Kommentar zu eventuell ausbleibender Bundes-Fördermittel: Alles schon gesehen Nina Könemann „Déjà-vu“, sagt der Franzose, wenn er den Eindruck hat, eine Situation schon mal erlebt zu haben. Im Alltag kommt das regelmäßig vor. Die Frage ist: Sollte es auch zum Alltag von Verwaltungen gehören, immer wieder vor dem demselben Problem zu stehen? Vier Millionen Euro Fördermittel vom Bund hatte die Stadt Minden zum Bau der Multihalle eingeplant – bis sich herausstellte, dass das Projekt gar nicht in die Ausschreibung passte. Erst groß bejubelt, war der Millionensegen zwar nicht weg, landete aber ausgerechnet in der Kampa-Halle, die doch eigentlich hatte abgerissen werden sollen. Das war im September 2020. Ziemlich genau ein Jahr später steht der nächste Geldsegen auf der Kippe. Wieder geht es um Fördermittel, wieder um vier Millionen Euro, wieder um ein Gebäude. Das wirft Fragen auf: Ist es nur eine unglückliche Häufung? Oder ist die Verwaltung mit Förderanträgen überfordert? Ja, die Bedingungen sind komplex. Einerseits sollen die Planungen konkret sein, andererseits nicht zu weit. Und drittens muss noch reichlich Zeitpuffer sein, damit die Mühlen mahlen können. Es gibt viel Potenzial zum Scheitern. Dennoch: Die Erfahrung aus dem zähen Förderprozess bei der Sommerbad-Sanierung und der Pleite mit der Multihalle hätte Minden besonders vorsichtig sein lassen sollen. Haben wir wirklich eine Chance? Reicht die Zeit? Diese Fragen sollten gestellt werden. Denn zwei Mal vier Millionen Euro zu verlieren wäre mehr als ein unschönes „Déjà-vu“.

Kommentar zu eventuell ausbleibender Bundes-Fördermittel: Alles schon gesehen

nik © lehn

„Déjà-vu“, sagt der Franzose, wenn er den Eindruck hat, eine Situation schon mal erlebt zu haben. Im Alltag kommt das regelmäßig vor. Die Frage ist: Sollte es auch zum Alltag von Verwaltungen gehören, immer wieder vor dem demselben Problem zu stehen? Vier Millionen Euro Fördermittel vom Bund hatte die Stadt Minden zum Bau der Multihalle eingeplant – bis sich herausstellte, dass das Projekt gar nicht in die Ausschreibung passte. Erst groß bejubelt, war der Millionensegen zwar nicht weg, landete aber ausgerechnet in der Kampa-Halle, die doch eigentlich hatte abgerissen werden sollen. Das war im September 2020.

Ziemlich genau ein Jahr später steht der nächste Geldsegen auf der Kippe. Wieder geht es um Fördermittel, wieder um vier Millionen Euro, wieder um ein Gebäude. Das wirft Fragen auf: Ist es nur eine unglückliche Häufung? Oder ist die Verwaltung mit Förderanträgen überfordert?

Ja, die Bedingungen sind komplex. Einerseits sollen die Planungen konkret sein, andererseits nicht zu weit. Und drittens muss noch reichlich Zeitpuffer sein, damit die Mühlen mahlen können. Es gibt viel Potenzial zum Scheitern. Dennoch: Die Erfahrung aus dem zähen Förderprozess bei der Sommerbad-Sanierung und der Pleite mit der Multihalle hätte Minden besonders vorsichtig sein lassen sollen. Haben wir wirklich eine Chance? Reicht die Zeit? Diese Fragen sollten gestellt werden. Denn zwei Mal vier Millionen Euro zu verlieren wäre mehr als ein unschönes „Déjà-vu“.

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