Überleben nur durch Zugeständnisse möglich Die aktualisierte Rote Liste zeigt, dass ein Drittel der Säugetierarten in Deutschland im Bestand gefährdet ist. Wir haben seit zwei Jahren unseren Garten naturnah umgestaltet, das heisst mehr Blühflächen/Blumenwiese, an einigen Stellen auch kontrollierten Krautwildwuchs, was uns erfreut und jedes Jahr mehr Insekten und Schmetterlinge anzieht. Vielleicht war das dafür dann auch im zeitigen Frühjahr der Grund für ein besonderes Ereignis: Ein Hasenpärchen inspizierte unseren Garten, ließ sich auch von neugierigen Blicken nicht stören und blieb eine ganze Weile. Wie sich herausstellte, hatten wir etwas später Hasennachwuchs, der sich manchmal - wenn auch nur sehr verschreckt - in einigen Ecken sehen ließ. Drei kleine Junghasen, wohlgemerkt keine Kaninchen, die wir nun ungestört wachsen sehen konnten und die den Garten ausgiebig nutzten und sich hier wohl fühlten. Am meisten hat uns aber erstaunt, dass die Häsin jeden Abend bei Anbruch der Dunkelheit kam um ihren Nachwuchs zu säugen, anschließend verschwand sie dann wieder, und jeden Abend warteten die Jungen an derselben Stelle auf sie. In Zeiten von Corona war das für uns ein besonderes Erlebnis. Was auch darauf hinweist, wie sehr Tiere die Nähe des Menschen suchen, da ihr normaler Lebensraum sehr eingeschränkt wurde. Die Hasenjungen blieben noch eine ganze Zeit in unserem Garten; bis sie dann immer öfter Streifzüge in die Umgebung machten. Abends kamen sie aber noch häufig zurück, um ihre gewohnten Schlafplätze einzunehmen. Einer von ihnen ist allerdings geblieben, häufig in den Nachbargärten unterwegs aber immer noch mit dem Schutz des Schlafplatzes bei uns. Das hat uns sehr nachdenklich gemacht: Die Achtung vor Tieren, die sich nur durch Zugeständnisse ein Überleben sichern können. Rosemarie Franke, Minden

Überleben nur durch Zugeständnisse möglich

Die aktualisierte Rote Liste zeigt, dass ein Drittel der Säugetierarten in Deutschland im Bestand gefährdet ist.

Wir haben seit zwei Jahren unseren Garten naturnah umgestaltet, das heisst mehr Blühflächen/Blumenwiese, an einigen Stellen auch kontrollierten Krautwildwuchs, was uns erfreut und jedes Jahr mehr Insekten und Schmetterlinge anzieht.

Vielleicht war das dafür dann auch im zeitigen Frühjahr der Grund für ein besonderes Ereignis: Ein Hasenpärchen inspizierte unseren Garten, ließ sich auch von neugierigen Blicken nicht stören und blieb eine ganze Weile. Wie sich herausstellte, hatten wir etwas später Hasennachwuchs, der sich manchmal - wenn auch nur sehr verschreckt - in einigen Ecken sehen ließ. Drei kleine Junghasen, wohlgemerkt keine Kaninchen, die wir nun ungestört wachsen sehen konnten und die den Garten ausgiebig nutzten und sich hier wohl fühlten. Am meisten hat uns aber erstaunt, dass die Häsin jeden Abend bei Anbruch der Dunkelheit kam um ihren Nachwuchs zu säugen, anschließend verschwand sie dann wieder, und jeden Abend warteten die Jungen an derselben Stelle auf sie.

In Zeiten von Corona war das für uns ein besonderes Erlebnis. Was auch darauf hinweist, wie sehr Tiere die Nähe des Menschen suchen, da ihr normaler Lebensraum sehr eingeschränkt wurde. Die Hasenjungen blieben noch eine ganze Zeit in unserem Garten; bis sie dann immer öfter Streifzüge in die Umgebung machten. Abends kamen sie aber noch häufig zurück, um ihre gewohnten Schlafplätze einzunehmen. Einer von ihnen ist allerdings geblieben, häufig in den Nachbargärten unterwegs aber immer noch mit dem Schutz des Schlafplatzes bei uns.

Das hat uns sehr nachdenklich gemacht: Die Achtung vor Tieren, die sich nur durch Zugeständnisse ein Überleben sichern können.

Rosemarie Franke, Minden

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