Undemokratisches Vorgehen Menschen, die sich selbst als „Spaziergänger" bezeichneten, sind bis vor das Privathaus der Minden-Lübbecker Landrätin Anna Bölling (CDU) gezogen. Die selbst ernannten Querdenker sprechen sich gegen die Corona-Schutzmaßnahmen und eine möglicherweise geplante Impfpflicht aus. Am 6. Januar 2022 jährte sich die Erstürmung des Capitols in Washington. Diese Aktion wird zurecht als einer der größten Angriffe auf die Demokratie der USA bewertet. Wenige Monate zuvor am 29. August 2020 versuchten Corona-Skeptiker, Reichsbürger und Rechtsradikale den Reichstag in Berlin zu stürmen. Offensichtlich sieht das rechtsradikale Milieu die Auseinandersetzung um Corona-Maßnahmen als ideale Möglichkeit, ihr demokratieverachtendes Gedankengut in die Mitte der Gesellschaft zu tragen. In diesem Zusammenhang muss auch der Versuch angesehen werden, die Wohnung der Landrätin Bölling aufzusuchen. Dieser verharmlosend als „Spaziergang“ dargestellte Vorgang ist nichts anderes als der Versuch, die demokratische Repräsentantin des Kreises persönlich anzugreifen. Es ist insoweit ein gezielter Angriff auf unser demokratisches System. Sowohl beim Sturm auf Reichstag als auch bei der Aktion in Minden war die AfD dabei. Die „Spaziergänger/Corona-Querdenker“ versuchen den Eindruck zu erwecken, dass die Corona-Maßnahmen die Gesellschaft spalten. Aber das ist falsch. Es gibt eine Bevölkerungsgruppe, die sich nicht impfen lassen will, die andere Maßnahmen wie eine Durchseuchung für sinnvoller hält. Ein derartiges Vorgehen statt der derzeit praktizierten Maßnahmen zu fordern ist in einer Demokratie legitim. Aber darum geht es bei den Demonstrationen schon lange nicht mehr. Rechtsradikale und die AfD nutzen die Corona-Demonstrationen als Deckmantel, um gegen unseren Staat, gegen Demokratie und Rechtsstaat zu agieren. Nicht die Corona-Maßnahmen spalten die Gesellschaft, sondern Rechtsradikale und die AfD, die sich durch eine Spaltung einen größeren Zulauf erhoffen. Es ist zu wünschen, dass sich die echten Kritiker der Corona-Maßnahmen zu Demokratie und Rechtsstaat bekennen und nicht weiter von den rechten Kräften instrumentalisieren lassen. Alfons Bomholt, Minden

Undemokratisches Vorgehen

Menschen, die sich selbst als „Spaziergänger" bezeichneten, sind bis vor das Privathaus der Minden-Lübbecker Landrätin Anna Bölling (CDU) gezogen. Die selbst ernannten Querdenker sprechen sich gegen die Corona-Schutzmaßnahmen und eine möglicherweise geplante Impfpflicht aus.

Am 6. Januar 2022 jährte sich die Erstürmung des Capitols in Washington. Diese Aktion wird zurecht als einer der größten Angriffe auf die Demokratie der USA bewertet. Wenige Monate zuvor am 29. August 2020 versuchten Corona-Skeptiker, Reichsbürger und Rechtsradikale den Reichstag in Berlin zu stürmen. Offensichtlich sieht das rechtsradikale Milieu die Auseinandersetzung um Corona-Maßnahmen als ideale Möglichkeit, ihr demokratieverachtendes Gedankengut in die Mitte der Gesellschaft zu tragen.

In diesem Zusammenhang muss auch der Versuch angesehen werden, die Wohnung der Landrätin Bölling aufzusuchen. Dieser verharmlosend als „Spaziergang“ dargestellte Vorgang ist nichts anderes als der Versuch, die demokratische Repräsentantin des Kreises persönlich anzugreifen. Es ist insoweit ein gezielter Angriff auf unser demokratisches System. Sowohl beim Sturm auf Reichstag als auch bei der Aktion in Minden war die AfD dabei.

Die „Spaziergänger/Corona-Querdenker“ versuchen den Eindruck zu erwecken, dass die Corona-Maßnahmen die Gesellschaft spalten. Aber das ist falsch. Es gibt eine Bevölkerungsgruppe, die sich nicht impfen lassen will, die andere Maßnahmen wie eine Durchseuchung für sinnvoller hält. Ein derartiges Vorgehen statt der derzeit praktizierten Maßnahmen zu fordern ist in einer Demokratie legitim. Aber darum geht es bei den Demonstrationen schon lange nicht mehr. Rechtsradikale und die AfD nutzen die Corona-Demonstrationen als Deckmantel, um gegen unseren Staat, gegen Demokratie und Rechtsstaat zu agieren. Nicht die Corona-Maßnahmen spalten die Gesellschaft, sondern Rechtsradikale und die AfD, die sich durch eine Spaltung einen größeren Zulauf erhoffen.

Es ist zu wünschen, dass sich die echten Kritiker der Corona-Maßnahmen zu Demokratie und Rechtsstaat bekennen und nicht weiter von den rechten Kräften instrumentalisieren lassen.

Alfons Bomholt, Minden

Copyright © Mindener Tageblatt 2022
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Leserbriefe