Waschmittelwerbung für Windenergie Vor der Windkraftanlage in Hille-Südhemmern wurde eine Blühwiese angelegt. Um positive Emotionen und Gedächtnisbilder zu Windkraftanlagen (WKA) beim Leser zu erzeugen, deren Ästhetik von vielen als Eingriff in das Landschaftsbild empfunden wird, bedient sich das MT positiv besetzter Begriffe aus der Waschmittel-Werbung: Blumenwiese, Kamille, Kornblumen, Mohn, Bienen und Hummeln sollen das negative Image vergessen machen, das Windanlagen bei 1131 Bürgerinitiativen bundesweit besitzen. Bei jährlich bis zu 50 Havarien durch Brände, Blitzeinschläge, gebrochene Rotoren und Türme sieht der TÜV in Windanlagen „tickende Zeitbomben“. Andere Zeitungen berichten nicht so blumig wie das MT über Nachteile der Windkraftanlagen. SPIEGEL, FAZ und WELT berichten über das Ergebnis einer Modellanalyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in der darauf hingewiesen wird, dass die Zahl der durch WKA in Deutschland getöteten Fluginsekten auf 5,3 Mrd. pro Tag im Sommer oder 1200 t pro Jahr betragen könne. „Es handelt sich um eine Größenordnung, die durchaus relevant für die Stabilität der gesamten Population sein könnte“ wird in einem Artikel der Welt der Autor der Studie zitiert. Dazu gehören vielleicht bald auch die Hummeln u. Bienen, die jetzt unterm Windrad am Molkereiweg verweilen. Die positive Darstellung der Windenergie im MT macht schon Sinn, steht doch die Branche seit Jahren wegen der Tötung seltener Arten unter Beschuss: in einer vierjährigen Studie in 46 Windparks wurden erschreckende Schlagopfer-Zahlen ermittelt: geschätzte 12.000 Mäusebussarde , 1.500 Rotmilane und etwa 240.000 Fledermäuse kollidieren und sterben jährlich an circa 30.000 WKA in Deutschland. Das Grüne und Klimaideologen hier eine Lese- und Wahrnehmungsschwäche entwickelt haben, ist nur zu verständlich. Vor diesem Hintergrund sehe ich den Bericht vom 11.6.20 als billige Werbung für die Windindustrie unter dem Deckmantel des Natur-/Artenschutzes. Dafür sollte sich das MT nicht weiter hergeben. Und ich als Leser kann auch auf solche Berichte verzichten. Klaus Matthies, Hille

Waschmittelwerbung für Windenergie

Vor der Windkraftanlage in Hille-Südhemmern wurde eine Blühwiese angelegt.

Um positive Emotionen und Gedächtnisbilder zu Windkraftanlagen (WKA) beim Leser zu erzeugen, deren Ästhetik von vielen als Eingriff in das Landschaftsbild empfunden wird, bedient sich das MT positiv besetzter Begriffe aus der Waschmittel-Werbung: Blumenwiese, Kamille, Kornblumen, Mohn, Bienen und Hummeln sollen das negative Image vergessen machen, das Windanlagen bei 1131 Bürgerinitiativen bundesweit besitzen. Bei jährlich bis zu 50 Havarien durch Brände, Blitzeinschläge, gebrochene Rotoren und Türme sieht der TÜV in Windanlagen „tickende Zeitbomben“.

Andere Zeitungen berichten nicht so blumig wie das MT über Nachteile der Windkraftanlagen. SPIEGEL, FAZ und WELT berichten über das Ergebnis einer Modellanalyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in der darauf hingewiesen wird, dass die Zahl der durch WKA in Deutschland getöteten Fluginsekten auf 5,3 Mrd. pro Tag im Sommer oder 1200 t pro Jahr betragen könne. „Es handelt sich um eine Größenordnung, die durchaus relevant für die Stabilität der gesamten Population sein könnte“ wird in einem Artikel der Welt der Autor der Studie zitiert. Dazu gehören vielleicht bald auch die Hummeln u. Bienen, die jetzt unterm Windrad am Molkereiweg verweilen.

Die positive Darstellung der Windenergie im MT macht schon Sinn, steht doch die Branche seit Jahren wegen der Tötung seltener Arten unter Beschuss: in einer vierjährigen Studie in 46 Windparks wurden erschreckende Schlagopfer-Zahlen ermittelt: geschätzte 12.000 Mäusebussarde , 1.500 Rotmilane und etwa 240.000 Fledermäuse kollidieren und sterben jährlich an circa 30.000 WKA in Deutschland.

Das Grüne und Klimaideologen hier eine Lese- und Wahrnehmungsschwäche entwickelt haben, ist nur zu verständlich. Vor diesem Hintergrund sehe ich den Bericht vom 11.6.20 als billige Werbung für die Windindustrie unter dem Deckmantel des Natur-/Artenschutzes. Dafür sollte sich das MT nicht weiter hergeben. Und ich als Leser kann auch auf solche Berichte verzichten.

Klaus Matthies, Hille

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Weiterlesen in Leserbriefe