Kommentar zu Reichsbürger-Versammlung am Wilhelm-Denkmal: Kaiser-Mahnmal Dirk Haunhorst Das Denkmal auf dem Wittekindsberg musste schon für manche Verklärung herhalten. Etwa wenn Besucher beim Anblick der Statue den Eindruck gewinnen, Wilhelm I. segne mit gleichsam großväterlicher Gutmütigkeit das Land. Doch auf dem Sockel steht nicht der Weihnachtsmann, sondern das Abbild eines Herrschers, der seine Macht mit ausladender Geste unterstreicht – und zu Lebzeiten mehrere Kriege führte. Ein Segen für die Region und ihre Besucher ist deshalb das neue Informationszentrum, das vor zwei Jahren am Monument eingeweiht wurde und im Verbund mit dem Preußenmuseum in Minden die Kaiserzeit beschreibt und einordnet. Gleichwohl zieht das Denkmal immer wieder Gruppen an, die sich nach vordemokratischen Zeiten zurücksehnen. Am Samstag wollte eine flaggenbewehrte Reichbürger-Formation öffentlichkeitswirksam am Kaiser aufmarschieren, wurde aber nach Zeugenhinweisen von der Polizei daran gehindert. Gut so. Das Kaiser-Monument ist auch Mahnmal dafür, den öffentlichen Raum nicht denjenigen zu überlassen, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung am liebsten abschaffen würden.

Kommentar zu Reichsbürger-Versammlung am Wilhelm-Denkmal: Kaiser-Mahnmal

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Das Denkmal auf dem Wittekindsberg musste schon für manche Verklärung herhalten. Etwa wenn Besucher beim Anblick der Statue den Eindruck gewinnen, Wilhelm I. segne mit gleichsam großväterlicher Gutmütigkeit das Land. Doch auf dem Sockel steht nicht der Weihnachtsmann, sondern das Abbild eines Herrschers, der seine Macht mit ausladender Geste unterstreicht – und zu Lebzeiten mehrere Kriege führte. Ein Segen für die Region und ihre Besucher ist deshalb das neue Informationszentrum, das vor zwei Jahren am Monument eingeweiht wurde und im Verbund mit dem Preußenmuseum in Minden die Kaiserzeit beschreibt und einordnet.

Gleichwohl zieht das Denkmal immer wieder Gruppen an, die sich nach vordemokratischen Zeiten zurücksehnen. Am Samstag wollte eine flaggenbewehrte Reichbürger-Formation öffentlichkeitswirksam am Kaiser aufmarschieren, wurde aber nach Zeugenhinweisen von der Polizei daran gehindert. Gut so. Das Kaiser-Monument ist auch Mahnmal dafür, den öffentlichen Raum nicht denjenigen zu überlassen, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung am liebsten abschaffen würden.

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