Verlogenes Vorgehen Ein Leser empfindet die Debatte zum Thema „grüner Strom“ als unehrlich. Die letzten deutschen Atomkraftwerke werden bald abgeschaltet. Mich wundert der Überbietungswettbewerb der Parteien zur schnellen Abschaltung aller Kraftwerke zur Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen. Die Sonne scheint nicht immer und der Wind weht nicht ständig. Leistungsfähige Speichermöglichkeiten gibt es (noch) nicht. In ferner Zukunft könnte die Herstellung von Wasserstoff mittels Stroms aus Wind- und Sonnenenergie eine Lösung sein. Wer garantiert die ununterbrochene Versorgung der deutschen Industrie und der privaten Haushalte? Die Stromversorger versichern, dass wir Teil des europäischen Versorgungsnetzes sind und keine Probleme bekommen, solange unsere Nachbarn genügend Strom auf konventionelle Weise produzieren. Als eines der bedeutendsten Industrieländer machen wir uns abhängig von unseren Nachbarn und lassen sie die Umwelt mittels Verbrennung fossiler Brennstoffe verschmutzen oder die von uns abgelehnte Atomkraft nutzen. Um die Versorgung unseres Landes mit Strom zu sichern, kaufen wir Strom zu, von dem wir wissen, dass er auf von uns nicht akzeptierte Weise produziert wurde. Das empfinde ich als verlogen. Der Klimawandel ist da und wir müssen alle Möglichkeiten zur Schonung der Umwelt nutzen. Der Verfasser ist sich seiner Verantwortung bewusst und hat bei kürzlich erstellten Neubauten den höchsten Standard „KfW40+“ umgesetzt. Das heißt, durch die Nutzung von Erdwärme und Solarenergie wird 60 Prozent weniger Energie benötigt als bei konventionellen Häusern und überschüssiger Strom ins Netz gegeben. Der Raubbau des Menschen an der Natur begann vor Jahrhunderten. Das kann nicht über Nacht vollständig korrigiert werden. Die Lebensgrundlage der Menschen, der soziale Friede und die nationale Unabhängigkeit bei der Energieversorgung sollte nach meiner Meinung nicht aufs Spiel gesetzt werden. Friedhelm Rose, Porta Westfalica

Verlogenes Vorgehen

Ein Leser empfindet die Debatte zum Thema „grüner Strom“ als unehrlich.

Die letzten deutschen Atomkraftwerke werden bald abgeschaltet. Mich wundert der Überbietungswettbewerb der Parteien zur schnellen Abschaltung aller Kraftwerke zur Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen. Die Sonne scheint nicht immer und der Wind weht nicht ständig. Leistungsfähige Speichermöglichkeiten gibt es (noch) nicht. In ferner Zukunft könnte die Herstellung von Wasserstoff mittels Stroms aus Wind- und Sonnenenergie eine Lösung sein. Wer garantiert die ununterbrochene Versorgung der deutschen Industrie und der privaten Haushalte? Die Stromversorger versichern, dass wir Teil des europäischen Versorgungsnetzes sind und keine Probleme bekommen, solange unsere Nachbarn genügend Strom auf konventionelle Weise produzieren.

Als eines der bedeutendsten Industrieländer machen wir uns abhängig von unseren Nachbarn und lassen sie die Umwelt mittels Verbrennung fossiler Brennstoffe verschmutzen oder die von uns abgelehnte Atomkraft nutzen. Um die Versorgung unseres Landes mit Strom zu sichern, kaufen wir Strom zu, von dem wir wissen, dass er auf von uns nicht akzeptierte Weise produziert wurde. Das empfinde ich als verlogen.

Der Klimawandel ist da und wir müssen alle Möglichkeiten zur Schonung der Umwelt nutzen. Der Verfasser ist sich seiner Verantwortung bewusst und hat bei kürzlich erstellten Neubauten den höchsten Standard „KfW40+“ umgesetzt. Das heißt, durch die Nutzung von Erdwärme und Solarenergie wird 60 Prozent weniger Energie benötigt als bei konventionellen Häusern und überschüssiger Strom ins Netz gegeben.

Der Raubbau des Menschen an der Natur begann vor Jahrhunderten. Das kann nicht über Nacht vollständig korrigiert werden. Die Lebensgrundlage der Menschen, der soziale Friede und die nationale Unabhängigkeit bei der Energieversorgung sollte nach meiner Meinung nicht aufs Spiel gesetzt werden.

Friedhelm Rose, Porta Westfalica

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