Zum Auswandern zu früh geboren Betr.: Kommentar zur Altersvorsorge, MT vom 14. Oktober Die drei Säulen der Altersvorsorge werden in dem Kommentar angesprochen. Eine ist die betriebliche Altersvorsorge. Damit habe ich keine positive Erfahrung gesammelt. Es soll sich um etwa sechs Millionen Menschen handeln, die gleiche Erfahrungen gemacht haben.Mein Fazit: Wer seine Altersvorsorge plant, sollte darauf achten, auf keinen Fall eine Form zu wählen, auf die der Staat Zugriff haben kann. Er, der Staat, wird sich diesen Zugriff nehmen.1979 bin ich der Empfehlung der damaligen Volksparteien gefolgt und habe eine betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen. 2004 wurde von den gleichen Volksparteien, mit Hilfe eines rückwirkenden Gesetzes beschlossen, dass auf den Auszahlungsbetrag(!) Krankenversicherungsbeiträge zu bezahlen sind. Das ist in meinem Fall eine Reduzierung der Altersvorsorge um 18 Prozent. Der Bundesfinanzminister hat übrigens behauptet, dass es in unserem Land keine rückwirkende Gesetzgebung gebe. Der Mann muss noch dazulernen - oder ehrlich werden. Trotzdem ist er Finanzminister.Der andere Weg, sich Immobilieneigentum zuzulegen, ist auch nicht empfehlenswert. Da schlägt dann unsere Kommune zu. Sie erhöht zum Beispiel die Grundbesitzabgaben. Schließlich muss sie ja auch finanzielle Fehlplanungen ausgleichen.Es ist nicht leicht, sein Eigentum vor dem Zugriff des Staates zu schützen. Eine ganz sichere Altersvorsorge ist es, in die Politik zu gehen. Nicht Erfahrung ist notwendig, sondern Kenntnis des richtigen Weges zur Macht. Wenn dann der folgerichtig handelnde Mensch es noch fertigbringt, wie ein in OWL sehr bekannter Europaabgeordneter, von einem interessierten Unternehmen mit zusätzlichem Einkommen versorgt zu werden, dann ist die Altersvorsorge gesichert.Das ist übrigens legal. Schließlich leben wir in Deutschland, das die UN-Konvention gegen Korruption seit 2003 nicht ratifiziert hat, und es auch wohl, wie Syrien, nicht tun wird.Wer glaubt, dass ihm ein Gericht helfen kann, dann kann er dies getrost vergessen. In meinem Fall hat ein Gericht sogar festgestellt, dass meine Krankenkasse mich auf der Basis eines rechtswidrigen Bescheides schröpft. Geholfen hat es mir nicht. Die nächste Instanz hat entschieden, dass ich trotzdem zahlen muss. Der Fall ist taufrisch.Ich war glücklich Deutscher zu sein. Erstmals verspüre ich aber den Wunsch jünger zu sein. Ich würde unserem Abgeordneten meinen Pass überreichen und das Land verlassen.Rolf BiereMindenrolf.biere@web.de

Zum Auswandern zu früh geboren

Betr.: Kommentar zur Altersvorsorge, MT vom 14. Oktober

Die drei Säulen der Altersvorsorge werden in dem Kommentar angesprochen. Eine ist die betriebliche Altersvorsorge. Damit habe ich keine positive Erfahrung gesammelt. Es soll sich um etwa sechs Millionen Menschen handeln, die gleiche Erfahrungen gemacht haben.

Mein Fazit: Wer seine Altersvorsorge plant, sollte darauf achten, auf keinen Fall eine Form zu wählen, auf die der Staat Zugriff haben kann. Er, der Staat, wird sich diesen Zugriff nehmen.

1979 bin ich der Empfehlung der damaligen Volksparteien gefolgt und habe eine betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen. 2004 wurde von den gleichen Volksparteien, mit Hilfe eines rückwirkenden Gesetzes beschlossen, dass auf den Auszahlungsbetrag(!) Krankenversicherungsbeiträge zu bezahlen sind. Das ist in meinem Fall eine Reduzierung der Altersvorsorge um 18 Prozent. Der Bundesfinanzminister hat übrigens behauptet, dass es in unserem Land keine rückwirkende Gesetzgebung gebe. Der Mann muss noch dazulernen - oder ehrlich werden. Trotzdem ist er Finanzminister.

Der andere Weg, sich Immobilieneigentum zuzulegen, ist auch nicht empfehlenswert. Da schlägt dann unsere Kommune zu. Sie erhöht zum Beispiel die Grundbesitzabgaben. Schließlich muss sie ja auch finanzielle Fehlplanungen ausgleichen.

Es ist nicht leicht, sein Eigentum vor dem Zugriff des Staates zu schützen. Eine ganz sichere Altersvorsorge ist es, in die Politik zu gehen. Nicht Erfahrung ist notwendig, sondern Kenntnis des richtigen Weges zur Macht. Wenn dann der folgerichtig handelnde Mensch es noch fertigbringt, wie ein in OWL sehr bekannter Europaabgeordneter, von einem interessierten Unternehmen mit zusätzlichem Einkommen versorgt zu werden, dann ist die Altersvorsorge gesichert.

Das ist übrigens legal. Schließlich leben wir in Deutschland, das die UN-Konvention gegen Korruption seit 2003 nicht ratifiziert hat, und es auch wohl, wie Syrien, nicht tun wird.

Wer glaubt, dass ihm ein Gericht helfen kann, dann kann er dies getrost vergessen. In meinem Fall hat ein Gericht sogar festgestellt, dass meine Krankenkasse mich auf der Basis eines rechtswidrigen Bescheides schröpft. Geholfen hat es mir nicht. Die nächste Instanz hat entschieden, dass ich trotzdem zahlen muss. Der Fall ist taufrisch.

Ich war glücklich Deutscher zu sein. Erstmals verspüre ich aber den Wunsch jünger zu sein. Ich würde unserem Abgeordneten meinen Pass überreichen und das Land verlassen.

Rolf Biere

Minden

rolf.biere@web.de

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