Kommentar zu den Corona-Maßnahmen: An der zu kurzen Leine Bisher hat die Bevölkerung die Corona-Maßnahmen zum überwiegenden Teil geduldig mitgetragen. Oft war es vorbildlich, wie tapfer die meisten sich an Maskenpflicht, Ausgangsverbote und Abstandsregeln gehalten haben. Die Querulanten waren zwar laut, aber eine Minderheit. Das droht sich zu ändern. Denn die Bundesregierung beginnt, den Bogen zu überspannen. Die Umsetzung der Impfungen in Deutschland verläuft bisher schleppend. Geht es in der Geschwindigkeit weiter, kann es lange dauern, bis die Impfungen die Situation in Deutschland grundlegend verbessern. Die Bevölkerung muss die Suppe auslöffeln – die Maßnahmen werden noch schärfer. Ja, die Lage ist angespannt, das Gesundheitssystem ist belastet, Maßnahmen müssen sein. Die Schritte aber, die Kanzlerin Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten gestern beschlossen haben, überschreiten eine Grenze. Die Bewegungsbegrenzung in Kreisen mit Inzidenzen oberhalb von 200 auf einen 15-Kilometer-Radius einzuschränken, ist ein Risiko – bei gleichzeitig vermutlich eher geringem Effekt. Auf die Menschen in der Region kommt dieser Einschnitt zu. Niemand hat etwas davon, wenn die Menschen, die schon so viel geschultert haben, nicht bei der Stange bleiben. Je kürzer die Leine, desto größer der Freiheitsdrang. Wir alle sind auf gegenseitige Solidarität angewiesen. Das Beschlossene dürfte dazu nicht beigetragen haben. Die Politik sollte den Kurs der immer härteren Maßnahmen verlassen.

Kommentar zu den Corona-Maßnahmen: An der zu kurzen Leine

Bisher hat die Bevölkerung die Corona-Maßnahmen zum überwiegenden Teil geduldig mitgetragen. Oft war es vorbildlich, wie tapfer die meisten sich an Maskenpflicht, Ausgangsverbote und Abstandsregeln gehalten haben. Die Querulanten waren zwar laut, aber eine Minderheit.

Benjamin Piel - © pr
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Das droht sich zu ändern. Denn die Bundesregierung beginnt, den Bogen zu überspannen. Die Umsetzung der Impfungen in Deutschland verläuft bisher schleppend. Geht es in der Geschwindigkeit weiter, kann es lange dauern, bis die Impfungen die Situation in Deutschland grundlegend verbessern.

Die Bevölkerung muss die Suppe auslöffeln – die Maßnahmen werden noch schärfer. Ja, die Lage ist angespannt, das Gesundheitssystem ist belastet, Maßnahmen müssen sein. Die Schritte aber, die Kanzlerin Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten gestern beschlossen haben, überschreiten eine Grenze. Die Bewegungsbegrenzung in Kreisen mit Inzidenzen oberhalb von 200 auf einen 15-Kilometer-Radius einzuschränken, ist ein Risiko – bei gleichzeitig vermutlich eher geringem Effekt. Auf die Menschen in der Region kommt dieser Einschnitt zu.

Niemand hat etwas davon, wenn die Menschen, die schon so viel geschultert haben, nicht bei der Stange bleiben. Je kürzer die Leine, desto größer der Freiheitsdrang. Wir alle sind auf gegenseitige Solidarität angewiesen. Das Beschlossene dürfte dazu nicht beigetragen haben. Die Politik sollte den Kurs der immer härteren Maßnahmen verlassen.

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