Ein Kommentar zum Karneval: Minden nimmt Vorbildrolle ein Henning Wandel Jetzt sollte man meinen, dass der mittlerweile über Monate eingeübte - und in Westfalen ohnehin seit Generationen tief verwurzelte - Wunsch nach Abstand sich auch in den Hochburgen zumindest ansatzweise niederschlägt. Aber naja, der Rheinländer tickt halt anders. Da kann man Corona schon mal vergessen. „Et hätt noch immer jot jejange“, besagt ja auch Artikel 3 des kölschen Grundgesetzes. Gangelt 2020? Schon vergessen. Vielleicht kann Minden hier ein bisschen Nachhilfe gen Westen schicken. Denn während sich der protestantische Westfale im Kölner Karneval eher bedrängt fühlt, wird er von eben diesen Fastelovend-Profis gerne belächelt, wenn er selbst die Session eröffnet. Ist ja alles viel kleiner und leiser hier. Keine sechs Tage Straßenkarneval, keine vollen Kneipen. Und selbstverständlich steht hier auch nicht bis Aschermittwoch die Wirtschaft still. Aber mal ehrlich: Karneval hat auch in Minden eine hundertjährige Tradition – auch wenn hier nicht eine ganze Stadt auf den Beinen ist, um einmal im Jahr alle Hemmungen fallenzulassen. Aus rheinischer Perspektive mag das bieder und provinziell erscheinen. Aber das war uns schon immer egal. In diesem Jahr ist das Mindener Modell schon aus aus epidemiologischer Sicht ganz weit vorn. Vielleicht lockt das demnächst ja ein paar Karnevals-Touristen an die Weser. Das Kölner Stadtwappen hängt ja auch schon am Bahnhof.

Ein Kommentar zum Karneval: Minden nimmt Vorbildrolle ein

hwa © lehn

Jetzt sollte man meinen, dass der mittlerweile über Monate eingeübte - und in Westfalen ohnehin seit Generationen tief verwurzelte - Wunsch nach Abstand sich auch in den Hochburgen zumindest ansatzweise niederschlägt. Aber naja, der Rheinländer tickt halt anders. Da kann man Corona schon mal vergessen. „Et hätt noch immer jot jejange“, besagt ja auch Artikel 3 des kölschen Grundgesetzes. Gangelt 2020? Schon vergessen.

Vielleicht kann Minden hier ein bisschen Nachhilfe gen Westen schicken. Denn während sich der protestantische Westfale im Kölner Karneval eher bedrängt fühlt, wird er von eben diesen Fastelovend-Profis gerne belächelt, wenn er selbst die Session eröffnet. Ist ja alles viel kleiner und leiser hier. Keine sechs Tage Straßenkarneval, keine vollen Kneipen. Und selbstverständlich steht hier auch nicht bis Aschermittwoch die Wirtschaft still.

Aber mal ehrlich: Karneval hat auch in Minden eine hundertjährige Tradition – auch wenn hier nicht eine ganze Stadt auf den Beinen ist, um einmal im Jahr alle Hemmungen fallenzulassen. Aus rheinischer Perspektive mag das bieder und provinziell erscheinen. Aber das war uns schon immer egal. In diesem Jahr ist das Mindener Modell schon aus aus epidemiologischer Sicht ganz weit vorn. Vielleicht lockt das demnächst ja ein paar Karnevals-Touristen an die Weser. Das Kölner Stadtwappen hängt ja auch schon am Bahnhof.

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