Kommentar zum Thema Booster-Impfungen: Das Ende der Geduld Benjamin Piel Langmütig habe ich dem Staat, der Politik und den Akteuren vor Ort nur das Beste unterstellt. Schließlich hatte niemand den perfekten Pandemie-Plan in der Tasche. Da war Wohlwollen besser als Kritik. Doch meine Geduld ist am Ende. Die Nebel haben sich gelichtet und trotzdem irren einige Verantwortliche herum, als wären sie von Finsternis umgeben – am helllichten Tag. Im Sommer wurden in Israel Drittimpfungen verteilt. Schon damals war klar, dass Impfzentren in Deutschland wichtig bleiben würden. Stattdessen erging die Anweisung: abbauen! Und noch am Freitag sagte Minden-Lübbeckes Sozialdezernent Hans-Joerg Deicholz, ein Wiederaufbau des Impfzentrums in Unterlübbe sei kein Thema – trotz endloser Schlangen vor der Kampa-Halle. Wie kam er darauf? Und wie drei Tage später aufs Gegenteil? Vielleicht weil die Kreis-SPD Anfang der Woche einen Appell an Landrätin Bölling (CDU) richtete, mehr Impfungen zu ermöglichen. Ein politischer Lichtblick – wenigstens ein kleiner. Doch die Fragen bleiben: Warum erst jetzt? Warum so? Warum die Schlangen? Warum Menschen der Ratlosigkeit überlassen? Warum so ein Chaos, wo doch alles da war, es zu vermeiden? Und wie soll es unter diesen Umständen gelingen, 200.000 Menschen im Kreis drittzuimpfen, wenn es nicht Jahre dauern soll, nicht dauern darf? Woher die Geduld nehmen? Wie Vertrauen fassen in Staat und Behörden? Ich habe keine Antwort.

Kommentar zum Thema Booster-Impfungen: Das Ende der Geduld

Langmütig habe ich dem Staat, der Politik und den Akteuren vor Ort nur das Beste unterstellt. Schließlich hatte niemand den perfekten Pandemie-Plan in der Tasche. Da war Wohlwollen besser als Kritik. Doch meine Geduld ist am Ende. Die Nebel haben sich gelichtet und trotzdem irren einige Verantwortliche herum, als wären sie von Finsternis umgeben – am helllichten Tag.

x - © x
x - © x

Im Sommer wurden in Israel Drittimpfungen verteilt. Schon damals war klar, dass Impfzentren in Deutschland wichtig bleiben würden. Stattdessen erging die Anweisung: abbauen! Und noch am Freitag sagte Minden-Lübbeckes Sozialdezernent Hans-Joerg Deicholz, ein Wiederaufbau des Impfzentrums in Unterlübbe sei kein Thema – trotz endloser Schlangen vor der Kampa-Halle. Wie kam er darauf? Und wie drei Tage später aufs Gegenteil? Vielleicht weil die Kreis-SPD Anfang der Woche einen Appell an Landrätin Bölling (CDU) richtete, mehr Impfungen zu ermöglichen. Ein politischer Lichtblick – wenigstens ein kleiner.

Doch die Fragen bleiben: Warum erst jetzt? Warum so? Warum die Schlangen? Warum Menschen der Ratlosigkeit überlassen? Warum so ein Chaos, wo doch alles da war, es zu vermeiden? Und wie soll es unter diesen Umständen gelingen, 200.000 Menschen im Kreis drittzuimpfen, wenn es nicht Jahre dauern soll, nicht dauern darf? Woher die Geduld nehmen? Wie Vertrauen fassen in Staat und Behörden? Ich habe keine Antwort.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Meinung