Unnötige Sicherungen Die Stadt Petershagen hatte vor dem Bahnübergang Auf dem Brame Poller aufgestellt und Rüttelschweller aufgebracht, die die Autofahrer zum langsamen Fahren zwingen. Nun haben Unbekannte die Poller entfernt – offenbar, um an den Schwellen vorbeizufahren. Eine Eisenbahnstrecke mit unbeschrankten Bahnübergängen ist wie eine Vorfahrtsstraße mit Geschwindigkeitsbeschränkung auf 80 Stundenkilometer. Warum eine solche Strecke besonders gesichert werden muss, ist absolut unverständlich. Analysiert man Verkehrsunfälle, über die das MT berichtet, dann handelt es sich um Auffahrunfälle, kein Abwarten des Gegenverkehrs beim Linksabbiegen oder Nichtbeachten der Vorfahrt beim Einfahren auf Vorfahrtsstraßen, denen eine Bahnlinie mit unbeschrankten Übergängen entspricht, vor denen jedoch jeder Zug noch durch Pfeifen sein Kommen ankündigt. Sie basieren auf Unaufmerksamkeit, falsches Einschätzen der Situation oder Eile. Natürlich kommt auch Rücksichtslosigkeit dazu. Wenn man nun eine teure Sicherung an Bahnübergängen verlangt, müsste man sie auch vor allen Vorfahrtsstraßen anbringen, sie auch mit Rüttelschwellen sichern. Auch müssten Sichtdreiecke wie an den Bahnlinien hergestellt werden. Warum nun ständig Forderungen nach besonderer Sicherung von Bahnübergängen erhoben werden und sie auch noch von Politikern und den Medien unterstützt werden, wäre eine wissenschaftliche Untersuchung mit Doktorarbeit wert. Jedenfalls entstünden beim Sicheren von Bahnübergängen ungeheure Kosten, die entweder von den Reisenden oder den Steuerzahlern aufzubringen wären. Wenn an einem Bahnübergang jemand verunglückt, kann nur Unaufmerksamkeit die Ursache sein. Rückblickend ist festzustellen, dass immer öfter andere, in erster Linie der Öffentliche Dienst, dank Richtersprüchen verantwortlich gemacht werden, wenn jemandem etwas passiert ist. Die Folge sind Abbau von „gefährlichen“ Objekten (Brunnen am Weser Tor) oder Ausbau von teuren Schutzmaßnahmen (Erhöhen von Brückengeländer um circa 15 Zentimeter). Auch der übertriebene Brandschutz ist dazuzurechnen. Unser Leben wird massiv eingeschränkt, und unser Nachwuchs lernt nicht mehr, mit Gefahren umzugehen! Eine Persönlichkeit sagte zu diesem Gebaren, dass man eigentlich das gefährliche Autofahren verbieten müsse. Udo Knau, Minden

Unnötige Sicherungen

Die Stadt Petershagen hatte vor dem Bahnübergang Auf dem Brame Poller aufgestellt und Rüttelschweller aufgebracht, die die Autofahrer zum langsamen Fahren zwingen. Nun haben Unbekannte die Poller entfernt – offenbar, um an den Schwellen vorbeizufahren.

Eine Eisenbahnstrecke mit unbeschrankten Bahnübergängen ist wie eine Vorfahrtsstraße mit Geschwindigkeitsbeschränkung auf 80 Stundenkilometer. Warum eine solche Strecke besonders gesichert werden muss, ist absolut unverständlich.

Analysiert man Verkehrsunfälle, über die das MT berichtet, dann handelt es sich um Auffahrunfälle, kein Abwarten des Gegenverkehrs beim Linksabbiegen oder Nichtbeachten der Vorfahrt beim Einfahren auf Vorfahrtsstraßen, denen eine Bahnlinie mit unbeschrankten Übergängen entspricht, vor denen jedoch jeder Zug noch durch Pfeifen sein Kommen ankündigt. Sie basieren auf Unaufmerksamkeit, falsches Einschätzen der Situation oder Eile. Natürlich kommt auch Rücksichtslosigkeit dazu. Wenn man nun eine teure Sicherung an Bahnübergängen verlangt, müsste man sie auch vor allen Vorfahrtsstraßen anbringen, sie auch mit Rüttelschwellen sichern. Auch müssten Sichtdreiecke wie an den Bahnlinien hergestellt werden.

Warum nun ständig Forderungen nach besonderer Sicherung von Bahnübergängen erhoben werden und sie auch noch von Politikern und den Medien unterstützt werden, wäre eine wissenschaftliche Untersuchung mit Doktorarbeit wert. Jedenfalls entstünden beim Sicheren von Bahnübergängen ungeheure Kosten, die entweder von den Reisenden oder den Steuerzahlern aufzubringen wären. Wenn an einem Bahnübergang jemand verunglückt, kann nur Unaufmerksamkeit die Ursache sein.

Rückblickend ist festzustellen, dass immer öfter andere, in erster Linie der Öffentliche Dienst, dank Richtersprüchen verantwortlich gemacht werden, wenn jemandem etwas passiert ist. Die Folge sind Abbau von „gefährlichen“ Objekten (Brunnen am Weser Tor) oder Ausbau von teuren Schutzmaßnahmen (Erhöhen von Brückengeländer um circa 15 Zentimeter). Auch der übertriebene Brandschutz ist dazuzurechnen. Unser Leben wird massiv eingeschränkt, und unser Nachwuchs lernt nicht mehr, mit Gefahren umzugehen! Eine Persönlichkeit sagte zu diesem Gebaren, dass man eigentlich das gefährliche Autofahren verbieten müsse.

Udo Knau, Minden

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