Kommentar zu Corona in der Sportszene: Erst 2021 werden sich die Symptome zeigen Marcus Riechmann 2020 hat uns allen etwas abverlangt. Auch der Sport hat ungewöhnliche Monate erlebt. Vom jähen Bruch im März, der zarten Rückkehr und dem erneuten totalen Stopp im Spätherbst wurde der Sport betroffen. Zum einen spüren das alle, die gerne Sport treiben, die Training und Wettkampf lieben. Zum anderen spüren das aber auch diejenigen, die Sport ermöglichen: die Vereine. Es gab im Jahr 2020 wenig Gründe, in einen Verein einzutreten, aber reichlich Gründe, aus seinem Verein auszutreten. Sport und Gemeinschaft und damit das, was Vereinsleben ausmacht, konnten die knapp 500 Sportvereine des Mühlenkreises ihren rund 115.000 Mitgliedern kaum bieten. 2020 war eine Zeit der Leere. Das mussten auch die zahlreichen Ehrenämtler erleben, deren klassischen Aufgaben im Verein entfielen und die ihre frei gewordene Freizeit mit neuem Leben füllen mussten. Corona hat den heimischen Sport infiziert. Doch erst 2021 werden sich die Symptome zeigen. Dann werden Zahlen den Trend bestätigen. Dann, wenn der normale Betrieb hoffentlich bald wieder startet, werden die Lücken sichtbar werden: Lücken im Ehrenamt, Lücken in den Mannschaften und in den Jugendabteilungen. Wie tief das Virus in den Sport eingedrungen ist? Wie sehr sich der Sporttreibende individualisiert und vom Verein entfernt hat? Das wird sich zeigen. Aber klar ist: Die Vereine müssen sich revitalisieren, sie müssen einen Neustart schaffen. Der kann gelingen, wenn die Verantwortung übergeht. Diejenigen, die bisher selbstverständlich ihren Sport ausgeübt haben, müssen künftig dafür sorgen, dass der Rahmen steht. Junge Mitglieder müssen sich im Ehrenamt engagieren und Lücken füllen. Man darf zuversichtlich sein: Der Sportverein hat sich in den vergangenen Jahrzehnten als widerstandsfähig erwiesen und sich immer wieder erneuert. Aber zugleich ist klar: Von allein wird der Sport kaum wieder ins Rollen kommen. Wer möchte, dass auch künftig Sport im Verein möglich sein wird, wer also möchte, dass Sport im Verein lebt, der muss sich dafür einsetzen. Sport im Verein lebt von seinen Mitgliedern – das gilt 2021 mehr denn je.

Kommentar zu Corona in der Sportszene: Erst 2021 werden sich die Symptome zeigen

2020 hat uns allen etwas abverlangt. Auch der Sport hat ungewöhnliche Monate erlebt. Vom jähen Bruch im März, der zarten Rückkehr und dem erneuten totalen Stopp im Spätherbst wurde der Sport betroffen. Zum einen spüren das alle, die gerne Sport treiben, die Training und Wettkampf lieben. Zum anderen spüren das aber auch diejenigen, die Sport ermöglichen: die Vereine.

a - © Alex Lehn
a - © Alex Lehn

Es gab im Jahr 2020 wenig Gründe, in einen Verein einzutreten, aber reichlich Gründe, aus seinem Verein auszutreten. Sport und Gemeinschaft und damit das, was Vereinsleben ausmacht, konnten die knapp 500 Sportvereine des Mühlenkreises ihren rund 115.000 Mitgliedern kaum bieten. 2020 war eine Zeit der Leere. Das mussten auch die zahlreichen Ehrenämtler erleben, deren klassischen Aufgaben im Verein entfielen und die ihre frei gewordene Freizeit mit neuem Leben füllen mussten.

Corona hat den heimischen Sport infiziert. Doch erst 2021 werden sich die Symptome zeigen. Dann werden Zahlen den Trend bestätigen. Dann, wenn der normale Betrieb hoffentlich bald wieder startet, werden die Lücken sichtbar werden: Lücken im Ehrenamt, Lücken in den Mannschaften und in den Jugendabteilungen.

Wie tief das Virus in den Sport eingedrungen ist? Wie sehr sich der Sporttreibende individualisiert und vom Verein entfernt hat? Das wird sich zeigen. Aber klar ist: Die Vereine müssen sich revitalisieren, sie müssen einen Neustart schaffen. Der kann gelingen, wenn die Verantwortung übergeht. Diejenigen, die bisher selbstverständlich ihren Sport ausgeübt haben, müssen künftig dafür sorgen, dass der Rahmen steht. Junge Mitglieder müssen sich im Ehrenamt engagieren und Lücken füllen.

Man darf zuversichtlich sein: Der Sportverein hat sich in den vergangenen Jahrzehnten als widerstandsfähig erwiesen und sich immer wieder erneuert. Aber zugleich ist klar: Von allein wird der Sport kaum wieder ins Rollen kommen. Wer möchte, dass auch künftig Sport im Verein möglich sein wird, wer also möchte, dass Sport im Verein lebt, der muss sich dafür einsetzen. Sport im Verein lebt von seinen Mitgliedern – das gilt 2021 mehr denn je.

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