Waterloo für die Regierung Ein Leser fragt sich, warum Deutschland mit seiner Impfstrategie im internationalen Vergleich so hinterherhinkt. Europa lacht über Deutschland – endlich ist der ewige Musterschüler nicht vorne, sondern am Ende der Impfschlange. Warum? Dem amerikanischen Gesundheitssystem gelang es 131 Millionen Dosen zu verimpfen, Deutschland keine 10 Prozent. Warum haben wir das schlechteste Impf-Management in der EU? Weil unsere Politiker keine Manager sind und mutige Entscheidungen scheuen. Ihr Leitsatz: Kein Risiko eingehen - und die Länder wissen alles besser. Minister Spahn wäre in der Wirtschaft längst gefeuert worden. Eklatante Fehler bei Bestellungen von Impfstoffen, Masken, Schnell-Tests. Auch die jüngsten Beschlüsse der Koalition offenbaren eine Konzept- und Strategielosigkeit. Zu Beginn delegierte die Kanzlerin in ihrem Europawahn Impfbestellungen an die EU. Sie hätte doch wissen müssen, dass von der Leyen bereits das Verteidigungs- Ministerium im Chaos hinterlassen hat. Die Pandemie zeigt: Die Regierung hat keinen generellen Notfallplan. Wir haben keine übergreifende Digitalisierung. Wir haben Parallel-Gesellschaften wie Gesundheitsämter-Ärzteschaft-Kliniken-Pharmaindustrie-Berufspolitiker (ohne Fachwissen). Die Lösung liegt doch auf der Hand: Impfen, impfen, impfen. Und warum werden erst jetzt die Hausärzte eingeschaltet? Das Impfen nach Kohorten erfreut nur die Bürokratie. Dieses Rein-Raus mit Astrazeneca schadet der Impfbereitschaft. Warum sieht das Ausland diese Impfstoffe risikoärmer? Richtig sind Insellösungen wie in Tübingen, die Boris Palmer durchgesetzt hat. Er kennt im Gegensatz zu seiner Partei die Realität. Wir haben einen sehr innovativen Mittelstand und Industrie – aber beim Impfen sind wir in der EU Schlusslicht. Wie lange noch? Verabreichte Impfdosen pro 100 Einwohner in ausgewählten Ländern: Israel: 113, USA: 38, Großbritannien: 45, Deutschland: 13. Heinze Langer, Minden

Waterloo für die Regierung

Ein Leser fragt sich, warum Deutschland mit seiner Impfstrategie im internationalen Vergleich so hinterherhinkt.

Europa lacht über Deutschland – endlich ist der ewige Musterschüler nicht vorne, sondern am Ende der Impfschlange. Warum? Dem amerikanischen Gesundheitssystem gelang es 131 Millionen Dosen zu verimpfen, Deutschland keine 10 Prozent. Warum haben wir das schlechteste Impf-Management in der EU? Weil unsere Politiker keine Manager sind und mutige Entscheidungen scheuen. Ihr Leitsatz: Kein Risiko eingehen - und die Länder wissen alles besser. Minister Spahn wäre in der Wirtschaft längst gefeuert worden. Eklatante Fehler bei Bestellungen von Impfstoffen, Masken, Schnell-Tests. Auch die jüngsten Beschlüsse der Koalition offenbaren eine Konzept- und Strategielosigkeit.

Zu Beginn delegierte die Kanzlerin in ihrem Europawahn Impfbestellungen an die EU. Sie hätte doch wissen müssen, dass von der Leyen bereits das Verteidigungs- Ministerium im Chaos hinterlassen hat. Die Pandemie zeigt: Die Regierung hat keinen generellen Notfallplan. Wir haben keine übergreifende Digitalisierung. Wir haben Parallel-Gesellschaften wie Gesundheitsämter-Ärzteschaft-Kliniken-Pharmaindustrie-Berufspolitiker (ohne Fachwissen).

Die Lösung liegt doch auf der Hand: Impfen, impfen, impfen. Und warum werden erst jetzt die Hausärzte eingeschaltet? Das Impfen nach Kohorten erfreut nur die Bürokratie. Dieses Rein-Raus mit Astrazeneca schadet der Impfbereitschaft. Warum sieht das Ausland diese Impfstoffe risikoärmer? Richtig sind Insellösungen wie in Tübingen, die Boris Palmer durchgesetzt hat. Er kennt im Gegensatz zu seiner Partei die Realität. Wir haben einen sehr innovativen Mittelstand und Industrie – aber beim Impfen sind wir in der EU Schlusslicht. Wie lange noch?

Verabreichte Impfdosen pro 100 Einwohner in ausgewählten Ländern: Israel: 113, USA: 38, Großbritannien: 45, Deutschland: 13.

Heinze Langer, Minden

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