Teure Entscheidung Der Mindener Ausschuss für Städtebau entschied mit Mehrheit, dass die Firma Bautec in den kommenden zwölf Monaten ihre Pläne für das Rampenloch weiter verfeinern soll. Dann soll der Hauptausschuss entscheiden, ob die Stadt das Areal an Bautec verkauft, damit hier Wohnraum entstehen kann. Wieder einmal gibt es in der Mindener Politik Ungereimtheiten, dieses Mal zum Erwerb des ehemaligen Rampenlochs. Natürlich möchte der Verkäufer nicht erwähnt werden, unstrittig ist aber wohl die Kaufsumme von 688.000 Euro, die an den Verkäufer geflossen ist. Mit Recht gibt es Kritik verschiedener Stadtverordneten, dass das etwas 1.300 Quadratmeter große Areal für 200.000 Euro an die Firma Bautec in Hille veräußert werden soll. Zufällig ist die hauseigene Architektin der Firma Bautec seit November 2020 auch noch SPD-Stadtverordnete der Stadt Minden. Der Mindener Steuerzahler kann sich den Verlust, den die Stadt Minden hier einfährt, selbst ausrechnen. Wurde das Grundstück überzahlt, gab es vorm Erwerb ein Wertgutachten, hat eine öffentliche Ausschreibung stattgefunden? Der Bodenrichtwert soll bei 300 Euro pro Quadratmeter liegen, das entspräche einem Wert von 390.000 Euro, circa 300.000 Euro unter dem Kaufpreis. Der Teilabriss des Altbestandes soll aus Landesfördermitteln mit einer Beteiligung der Stadt Minden in Höhe von 20 Prozent realisiert werden. Im Raum stehen 160.000 Euro, Anteil der Stadt Minden also nochmals 32.000 Euro aus Haushaltsmitteln. Gab es tatsächlich nur zwei oder drei Interessenten für das Sahnestück in der oberen Altstadt? Das BBM (BBM: Bürger-Bündnis Minden; Anm. der Red.) hatte bereits Bedenken gegenüber den Vertretern der Politik geäußert und den Bürgermeister zur Stellungnahme aufgefordert. Die Stadt rechtfertigt ihre Vorgehensweise damit, dass sie das Grundstück im Auftrag der Politik erworben haben, um Einfluss auf die weitere Gestaltung der oberen Altstadt zu haben. Hahaha! Eine teure Entscheidung für den Steuerzahler. Wann werden wir endlich wach? Rolf Kalle, Minden

Teure Entscheidung

Der Mindener Ausschuss für Städtebau entschied mit Mehrheit, dass die Firma Bautec in den kommenden zwölf Monaten ihre Pläne für das Rampenloch weiter verfeinern soll. Dann soll der Hauptausschuss entscheiden, ob die Stadt das Areal an Bautec verkauft, damit hier Wohnraum entstehen kann.

Wieder einmal gibt es in der Mindener Politik Ungereimtheiten, dieses Mal zum Erwerb des ehemaligen Rampenlochs. Natürlich möchte der Verkäufer nicht erwähnt werden, unstrittig ist aber wohl die Kaufsumme von 688.000 Euro, die an den Verkäufer geflossen ist. Mit Recht gibt es Kritik verschiedener Stadtverordneten, dass das etwas 1.300 Quadratmeter große Areal für 200.000 Euro an die Firma Bautec in Hille veräußert werden soll. Zufällig ist die hauseigene Architektin der Firma Bautec seit November 2020 auch noch SPD-Stadtverordnete der Stadt Minden. Der Mindener Steuerzahler kann sich den Verlust, den die Stadt Minden hier einfährt, selbst ausrechnen.

Wurde das Grundstück überzahlt, gab es vorm Erwerb ein Wertgutachten, hat eine öffentliche Ausschreibung stattgefunden? Der Bodenrichtwert soll bei 300 Euro pro Quadratmeter liegen, das entspräche einem Wert von 390.000 Euro, circa 300.000 Euro unter dem Kaufpreis. Der Teilabriss des Altbestandes soll aus Landesfördermitteln mit einer Beteiligung der Stadt Minden in Höhe von 20 Prozent realisiert werden. Im Raum stehen 160.000 Euro, Anteil der Stadt Minden also nochmals 32.000 Euro aus Haushaltsmitteln.

Gab es tatsächlich nur zwei oder drei Interessenten für das Sahnestück in der oberen Altstadt? Das BBM (BBM: Bürger-Bündnis Minden; Anm. der Red.) hatte bereits Bedenken gegenüber den Vertretern der Politik geäußert und den Bürgermeister zur Stellungnahme aufgefordert. Die Stadt rechtfertigt ihre Vorgehensweise damit, dass sie das Grundstück im Auftrag der Politik erworben haben, um Einfluss auf die weitere Gestaltung der oberen Altstadt zu haben. Hahaha!

Eine teure Entscheidung für den Steuerzahler. Wann werden wir endlich wach?

Rolf Kalle, Minden

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