Zeit für Lockdown im Profisport Die deutsche Handball-Nationalmannschaft erweist sich immer mehr als Corona-Hotspot. Auch im europäischen Profifußball bleibt das Virus Thema. Ich möchte vorab klarstellen, dass ich ein großer Sportfan bin, der beim Fußball und Handball gerne mitfiebert. Doch angesichts der jüngsten Entwicklungen stelle ich mir die Frage: Ist die einseitige Vorzugsbehandlung des Profisports gegenüber der Allgemeinheit noch länger hinnehmbar? Hier kann es nur eine Antwort geben: Nein, es wird allerhöchste Zeit, diesen Zustand sofort zu beenden! Gewiss, es steht eine Menge Geld auf dem Spiel und es wurden von allen Beteiligten große Anstrengungen unternommen, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Eine erneute Unterbrechung wäre aus Sicht der Vereine katastrophal, viele stünden wahrscheinlich vor dem wirtschaftlichen Aus. Aber allen Bemühungen zum Trotz: Es ist nun mal leider nicht gelungen, das Virus außen vor zu halten! So hat Handballnationaltorwart Jogi Bitter keine Erklärung dafür, wo er sich infiziert haben könnte. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn Profisportler werden ja nicht von der Außenwelt abgeschirmt, sondern dürfen nach dem Training oder Spiel wieder nach Hause, er kann sich daher irgendwo in seinem persönlichen Umfeld infiziert haben. Obendrein müssen sie nach wie vor viel reisen, was das Risiko einer Infektion zusätzlich erhöht. Und weil Handball und auch Fußball Kontaktsportarten sind, wo man mit den Mitspielern und Gegnern im wahrsten Sinne des Wortes auf Tuchfühlung ist, herrscht hier folgerichtig höchste Ansteckungsgefahr. Es ist also kein Wunder, dass die Zahl der Coronafälle in den europäischen Fußballligen immer weiter in die Höhe schnellt. Trotzdem scheint der Profisport noch immer wie eine heilige Kuh über all diesen Dingen zu stehen, obwohl er nicht systemrelevant ist. Dies dürfen unsere politisch Verantwortlichen nicht länger tolerieren, die Situation ist mittlerweile zu ernst, um sie einfach auszusitzen. Schon allein im Sinne der Gleichbehandlung. Es kann nicht sein, dass Gastronomiebetriebe und kulturelle Einrichtungen rigoros geschlossen werden, die Proficlubs aber weiterhin unbehelligt bleiben. Es ist Zeit für ein klares politisches Signal: Wird über ein Land der Lockdown verhängt, muss dies auch für die Sportler als ein Teil der Gesellschaft gelten! Thomas Hoch, Minden

Zeit für Lockdown im Profisport

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft erweist sich immer mehr als Corona-Hotspot. Auch im europäischen Profifußball bleibt das Virus Thema.

Ich möchte vorab klarstellen, dass ich ein großer Sportfan bin, der beim Fußball und Handball gerne mitfiebert. Doch angesichts der jüngsten Entwicklungen stelle ich mir die Frage: Ist die einseitige Vorzugsbehandlung des Profisports gegenüber der Allgemeinheit noch länger hinnehmbar? Hier kann es nur eine Antwort geben: Nein, es wird allerhöchste Zeit, diesen Zustand sofort zu beenden!

Gewiss, es steht eine Menge Geld auf dem Spiel und es wurden von allen Beteiligten große Anstrengungen unternommen, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Eine erneute Unterbrechung wäre aus Sicht der Vereine katastrophal, viele stünden wahrscheinlich vor dem wirtschaftlichen Aus. Aber allen Bemühungen zum Trotz: Es ist nun mal leider nicht gelungen, das Virus außen vor zu halten!

So hat Handballnationaltorwart Jogi Bitter keine Erklärung dafür, wo er sich infiziert haben könnte. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn Profisportler werden ja nicht von der Außenwelt abgeschirmt, sondern dürfen nach dem Training oder Spiel wieder nach Hause, er kann sich daher irgendwo in seinem persönlichen Umfeld infiziert haben. Obendrein müssen sie nach wie vor viel reisen, was das Risiko einer Infektion zusätzlich erhöht.

Und weil Handball und auch Fußball Kontaktsportarten sind, wo man mit den Mitspielern und Gegnern im wahrsten Sinne des Wortes auf Tuchfühlung ist, herrscht hier folgerichtig höchste Ansteckungsgefahr. Es ist also kein Wunder, dass die Zahl der Coronafälle in den europäischen Fußballligen immer weiter in die Höhe schnellt.

Trotzdem scheint der Profisport noch immer wie eine heilige Kuh über all diesen Dingen zu stehen, obwohl er nicht systemrelevant ist. Dies dürfen unsere politisch Verantwortlichen nicht länger tolerieren, die Situation ist mittlerweile zu ernst, um sie einfach auszusitzen.

Schon allein im Sinne der Gleichbehandlung. Es kann nicht sein, dass Gastronomiebetriebe und kulturelle Einrichtungen rigoros geschlossen werden, die Proficlubs aber weiterhin unbehelligt bleiben.

Es ist Zeit für ein klares politisches Signal: Wird über ein Land der Lockdown verhängt, muss dies auch für die Sportler als ein Teil der Gesellschaft gelten!

Thomas Hoch, Minden

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