Überzeugen statt stigmatisieren Ein Leser befürwortet die Aktion Dutzender Schauspielerinnen und Schauspieler, die in einer umstrittenen Aktion unter dem Hashtag #allesdichtmachen die Corona-Politik der Bundesregierung kritisiert haben. Mit vielen intelligenten und meinungsoffenen Menschen habe ich mich für ein paar Stunden an den Videos der 53 Schauspieler freuen dürfen, bis die derzeit allgegenwärtige Meinungspolizei dafür sorgte, dass die ersten Künstler einknickten unter der Last mit rechten Sympathisanten in Verbindung gebracht zu werden. Das also ist die derzeitige Diskussionskultur in Deutschland? Im Ernst? Ein Desaster! Künstler, die in ihrer Berufsausübung massiv eingeschränkt sind, machen ihren Job und verfassen intellektuell hochwertige Spots und werden postwendend dafür attackiert. Was hindert denn die Kolumnisten der deutschen Presselandschaft daran, ihre abweichenden Standpunkte mit Argumenten zu vertreten, anstatt die Moralkeule zu schwingen. Wolfgang Kubicki schrieb in seinem Buch „Meinungsunfreiheit“ dazu: „…der Einsatz von Moral ist in der Regel der letzte verzweifelte Versuch die Hoheit über ein Gespräch zu gewinnen.“ Für mich persönlich ist diese Aktion eine lange erwartete und teilweise grandios kreative Reaktion der intellektuellen Intelligenz unseres Landes. Wer diese Beiträge nicht versteht, soll sie auch nicht kommentieren. Wer sich aber zu Kommentaren aufschwingt, der sollte dies angemessener tun, als ich das gestern und heute lesen durfte. Andreas Rosenfelder sticht mit seiner Kommentierung in der Welt für mein Dafürhalten positiv heraus, als er unter anderem schrieb: „Dass sich die deutsche Meinungsblase über ein Projekt von fünfzig Schauspielern mehr echauffiert als über ein Gesetz, dass Menschen in ihren Häusern einsperrt und Kindern das Recht auf Schule verwehrt, spricht für sich.“ In diesem Sinne: Jeder darf seine Meinung haben, äußern und angemessenen Umgang mit seinen Meinungsäußerungen erwarten. Das gilt auch für Querdenker. Die müssen wir endlich mal anfangen mit Argumenten zu überzeugen, anstatt sie nur zu stigmatisieren. Oder gibt es außer moralischen Argumenten etwa zu wenig stichhaltige Fakten? Ralf Biere, Minden

Überzeugen statt stigmatisieren

Ein Leser befürwortet die Aktion Dutzender Schauspielerinnen und Schauspieler, die in einer umstrittenen Aktion unter dem Hashtag #allesdichtmachen die Corona-Politik der Bundesregierung kritisiert haben.

Mit vielen intelligenten und meinungsoffenen Menschen habe ich mich für ein paar Stunden an den Videos der 53 Schauspieler freuen dürfen, bis die derzeit allgegenwärtige Meinungspolizei dafür sorgte, dass die ersten Künstler einknickten unter der Last mit rechten Sympathisanten in Verbindung gebracht zu werden. Das also ist die derzeitige Diskussionskultur in Deutschland? Im Ernst? Ein Desaster!

Künstler, die in ihrer Berufsausübung massiv eingeschränkt sind, machen ihren Job und verfassen intellektuell hochwertige Spots und werden postwendend dafür attackiert. Was hindert denn die Kolumnisten der deutschen Presselandschaft daran, ihre abweichenden Standpunkte mit Argumenten zu vertreten, anstatt die Moralkeule zu schwingen. Wolfgang Kubicki schrieb in seinem Buch „Meinungsunfreiheit“ dazu: „…der Einsatz von Moral ist in der Regel der letzte verzweifelte Versuch die Hoheit über ein Gespräch zu gewinnen.“ Für mich persönlich ist diese Aktion eine lange erwartete und teilweise grandios kreative Reaktion der intellektuellen Intelligenz unseres Landes. Wer diese Beiträge nicht versteht, soll sie auch nicht kommentieren. Wer sich aber zu Kommentaren aufschwingt, der sollte dies angemessener tun, als ich das gestern und heute lesen durfte.

Andreas Rosenfelder sticht mit seiner Kommentierung in der Welt für mein Dafürhalten positiv heraus, als er unter anderem schrieb: „Dass sich die deutsche Meinungsblase über ein Projekt von fünfzig Schauspielern mehr echauffiert als über ein Gesetz, dass Menschen in ihren Häusern einsperrt und Kindern das Recht auf Schule verwehrt, spricht für sich.“ In diesem Sinne: Jeder darf seine Meinung haben, äußern und angemessenen Umgang mit seinen Meinungsäußerungen erwarten. Das gilt auch für Querdenker. Die müssen wir endlich mal anfangen mit Argumenten zu überzeugen, anstatt sie nur zu stigmatisieren. Oder gibt es außer moralischen Argumenten etwa zu wenig stichhaltige Fakten?

Ralf Biere, Minden

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