Tieren mehr Respekt entgegenbringen In einem Leserbrief schrieb dessen Verfasserin unter anderem darüber, dass nach einem Großbrand in einem Schweinestall in Rahden, bei dem 750 Tiere getötet wurden, lediglich von Sachschäden die Rede gewesen, nicht vom Leid der Tiere. Danke für diesen Lesebrief im MT vom 8. Januar. Da ist er wieder, der Speziesismus… Auch mir ist der Artikel von 750 verbrannten Tieren irgendwo rechts unten ins Auge gesprungen - lapidar wird in journalistischer Neutralität von einem Sachschaden berichtet, wie meistens in diesen Fällen. Tiere sind nicht nur in unserem Kulturkreis Sachen, Sportgerät, Kindersatz oder, wenn es ganz schlecht läuft, eine zum Verzehr vorgesehene mehrfach entwürdigte Kreatur durch Haltung, Transport und Schlachtung. Vor zwei Jahren ging ein Aufschrei des Entsetzens durch Bevölkerung und Medien - durch menschliches Fehlverhalten und Unachtsamkeit starben etliche eingesperrte der Spezies Mensch sehr nahe stehenden Hominide durch Feuer. Dieser Vorfall hatte in der öffentlichen Wahrnehmung eine andere Qualität - hatten die Tiere doch Namen und sehen uns so ähnlich! Blumen wurden niedergelegt und Porträt-Serien erschienen in zumindest einer ernst zu nehmenden Wochenzeitschrift. Große Betroffenheit war zu vernehmen. Solange und weil die Wertigkeit des Lebens anderer Zeitgenossen - tierischer und menschlicher Herkunft, bekanntlich auch Säugetier - in ökonomische Zwänge gequetscht wird, dürfte diese Art Berichterstattung den ein oder anderen differenzierten Leser nicht gleichgültig lassen. Ute Höfer-Knappe, Minden

Tieren mehr Respekt entgegenbringen

In einem Leserbrief schrieb dessen Verfasserin unter anderem darüber, dass nach einem Großbrand in einem Schweinestall in Rahden, bei dem 750 Tiere getötet wurden, lediglich von Sachschäden die Rede gewesen, nicht vom Leid der Tiere.

Danke für diesen Lesebrief im MT vom 8. Januar. Da ist er wieder, der Speziesismus… Auch mir ist der Artikel von 750 verbrannten Tieren irgendwo rechts unten ins Auge gesprungen - lapidar wird in journalistischer Neutralität von einem Sachschaden berichtet, wie meistens in diesen Fällen. Tiere sind nicht nur in unserem Kulturkreis Sachen, Sportgerät, Kindersatz oder, wenn es ganz schlecht läuft, eine zum Verzehr vorgesehene mehrfach entwürdigte Kreatur durch Haltung, Transport und Schlachtung.

Vor zwei Jahren ging ein Aufschrei des Entsetzens durch Bevölkerung und Medien - durch menschliches Fehlverhalten und Unachtsamkeit starben etliche eingesperrte der Spezies Mensch sehr nahe stehenden Hominide durch Feuer. Dieser Vorfall hatte in der öffentlichen Wahrnehmung eine andere Qualität - hatten die Tiere doch Namen und sehen uns so ähnlich! Blumen wurden niedergelegt und Porträt-Serien erschienen in zumindest einer ernst zu nehmenden Wochenzeitschrift. Große Betroffenheit war zu vernehmen.

Solange und weil die Wertigkeit des Lebens anderer Zeitgenossen - tierischer und menschlicher Herkunft, bekanntlich auch Säugetier - in ökonomische Zwänge gequetscht wird, dürfte diese Art Berichterstattung den ein oder anderen differenzierten Leser nicht gleichgültig lassen.

Ute Höfer-Knappe, Minden

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