Glosse zum Wochenende: Radler dürfen raten Hartmut Nolte Haben Sie Frank Elstner oder Sigi Harreis gesehen? Ein Moderatoren der ehemaligen TV-Show „Die Montagsmaler“ scheint hier gewesen zu sein. Bei den Montagsmalern mussten Begriffe von Rateteams gefunden werden, die ein Teammitglied zeichnet. Sogar Sprichwörter sollten gemalt und erraten werden. Elstner oder Harreis bilden in Minden offenbar Spezialistengruppen in den Straßenverwaltungen aus. Jedenfalls die Begriffe-Zeichner. Raten sollen wohl die Verkehrsteilnehmer, insbesondere die Radfahrer. Gemalt wird an frisch erneuerten, viel befahrenen Kreuzungen. Was ziemlich schüchtern im vergangenen Jahr etappenweise bei der Kampa-Halle begann, strebt nun einem Höhepunkt zu. Die Mindener Montagsmaler im Fernsehen! Der geeignete Sendeplatz scheint mir Extra 3 zu sein. Kreuzungen, und nur Kreuzungen auszubauen scheint das derzeitige Hauptziel der Straßenplaner in Minden zu sein. Ob das vielleicht eine bislang unbekannte Folge von Corona ist? Die große Notwendigkeit erschließt sich nicht immer sofort. Bringt aber jedenfalls Umleitungen zuhauf für Autofahrer und Geschlängel auf schmalen Gassen für Radler und Fußgänger. Ich glaube aber, das ist notwendig für das geheime Ziel der MiMoMa, der Mindener Montagsmaler: Den Radfahrern eine Freude zu machen. Indem sie raten dürfen, was die in den Stadtfarben Rot und Weiß auf den frischen Asphalt im Kreuzungsbereich aufgemalten Zeichen und Flächen zu bedeuten haben. Jüngstes und sehenswertestes Beispiel ist die Kreuzung Lübbecker Straße/Schwabenring/Mindener Straße. Da wimmelt es nur so von geraden und geknickten Pfeilen, von roten Flächen mit Radsymbol an der Ampel direkt vor der Fahrbahn für die Autos. Obwohl gleich daneben – was uneingeschränkt erfreulich ist – mit gestrichelter Linie ein Radstreifen aufgemalt wurde. Hoffentlich ignorieren die Benzinkutschenlenker das weniger als bislang. Die Radler werden wohl eher wie bisher den Gehweg nutzen. Ist auf alle Fälle sicherer. Das ganz Tolle an diesem Kreuzungs-Gemälde ist eine kleine Fläche für linksabbiegende Radfahrer. Sie sollen demzufolge erst einen kurzen Schlenker nach rechts machen, um dann zu warten, bis die Massen anderer Drahteseltreiber, die geradeaus wollen, links an ihnen vorbeigezischt sind. Wer Rad und Auto fährt, muss umschalten können. Als abbiegender Autofahrer ordnet man sich links ein, der Geradeausverkehr fährt rechts vorbei. Level 2 fürs Rateteam. Das Tollste daran: von besagter Wartefläche aus kann man das Ampellicht gar nicht sehen! Ist ja auch ‘ne Ratesendung. Dass Grün ist, merkt man, wenn hinter einem ein Autofahrer hupt, der nach rechts abbiegen will. Frage: Was macht ein zweiter Abbiegeradler bei einer nur knapp quadratmetergroßen Wartezone? Ans Verkehrschaos bei Radelgruppen darf man nicht denken. Fürs Rateteam melde ich mich bestimmt nicht an, ist mir zu kompliziert. Da kommen sicher viele Zuschauer, denn das muss man gesehen haben, um es zu glauben. In dem Sinne ein schönes Wochenende.

Glosse zum Wochenende: Radler dürfen raten

Haben Sie Frank Elstner oder Sigi Harreis gesehen? Ein Moderatoren der ehemaligen TV-Show „Die Montagsmaler“ scheint hier gewesen zu sein. Bei den Montagsmalern mussten Begriffe von Rateteams gefunden werden, die ein Teammitglied zeichnet. Sogar Sprichwörter sollten gemalt und erraten werden.

Elstner oder Harreis bilden in Minden offenbar Spezialistengruppen in den Straßenverwaltungen aus. Jedenfalls die Begriffe-Zeichner. Raten sollen wohl die Verkehrsteilnehmer, insbesondere die Radfahrer. Gemalt wird an frisch erneuerten, viel befahrenen Kreuzungen. Was ziemlich schüchtern im vergangenen Jahr etappenweise bei der Kampa-Halle begann, strebt nun einem Höhepunkt zu. Die Mindener Montagsmaler im Fernsehen! Der geeignete Sendeplatz scheint mir Extra 3 zu sein.

Kreuzungen, und nur Kreuzungen auszubauen scheint das derzeitige Hauptziel der Straßenplaner in Minden zu sein. Ob das vielleicht eine bislang unbekannte Folge von Corona ist? Die große Notwendigkeit erschließt sich nicht immer sofort. Bringt aber jedenfalls Umleitungen zuhauf für Autofahrer und Geschlängel auf schmalen Gassen für Radler und Fußgänger.

Ich glaube aber, das ist notwendig für das geheime Ziel der MiMoMa, der Mindener Montagsmaler: Den Radfahrern eine Freude zu machen. Indem sie raten dürfen, was die in den Stadtfarben Rot und Weiß auf den frischen Asphalt im Kreuzungsbereich aufgemalten Zeichen und Flächen zu bedeuten haben.

Jüngstes und sehenswertestes Beispiel ist die Kreuzung Lübbecker Straße/Schwabenring/Mindener Straße. Da wimmelt es nur so von geraden und geknickten Pfeilen, von roten Flächen mit Radsymbol an der Ampel direkt vor der Fahrbahn für die Autos. Obwohl gleich daneben – was uneingeschränkt erfreulich ist – mit gestrichelter Linie ein Radstreifen aufgemalt wurde. Hoffentlich ignorieren die Benzinkutschenlenker das weniger als bislang. Die Radler werden wohl eher wie bisher den Gehweg nutzen. Ist auf alle Fälle sicherer.

Das ganz Tolle an diesem Kreuzungs-Gemälde ist eine kleine Fläche für linksabbiegende Radfahrer. Sie sollen demzufolge erst einen kurzen Schlenker nach rechts machen, um dann zu warten, bis die Massen anderer Drahteseltreiber, die geradeaus wollen, links an ihnen vorbeigezischt sind. Wer Rad und Auto fährt, muss umschalten können. Als abbiegender Autofahrer ordnet man sich links ein, der Geradeausverkehr fährt rechts vorbei. Level 2 fürs Rateteam.

Das Tollste daran: von besagter Wartefläche aus kann man das Ampellicht gar nicht sehen! Ist ja auch ‘ne Ratesendung. Dass Grün ist, merkt man, wenn hinter einem ein Autofahrer hupt, der nach rechts abbiegen will. Frage: Was macht ein zweiter Abbiegeradler bei einer nur knapp quadratmetergroßen Wartezone? Ans Verkehrschaos bei Radelgruppen darf man nicht denken. Fürs Rateteam melde ich mich bestimmt nicht an, ist mir zu kompliziert. Da kommen sicher viele Zuschauer, denn das muss man gesehen haben, um es zu glauben.

In dem Sinne ein schönes Wochenende.

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