Wo bleibt die Empathie? Eine Leserin schilderte in einem Leserbrief ihre Gedanken zu den sogenannten Hygiene-Demos. Sie verschafften ihr Albträume. Genau dieser polemische Leserbrief hilft uns bei der Krisenbewältigung momentan überhaupt nicht weiter, im Gegenteil: Er befeuert die aktuelle hochkochende Stimmung eher damit. Wo ist denn da die vermisste Empathie? Auf wie vielen Demos ist die Leserbriefschreiberin gewesen und hat sich mit den Menschen auseinander gesetzt? Jede Meinung hat aus einer bestimmten Perspektive ihre Berechtigung und es geht nicht um ein Entweder-Oder, sondern um ein Sowohl-als-auch! In einem Punkt gebe ich der Verfasserin recht: leider gibt es schwarze beziehungsweise braune Schafe, die auf solchen Veranstaltungen nichts verloren haben und leider das Bild friedlicher Menschen verzerren. Wie viele Leserbriefe basierend auf den genannten Albträumen hat die Leserin beispielsweise zu braunen Demos verfasst? Wäre in meinen Augen sehr viel klüger ... Dennoch sollten wir grundsätzlich froh über Menschen sein, die noch aus der Komfortzone kommen und für ihre Meinung kämpfen! Mit der Masse mitzuschwimmen und sich gedankenlos von unserer Regierung leiten zu lassen ist einfach, verlangt einer Person keinen Einsatz ab. Kommt das einseitige (Un)wissen der Leserbriefschreiberin etwa von ARD und ZDF oder ähnlichen Berichterstattern? Na dann wäre die Leserin ja in jedem Fall nicht gut informiert und gerne biete ich ihr ein Gespräch hierzu an. Wir alle müssen wieder zu einer Gesprächseben kommen, die a.) nicht persönlich verletzend sein sollte und b.) nicht inhaltslos, sondern argumentativ mit multiperspektivischer Betrachtung. Von leeren Inhalten haben wir genug und sie sind nicht zielführend. Zu dem Ausdruck „Verschwörungstheorie“, den ich inzwischen nicht mehr hören kann, da er ebenfalls völlig argumentfrei benutzt wird, frage ich: Führt nicht immer eher eine Antithese zur These in vielen Fällen zu einem wertvollen Ergebnis? Anke W.-Teuber, Minden

Wo bleibt die Empathie?

Eine Leserin schilderte in einem Leserbrief ihre Gedanken zu den sogenannten Hygiene-Demos. Sie verschafften ihr Albträume.

Genau dieser polemische Leserbrief hilft uns bei der Krisenbewältigung momentan überhaupt nicht weiter, im Gegenteil: Er befeuert die aktuelle hochkochende Stimmung eher damit. Wo ist denn da die vermisste Empathie? Auf wie vielen Demos ist die Leserbriefschreiberin gewesen und hat sich mit den Menschen auseinander gesetzt? Jede Meinung hat aus einer bestimmten Perspektive ihre Berechtigung und es geht nicht um ein Entweder-Oder, sondern um ein Sowohl-als-auch! In einem Punkt gebe ich der Verfasserin recht: leider gibt es schwarze beziehungsweise braune Schafe, die auf solchen Veranstaltungen nichts verloren haben und leider das Bild friedlicher Menschen verzerren. Wie viele Leserbriefe basierend auf den genannten Albträumen hat die Leserin beispielsweise zu braunen Demos verfasst? Wäre in meinen Augen sehr viel klüger ...

Dennoch sollten wir grundsätzlich froh über Menschen sein, die noch aus der Komfortzone kommen und für ihre Meinung kämpfen! Mit der Masse mitzuschwimmen und sich gedankenlos von unserer Regierung leiten zu lassen ist einfach, verlangt einer Person keinen Einsatz ab. Kommt das einseitige (Un)wissen der Leserbriefschreiberin etwa von ARD und ZDF oder ähnlichen Berichterstattern? Na dann wäre die Leserin ja in jedem Fall nicht gut informiert und gerne biete ich ihr ein Gespräch hierzu an.

Wir alle müssen wieder zu einer Gesprächseben kommen, die a.) nicht persönlich verletzend sein sollte und b.) nicht inhaltslos, sondern argumentativ mit multiperspektivischer Betrachtung. Von leeren Inhalten haben wir genug und sie sind nicht zielführend. Zu dem Ausdruck „Verschwörungstheorie“, den ich inzwischen nicht mehr hören kann, da er ebenfalls völlig argumentfrei benutzt wird, frage ich: Führt nicht immer eher eine Antithese zur These in vielen Fällen zu einem wertvollen Ergebnis?

Anke W.-Teuber, Minden

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