Kommentar zu Abipartys in Minden zu Corona-Zeiten: legal, aber fragwürdig Thomas Lieske Vorschriften und Regeln sind das eine. Was ich daraus mache, ist das andere. Und über die Sinnhaftigkeit von Regeln und erlaubten Rahmen lässt sich besonders in Zeiten von Corona streiten. Ja, es ist (absurder Weise) erlaubt, derzeit in geschlossenen Räumen private Feiern mit bis zu 150 Personen zu veranstalten. Ohne Abstandsregeln. Ohne Maske, während wir selbige beim Einkaufen tragen müssen. Diesen vorgegebenen Spielraum der Schutzverordnung hat nun ein Abi-Jahrgang genutzt und gefeiert. Das war legal. Das heißt aber nicht, dass das auch jeder gut finden muss. Nun lässt sich streiten, ob es sinnvoll ist, diesen erlaubten Rahmen in Zeiten steigender nachgewiesener Fälle derart auszureizen. Ein Beispiel: Es ist auf Bundesstraßen erlaubt, mit 100 km/h zu fahren, wenn kein Verkehrszeichen dies einschränkt. Das gilt im Sommer auf trockener Straße genauso wie im Winter bei Eisglätte. Erlaubt sind 100 – nur wird wohl niemand auf die Idee kommen, bei Eisglätte so schnell zu fahren. Nun lässt sich Eisglätte an sich zwar schwer mit Corona vergleichen. Doch beide haben etwas gemein: Sie geben den Rahmen vor, in dem wir uns bewegen. Und wenn ich bei Eisglätte entscheide, nicht den vollen erlaubten Rahmen auszuschöpfen, dann würde nicht jeder in hoch infektiösen Zeiten den vollen Rahmen der Verordnung auszureizen. Verantwortlich ist jeder selbst. Nur: Was nützt die Straßenverkehrsordnung, wenn das Auto schrott ist? Was nützen die vorgeschriebenen Namenslisten, wenn sich Gäste mit Corona anstecken?

Kommentar zu Abipartys in Minden zu Corona-Zeiten: legal, aber fragwürdig

Vorschriften und Regeln sind das eine. Was ich daraus mache, ist das andere. Und über die Sinnhaftigkeit von Regeln und erlaubten Rahmen lässt sich besonders in Zeiten von Corona streiten. Ja, es ist (absurder Weise) erlaubt, derzeit in geschlossenen Räumen private Feiern mit bis zu 150 Personen zu veranstalten. Ohne Abstandsregeln. Ohne Maske, während wir selbige beim Einkaufen tragen müssen. Diesen vorgegebenen Spielraum der Schutzverordnung hat nun ein Abi-Jahrgang genutzt und gefeiert. Das war legal. Das heißt aber nicht, dass das auch jeder gut finden muss.

Nun lässt sich streiten, ob es sinnvoll ist, diesen erlaubten Rahmen in Zeiten steigender nachgewiesener Fälle derart auszureizen. Ein Beispiel: Es ist auf Bundesstraßen erlaubt, mit 100 km/h zu fahren, wenn kein Verkehrszeichen dies einschränkt. Das gilt im Sommer auf trockener Straße genauso wie im Winter bei Eisglätte. Erlaubt sind 100 – nur wird wohl niemand auf die Idee kommen, bei Eisglätte so schnell zu fahren.

Nun lässt sich Eisglätte an sich zwar schwer mit Corona vergleichen. Doch beide haben etwas gemein: Sie geben den Rahmen vor, in dem wir uns bewegen. Und wenn ich bei Eisglätte entscheide, nicht den vollen erlaubten Rahmen auszuschöpfen, dann würde nicht jeder in hoch infektiösen Zeiten den vollen Rahmen der Verordnung auszureizen. Verantwortlich ist jeder selbst. Nur: Was nützt die Straßenverkehrsordnung, wenn das Auto schrott ist? Was nützen die vorgeschriebenen Namenslisten, wenn sich Gäste mit Corona anstecken?

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