassen ist, ob sie ihren Mitarbeitern Prämien zahlen, dann werden immer zuerst die tätig, die es sich leisten können. Die Unternehmen, die durch die Pandemie ins Straucheln geraten sind, müssen ihr Geld zusammenhalten.

In besonderem Maße gilt das für die Krankenhäuser. Sie sollen genügend Beatmungsplätze vor- und ihr Team bei Laune halten. Dafür sagen sie OPs ab, die lukrativ sind und kümmern sich stattdessen um die Covid-19-Kranken, die weniger Geld in die Kassen spülen. Kein Wunder, dass zahlreiche Kliniken in Deutschland bereits melden, vielleicht schon im Januar keine Gehälter mehr zahlen zu können.

Am Ende sind sie doppelte Verlierer der Krise: Ihre Mitarbeiter werden über die Grenzen des Belastbaren strapaziert. Der Weg der noch vor ihnen liegt, scheint unendlich lang. Und gleichzeitig bekommen die finanzielle Anerkennung, die im Frühjahr in Aussicht gestellt wurde, diejenigen, denen es ohnehin eher gut geht: Arbeiter aus Industrie und digitalem Dienstleistungssektor.

Für Pfleger, Labor-Mitarbeiter und Reinigungskräfte, die noch im April als Helden verehrt und beklatscht wurden, dürfte das alles andere als motivierend sein. Ebenso wenig wie für die Klinikleitungen, die ihnen nichts anzubieten haben als ein paar nette Worte.

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