Sensibilisiert und kritisch 2015 flog ein rechtsradikaler Lehrer an der Freien Waldorfschule Minden auf. Als am vergangenen Holocaust-Gedenktag der WDR den Film „Wenn Rechtsextremisten freie Schulen unterwandern“ ausstrahlte, war die Mindener Waldorfschule erneut Thema. Einem Leser ist der Blick auf die Thematik zu einseitig. Immer wieder sind leider auch im eigenen privaten oder beruflichen Umfeld Menschen mit getarnter rechtsorientierter Gesinnung zu erleben. Davon machen auch die Waldorfschulen keine Ausnahme. Deshalb ist es angemessen, dass auch das MT (nicht nur das WDR-Fernsehen) noch einmal auf ein Ereignis in der Mindener Waldorfschule hinweist, das sechs Jahre zurückliegt, in der Folgezeit in einem langen Prozess verschiedener Gremien untersucht und bearbeitet worden ist und dessen Auswirkungen heute offenbar immer noch Anlass geben, vermeintliche oder tatsächliche "offene Fragen" zu stellen. Dabei sind aber das Verteidigen alter Grundsätze und das Wiederholen bekannter Fakten nicht hilfreich. Es ist unzureichend, subjektive Erfahrungen zur Grundlage eines allgemeinen Urteils über die Waldorfpädagogik und die Anthroposophie insgesamt zu stilisieren. Mag es in der bisherigen "Aufarbeitung" Fehler gegeben haben, so gilt doch unzweideutig: Waldorfpädagogik und rechtsorientiertes Denken haben nichts miteinander zu tun! Nicht damals, nicht heute, nicht morgen. Diese Grundmaxime gilt auch für die Mindener Waldorfschule! Wer hat ein Interesse daran, immer noch etwas anderes zu insinuieren? Wenn also die Frage, inwieweit Teile der Eltern- und Lehrerschaft der Freien Waldorfschule Minden hinter dem Rechtsextremismus gestanden hätten, auch heute noch im Raum steht, so gehört zur ganzen Wahrheit aber auch, dass der heutige Vorstand samt Kollegium und Elternschaft, die sich allesamt ebenfalls als durchaus "kritisch" und sensibilisiert betrachten, eindeutig dafür stark machen, die genannten Sorgen ernstzunehmen und die tatsächlichen Gefahren rechtsextremer Gesinnung in aller Entschiedenheit zu bekämpfen. Auch diese "Nachricht" über die Waldorfschule sollte im Mindener Tageblatt zweifelsfrei und wahrheitsgemäß gelesen werden können. Dr. Heinrich Schirmer, Petershagen

Sensibilisiert und kritisch

2015 flog ein rechtsradikaler Lehrer an der Freien Waldorfschule Minden auf. Als am vergangenen Holocaust-Gedenktag der WDR den Film „Wenn Rechtsextremisten freie Schulen unterwandern“ ausstrahlte, war die Mindener Waldorfschule erneut Thema. Einem Leser ist der Blick auf die Thematik zu einseitig.

Immer wieder sind leider auch im eigenen privaten oder beruflichen Umfeld Menschen mit getarnter rechtsorientierter Gesinnung zu erleben. Davon machen auch die Waldorfschulen keine Ausnahme. Deshalb ist es angemessen, dass auch das MT (nicht nur das WDR-Fernsehen) noch einmal auf ein Ereignis in der Mindener Waldorfschule hinweist, das sechs Jahre zurückliegt, in der Folgezeit in einem langen Prozess verschiedener Gremien untersucht und bearbeitet worden ist und dessen Auswirkungen heute offenbar immer noch Anlass geben, vermeintliche oder tatsächliche "offene Fragen" zu stellen. Dabei sind aber das Verteidigen alter Grundsätze und das Wiederholen bekannter Fakten nicht hilfreich. Es ist unzureichend, subjektive Erfahrungen zur Grundlage eines allgemeinen Urteils über die Waldorfpädagogik und die Anthroposophie insgesamt zu stilisieren.

Mag es in der bisherigen "Aufarbeitung" Fehler gegeben haben, so gilt doch unzweideutig: Waldorfpädagogik und rechtsorientiertes Denken haben nichts miteinander zu tun! Nicht damals, nicht heute, nicht morgen. Diese Grundmaxime gilt auch für die Mindener Waldorfschule! Wer hat ein Interesse daran, immer noch etwas anderes zu insinuieren? Wenn also die Frage, inwieweit Teile der Eltern- und Lehrerschaft der Freien Waldorfschule Minden hinter dem Rechtsextremismus gestanden hätten, auch heute noch im Raum steht, so gehört zur ganzen Wahrheit aber auch, dass der heutige Vorstand samt Kollegium und Elternschaft, die sich allesamt ebenfalls als durchaus "kritisch" und sensibilisiert betrachten, eindeutig dafür stark machen, die genannten Sorgen ernstzunehmen und die tatsächlichen Gefahren rechtsextremer Gesinnung in aller Entschiedenheit zu bekämpfen. Auch diese "Nachricht" über die Waldorfschule sollte im Mindener Tageblatt zweifelsfrei und wahrheitsgemäß gelesen werden können.

Dr. Heinrich Schirmer, Petershagen

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