Kommentar zu Baumfällungen: Klare Linie fehlt Sebastian Radermacher Werden Bäume gefällt, prallen verschiedene Interessen aufeinander, was nicht selten mit Beschwerden oder gar Anzeigen endet. Dieses Problem wird am Beispiel in Häverstädt wieder einmal deutlich. Auf der einen Seite gibt es Naturliebhaber, die Streuobstwiesen, alte Bäume und blühende Sträucher als Lebensraum für Tiere erhalten wollen und sich dafür einsetzen. Auf der anderen Seite gibt es Eigentümer, die ein erworbenes Grundstück bebauen oder anderweitig gestalten möchten und Bäume dafür fällen. Ob das rechtens ist oder nicht, müssen im Zweifel die zuständigen Behörden entscheiden. Keine Frage: Alte, schützenswerte Bäume dürfen nicht einfach so der Kettensäge zum Opfer fallen. Erst recht nicht mit Blick auf die zuletzt extrem trockenen Sommer und das massive Baumsterben. Das Problem an der ganzen Sache: Es fehlen für die Bürger klar erkennbare Regeln, die deutlich machen, welche Bäume wann gefällt werden dürfen und wann nicht. Eine Baumschutzsatzung könnte für mehr Klarheit sorgen – die ist in Minden auch seit Jahren immer wieder im Gespräch, aber bislang fand sich keine politische Mehrheit dafür. So wird es weiterhin zu Interessenskonflikte kommen, in denen beide Seiten davon ausgehen, im Recht zu sein. Zielführend ist das nicht.

Kommentar zu Baumfällungen: Klare Linie fehlt

© Alex Lehn

Werden Bäume gefällt, prallen verschiedene Interessen aufeinander, was nicht selten mit Beschwerden oder gar Anzeigen endet. Dieses Problem wird am Beispiel in Häverstädt wieder einmal deutlich.

Auf der einen Seite gibt es Naturliebhaber, die Streuobstwiesen, alte Bäume und blühende Sträucher als Lebensraum für Tiere erhalten wollen und sich dafür einsetzen. Auf der anderen Seite gibt es Eigentümer, die ein erworbenes Grundstück bebauen oder anderweitig gestalten möchten und Bäume dafür fällen. Ob das rechtens ist oder nicht, müssen im Zweifel die zuständigen Behörden entscheiden.

Keine Frage: Alte, schützenswerte Bäume dürfen nicht einfach so der Kettensäge zum Opfer fallen. Erst recht nicht mit Blick auf die zuletzt extrem trockenen Sommer und das massive Baumsterben. Das Problem an der ganzen Sache: Es fehlen für die Bürger klar erkennbare Regeln, die deutlich machen, welche Bäume wann gefällt werden dürfen und wann nicht.

Eine Baumschutzsatzung könnte für mehr Klarheit sorgen – die ist in Minden auch seit Jahren immer wieder im Gespräch, aber bislang fand sich keine politische Mehrheit dafür. So wird es weiterhin zu Interessenskonflikte kommen, in denen beide Seiten davon ausgehen, im Recht zu sein. Zielführend ist das nicht.

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