Kommentar zu ausbleibendem Schwimmunterricht: Fatale Spirale Thomas Kühlmann Schwimmen ist gerade in Deutschland ein Kulturgut, welches auf eine lange Historie zurückblickt. Dieser Tradition sah man sich deswegen lange verpflichtet. Aber schon seit einigen Jahren ist immer wieder von Badschließungen in Kommunen, größtenteils durch hohe Kosten begründet, zu lesen. Spätestens der schon lange anhaltende zweite Lockdown dürfte diesem Trend Vorschub leisten, da die Badbetreiber sich nicht nur mit enormen Ausgaben, sondern auch mit fehlenden Einnahmen konfrontiert sehen. Die Folge: Deutschland entwickelt sich immer mehr zu einem Land der Nichtschwimmer. Wie aber kann diese Spirale gestoppt werden, wenn noch mehr Bäder aufgrund von Unrentabilität schließen müssen, den Schwimmvereinen und ihren vielen ehrenamtlichen Helfern die Grundlage für ihre engagierte Arbeit entzogen wird, die das vorrangige Ziel hat, Kindern und Erwachsenen die Schwimmfähigkeit zu vermitteln? Der Lockdown setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Dabei wurden bereits nach der ersten sportlichen Auszeit entsprechende Hygienekonzepte mit viel zeitlichem Aufwand von Badbetreibern und Vereinen erstellt und konsequent umgesetzt. Eltern und Sportler verhielten sich vorbildlich, akzeptierten Einschränkungen, agierten bei kleinsten Krankheitssymptomen vorausschauend und kamen nicht zum Training, um jetzt beim zweiten Lockdown gnadenlos bestraft zu werden. Dabei haben Experimente bewiesen, dass ein Infektionsrisiko in Schwimmbädern minimal ist. Zum einen hat das gechlorte Wasser eine desinfizierende Wirkung. Zum anderen macht die hohe Luftfeuchtigkeit die Aerosole schwerer und unterbindet eher deren Ausbreitung als dass sie sie fördert. Nicht zu unterschätzen ist der soziale Aspekt. Kinder, die nicht in festen Gruppen beim Training agieren, verabreden sich anderweitig , um am sozialen Leben teilzuhaben. Damit steigt die Zahl der Kontaktpersonen und somit auch das Infektionsrisiko. Eine fatale Entwicklung.

Kommentar zu ausbleibendem Schwimmunterricht: Fatale Spirale

© Alex Lehn

Schwimmen ist gerade in Deutschland ein Kulturgut, welches auf eine lange Historie zurückblickt. Dieser Tradition sah man sich deswegen lange verpflichtet. Aber schon seit einigen Jahren ist immer wieder von Badschließungen in Kommunen, größtenteils durch hohe Kosten begründet, zu lesen. Spätestens der schon lange anhaltende zweite Lockdown dürfte diesem Trend Vorschub leisten, da die Badbetreiber sich nicht nur mit enormen Ausgaben, sondern auch mit fehlenden Einnahmen konfrontiert sehen.

Die Folge: Deutschland entwickelt sich immer mehr zu einem Land der Nichtschwimmer. Wie aber kann diese Spirale gestoppt werden, wenn noch mehr Bäder aufgrund von Unrentabilität schließen müssen, den Schwimmvereinen und ihren vielen ehrenamtlichen Helfern die Grundlage für ihre engagierte Arbeit entzogen wird, die das vorrangige Ziel hat, Kindern und Erwachsenen die Schwimmfähigkeit zu vermitteln? Der Lockdown setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Dabei wurden bereits nach der ersten sportlichen Auszeit entsprechende Hygienekonzepte mit viel zeitlichem Aufwand von Badbetreibern und Vereinen erstellt und konsequent umgesetzt. Eltern und Sportler verhielten sich vorbildlich, akzeptierten Einschränkungen, agierten bei kleinsten Krankheitssymptomen vorausschauend und kamen nicht zum Training, um jetzt beim zweiten Lockdown gnadenlos bestraft zu werden.

Dabei haben Experimente bewiesen, dass ein Infektionsrisiko in Schwimmbädern minimal ist. Zum einen hat das gechlorte Wasser eine desinfizierende Wirkung. Zum anderen macht die hohe Luftfeuchtigkeit die Aerosole schwerer und unterbindet eher deren Ausbreitung als dass sie sie fördert. Nicht zu unterschätzen ist der soziale Aspekt. Kinder, die nicht in festen Gruppen beim Training agieren, verabreden sich anderweitig , um am sozialen Leben teilzuhaben. Damit steigt die Zahl der Kontaktpersonen und somit auch das Infektionsrisiko. Eine fatale Entwicklung.

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