Von Wachstum kann hier keine Rede sein Betr.: "Umschlag in Mindener Häfen legt deutlich zu", MT vom 3. April Das MT missbraucht wieder einmal die NRW-Landesstatistik, um einen falschen Eindruck zu erwecken. Richtig ist vielmehr, dass der Umschlag insgesamt - bezogen auf das Gebiet der Mittelweser - um 3,6 Prozent in Minden (Weser) und Petershagen zusammengenommen, also der Umschlag der heimischen Weserhäfen, um 11,3 Prozent von 213000 Tonnen auf 189000 Tonnen überproportional stark zurückgegangen ist.Vor diesem Szenario des Güteraufkommens den Ausbau der Mittelweser zu propagieren, ist zunehmend schwerer zu begründen, zumal die Güterverkehrsentwicklung bereits über den Zeitraum der letzten zehn Jahre eher als rückläufig bis stagnierend denn als wachsend charakterisiert werden kann. Die Schwankungen begründen keinen Trend, sondern ergeben sich aus zufälligen Einflüssen wie Eisgang, Niedrig- und Hochwasser, Kraftwerkrevision etc. Mit 770000 Tonnen (2012) erreichen die Häfen in Minden das Niveau von 2008 mit 774000 Tonnen. Von Wachstum keine Rede.Das Statistische Bundesamt stellt von 2011 auf 2012 einen Rückgang für das Gebiet Minden (Weser und Kanal) von 1415000 Tonnen (2010) auf 957000 Tonnen (2012) fest, eine Veränderung von minus 32,4 Prozent. Ohne erkennbaren Trend auf eine Zunahme des Aufkommens einen Ausbau der Mittelweser zu fordern, dürfte auch einem Staatssekretär mit nationalökonomischer Ausbildung nicht ganz leicht fallen. Wobei Massengüter, wie Kies, Kohle, Schrott, chemische Erzeugnisse und Mineralölprodukte 80 bis 90 Prozent der transportierten Güter ausmachen. Sonstige Güter, wie Container machen weniger als 4,2 Prozent aus.Der Containerumschlag ist von 2011 auf 2012 in den NRW-Binnenhäfen um mehr als 100000 TEU (Twenty-foot Equivalent-Unit) auf zirka eine Million zurückgegangen, also ein Minus von 10,2 Prozent.In Minden beträgt der Rückgang rund vier Prozent von 18000 TEU auf 16437 TEU. Dieser Wert liegt unter dem Niveau von 2009. Der erste deutliche Rückgang seit fünf Jahren.Hans Ulrich GräfSchulbrink 13Bückeburg

Von Wachstum kann hier keine Rede sein

Betr.: "Umschlag in Mindener Häfen legt deutlich zu", MT vom 3. April

Das MT missbraucht wieder einmal die NRW-Landesstatistik, um einen falschen Eindruck zu erwecken. Richtig ist vielmehr, dass der Umschlag insgesamt - bezogen auf das Gebiet der Mittelweser - um 3,6 Prozent in Minden (Weser) und Petershagen zusammengenommen, also der Umschlag der heimischen Weserhäfen, um 11,3 Prozent von 213000 Tonnen auf 189000 Tonnen überproportional stark zurückgegangen ist.

Vor diesem Szenario des Güteraufkommens den Ausbau der Mittelweser zu propagieren, ist zunehmend schwerer zu begründen, zumal die Güterverkehrsentwicklung bereits über den Zeitraum der letzten zehn Jahre eher als rückläufig bis stagnierend denn als wachsend charakterisiert werden kann. Die Schwankungen begründen keinen Trend, sondern ergeben sich aus zufälligen Einflüssen wie Eisgang, Niedrig- und Hochwasser, Kraftwerkrevision etc. Mit 770000 Tonnen (2012) erreichen die Häfen in Minden das Niveau von 2008 mit 774000 Tonnen. Von Wachstum keine Rede.

Das Statistische Bundesamt stellt von 2011 auf 2012 einen Rückgang für das Gebiet Minden (Weser und Kanal) von 1415000 Tonnen (2010) auf 957000 Tonnen (2012) fest, eine Veränderung von minus 32,4 Prozent. Ohne erkennbaren Trend auf eine Zunahme des Aufkommens einen Ausbau der Mittelweser zu fordern, dürfte auch einem Staatssekretär mit nationalökonomischer Ausbildung nicht ganz leicht fallen. Wobei Massengüter, wie Kies, Kohle, Schrott, chemische Erzeugnisse und Mineralölprodukte 80 bis 90 Prozent der transportierten Güter ausmachen. Sonstige Güter, wie Container machen weniger als 4,2 Prozent aus.

Der Containerumschlag ist von 2011 auf 2012 in den NRW-Binnenhäfen um mehr als 100000 TEU (Twenty-foot Equivalent-Unit) auf zirka eine Million zurückgegangen, also ein Minus von 10,2 Prozent.

In Minden beträgt der Rückgang rund vier Prozent von 18000 TEU auf 16437 TEU. Dieser Wert liegt unter dem Niveau von 2009. Der erste deutliche Rückgang seit fünf Jahren.

Hans Ulrich Gräf

Schulbrink 13

Bückeburg

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