Wahrheitswidrige Behauptungen Ein Leser nimmt Bezug auf einen Leserbrief vom 18. November, der sich kritisch zu der MT-Berichterstattung über eine Querdenken-Demonstration äußert, die am 7. November in Leipzig stattgefunden hat und die mit Übergriffen auf Journalisten und Polizisten endete. Die Regelungen zur Coronapandemie schränken Grundrechte zum Teil erheblich ein. Dabei wird das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Artikel 2 GG) höher bewertet als andere Grundrechte. Derartige Einschränkungen sind ausdrücklich mit dem Grundgesetz vereinbar, wenn der Wesensgehalt des Grundrechts nicht angegriffen wird. In vielen Foren werden die Einschränkungen kontrovers diskutiert, das ist gut und in einer Demokratie notwendig. Anders verhält es sich bei den Querdenken-Demonstrationen. Bei diesen Demonstrationen werden keine Argumente vertreten, es wird kein Diskurs gesucht. Hier versuchen rechte Gruppierungen mit ihren Emblemen (zum Beispiel Reichskriegsflagge) ihre Präsenz zu demonstrieren. Auf großen Schildern werden Politiker und Wissenschaftler in Sträflingskleidung gezeigt. Wie bei den Pegida-Demonstrationen steht zum Beispiel darunter „Merkel – Schuldig“ oder „Droste – Schuldig“. Das sind Hassbotschaften, die nichts mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung zu tun haben. In diesem Kontext steht der Leserbrief von Herrn Jecke. So wird wahrheitswidrig behauptet, im Artikel des MT würde Antisemitismus unterstellt. Die Corona-Pandemie wird in Frage gestellt, sie sei lediglich von Politikern ausgerufen worden. Es wird behauptet, in Leipzig demonstrierten friedlich Menschen für Frieden, Freiheit und Demokratie. Auch hier wird die Realität ignoriert. Dass Corona-Regelungen und Demonstrationsauflagen im erheblichen Maße missachtet wurden bleibt unerwähnt. Dagegen wird der linken Antifa angelastet, dass Demonstranten chaotisch und gewalttätig durch Leipzig zogen. Zum Schluss des Leserbriefes wird das MT als parteiisch und als regierungstreues Organ diffamiert. Rechten Gruppierungen missfällt die Berichterstattung der Presse, das ist nicht erst seit der „Lügenpresse“-Kampagne der Pegida bekannt. Auch die symbolische Hinrichtung eines Pressevertreters auf der Glacisbrücke am 30. Oktober 2020 zeigt das problematische Verhältnis dieser Gruppierungen zur „vierten Gewalt“. Unsere Demokratie braucht kritische Medien wie das MT. Alfons Bomholt, Minden

Wahrheitswidrige Behauptungen

Ein Leser nimmt Bezug auf einen Leserbrief vom 18. November, der sich kritisch zu der MT-Berichterstattung über eine Querdenken-Demonstration äußert, die am 7. November in Leipzig stattgefunden hat und die mit Übergriffen auf Journalisten und Polizisten endete.

Die Regelungen zur Coronapandemie schränken Grundrechte zum Teil erheblich ein. Dabei wird das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Artikel 2 GG) höher bewertet als andere Grundrechte. Derartige Einschränkungen sind ausdrücklich mit dem Grundgesetz vereinbar, wenn der Wesensgehalt des Grundrechts nicht angegriffen wird.

In vielen Foren werden die Einschränkungen kontrovers diskutiert, das ist gut und in einer Demokratie notwendig. Anders verhält es sich bei den Querdenken-Demonstrationen. Bei diesen Demonstrationen werden keine Argumente vertreten, es wird kein Diskurs gesucht. Hier versuchen rechte Gruppierungen mit ihren Emblemen (zum Beispiel Reichskriegsflagge) ihre Präsenz zu demonstrieren. Auf großen Schildern werden Politiker und Wissenschaftler in Sträflingskleidung gezeigt. Wie bei den Pegida-Demonstrationen steht zum Beispiel darunter „Merkel – Schuldig“ oder „Droste – Schuldig“. Das sind Hassbotschaften, die nichts mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung zu tun haben.

In diesem Kontext steht der Leserbrief von Herrn Jecke. So wird wahrheitswidrig behauptet, im Artikel des MT würde Antisemitismus unterstellt. Die Corona-Pandemie wird in Frage gestellt, sie sei lediglich von Politikern ausgerufen worden. Es wird behauptet, in Leipzig demonstrierten friedlich Menschen für Frieden, Freiheit und Demokratie. Auch hier wird die Realität ignoriert. Dass Corona-Regelungen und Demonstrationsauflagen im erheblichen Maße missachtet wurden bleibt unerwähnt. Dagegen wird der linken Antifa angelastet, dass Demonstranten chaotisch und gewalttätig durch Leipzig zogen.

Zum Schluss des Leserbriefes wird das MT als parteiisch und als regierungstreues Organ diffamiert.

Rechten Gruppierungen missfällt die Berichterstattung der Presse, das ist nicht erst seit der „Lügenpresse“-Kampagne der Pegida bekannt. Auch die symbolische Hinrichtung eines Pressevertreters auf der Glacisbrücke am 30. Oktober 2020 zeigt das problematische Verhältnis dieser Gruppierungen zur „vierten Gewalt“. Unsere Demokratie braucht kritische Medien wie das MT.

Alfons Bomholt, Minden

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