Unausgewogene Berichterstattung Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in der Ukraine an die deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg erinnert und zu einem intensiveren Gedenken aufgerufen. Bei solchen Nachrichten frage ich mich immer, wie ein Kulturvolk wie wir Deutsche solche Verbrechen begehen konnte. Gleichzeitig ist zu fragen, warum in der Regel Verbrechen anderer Staaten ausgeklammert werden. In der Ukraine hat Stalin Anfang der 30er-Jahre rund 10 Millionen Ukrainer verhungern lassen, weil sie nicht in Kolchosen kollektiviert werden wollten. Er nahm ihnen alle Nahrungsvorräte weg. Bei den Kämpfen um die Machtübernahme nach dem 1. Weltkrieg hat er mit seinen Schergen in der ganzen Sowjetunion gewütet und Millionen eigener Leute umgebracht, später auch in seiner Armee (Arte, 14. September, „Die Rote Armee“). Zu nennen ist hier auch der Mord an Tausenden polnischen Offizieren in Katyn 1940 im Auftrag Stalins, den man uns Deutschen zunächst anlasten wollte. Die Familie einer guten Bekannten lebte in Weißrussland. Sie berichtete, dass ihr Vater 1938 von Stalins Schergen abgeholt worden ist und sie nichts mehr von ihm gehört habe. Sie und ihre Mutter flüchteten mit den deutschen Truppen nach Westen. Obwohl diese Verbrechen bekannt waren, haben die noch neutralen USA in einem Leih- und Pachtabkommen die Sowjetunion seit 1941 massiv mit Waren im Wert von 11 Billionen Dollar unterstützt, (Kriegseintritt nach Pearl Harbor am 7. Dezember 1941). Davon haben die UdSSR nie etwas zurückgezahlt! Ist es nicht verwunderlich, dass demokratische Staaten mit solchen Diktaturen gemeinsame Sache machen? Es gilt eben die Devise: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Roosevelt nannte Stalin für seine Bevölkerung verniedlichend sogar „Uncle Joe“. Wenn nun Whistleblower auf Kriegsverbrechen der USA hinweisen, werden sie verfolgt. Siehe das Schicksal Julian Assange, der seit Jahren in London in Isolationshaft gehalten wird. Wo sind die westlichen demokratischen Regierungen, die sich für ihn einsetzen? Stattdessen machen sie auf Nawalny aufmerksam, der zu Haftstrafen verurteilt worden ist. Udo Knau, Minden

Unausgewogene Berichterstattung

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in der Ukraine an die deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg erinnert und zu einem intensiveren Gedenken aufgerufen.

Bei solchen Nachrichten frage ich mich immer, wie ein Kulturvolk wie wir Deutsche solche Verbrechen begehen konnte. Gleichzeitig ist zu fragen, warum in der Regel Verbrechen anderer Staaten ausgeklammert werden.

In der Ukraine hat Stalin Anfang der 30er-Jahre rund 10 Millionen Ukrainer verhungern lassen, weil sie nicht in Kolchosen kollektiviert werden wollten. Er nahm ihnen alle Nahrungsvorräte weg. Bei den Kämpfen um die Machtübernahme nach dem 1. Weltkrieg hat er mit seinen Schergen in der ganzen Sowjetunion gewütet und Millionen eigener Leute umgebracht, später auch in seiner Armee (Arte, 14. September, „Die Rote Armee“). Zu nennen ist hier auch der Mord an Tausenden polnischen Offizieren in Katyn 1940 im Auftrag Stalins, den man uns Deutschen zunächst anlasten wollte. Die Familie einer guten Bekannten lebte in Weißrussland. Sie berichtete, dass ihr Vater 1938 von Stalins Schergen abgeholt worden ist und sie nichts mehr von ihm gehört habe. Sie und ihre Mutter flüchteten mit den deutschen Truppen nach Westen.

Obwohl diese Verbrechen bekannt waren, haben die noch neutralen USA in einem Leih- und Pachtabkommen die Sowjetunion seit 1941 massiv mit Waren im Wert von 11 Billionen Dollar unterstützt, (Kriegseintritt nach Pearl Harbor am 7. Dezember 1941). Davon haben die UdSSR nie etwas zurückgezahlt! Ist es nicht verwunderlich, dass demokratische Staaten mit solchen Diktaturen gemeinsame Sache machen? Es gilt eben die Devise: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Roosevelt nannte Stalin für seine Bevölkerung verniedlichend sogar „Uncle Joe“.

Wenn nun Whistleblower auf Kriegsverbrechen der USA hinweisen, werden sie verfolgt. Siehe das Schicksal Julian Assange, der seit Jahren in London in Isolationshaft gehalten wird. Wo sind die westlichen demokratischen Regierungen, die sich für ihn einsetzen? Stattdessen machen sie auf Nawalny aufmerksam, der zu Haftstrafen verurteilt worden ist.

Udo Knau, Minden

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