Schwache Argumente Medizin, Verkehrsplanung, Industrie: Alle setzen hohe Erwartungen in „Künstliche Intelligenz“. Am Campus Minden der FH Bielefeld forscht und lehrt seit diesem Sommer Dr. Philip Wette im Studiengang „Integrierte Technologie- und Systementwicklung“. Ich freue mich immer dann am meisten über das Zeitungslesen, wenn ich gut informiert werde, wenn ich etwas dazu lerne. Das gelingt den Journalisten mal mehr oder weniger gut, wovon dann jeweils mein Wissensgewinn abhängt. Ich finde es klasse, dass das MT die Expertise hiesiger Fachleute und Professoren heranzieht, uns zu informieren. Deshalb habe ich auch mit Interesse das Interview mit Professor Wette über das sogenannte autonome Fahren gelesen. Doch eine entscheidende Frage wurde sehr unbefriedigend beantwortet, da hätte ich mir ein Nachhaken gewünscht: Warum braucht man autonomes Fahren überhaupt? Das erste Argument kann ja wohl nicht wahr sein, "… weil es eine großartige technische Errungenschaft ist"! Nicht alles, was machbar ist, ist wünschenswert. Die weiteren Argumente sind zu knapp formuliert und überzeugen darum nicht. Wenn damit eine Mobilitätswende erreicht wird, wäre es ein starkes Argument. Kann es doch jetzt bei jeder Entwicklung nur darum gehen, wie wir unsere todkranke Erde retten. Schade, dass er das nicht ausgeführt hat.In diesem Zusammenhang kam ich auch ins Grübeln über den Begriff "autonomes" Fahren. Bisher wurde der Begriff Autonomie auf den Menschen bezogen, womit Selbstständigkeit und Selbstbestimmung gemeint sind, zu der viele Voraussetzungen an körperlicher, psychischer und geistiger Reife notwendig sind. Wie konnte zugelassen werden, dass dieser wertvolle, bedeutende Begriff auf eine Maschine angewendet wird?Dr. Katharina Geibel, Minden

Schwache Argumente

Medizin, Verkehrsplanung, Industrie: Alle setzen hohe Erwartungen in „Künstliche Intelligenz“. Am Campus Minden der FH Bielefeld forscht und lehrt seit diesem Sommer Dr. Philip Wette im Studiengang „Integrierte Technologie- und Systementwicklung“.

Ich freue mich immer dann am meisten über das Zeitungslesen, wenn ich gut informiert werde, wenn ich etwas dazu lerne. Das gelingt den Journalisten mal mehr oder weniger gut, wovon dann jeweils mein Wissensgewinn abhängt.

Ich finde es klasse, dass das MT die Expertise hiesiger Fachleute und Professoren heranzieht, uns zu informieren. Deshalb habe ich auch mit Interesse das Interview mit Professor Wette über das sogenannte autonome Fahren gelesen. Doch eine entscheidende Frage wurde sehr unbefriedigend beantwortet, da hätte ich mir ein Nachhaken gewünscht: Warum braucht man autonomes Fahren überhaupt? Das erste Argument kann ja wohl nicht wahr sein, "… weil es eine großartige technische Errungenschaft ist"! Nicht alles, was machbar ist, ist wünschenswert. Die weiteren Argumente sind zu knapp formuliert und überzeugen darum nicht. Wenn damit eine Mobilitätswende erreicht wird, wäre es ein starkes Argument. Kann es doch jetzt bei jeder Entwicklung nur darum gehen, wie wir unsere todkranke Erde retten. Schade, dass er das nicht ausgeführt hat.

In diesem Zusammenhang kam ich auch ins Grübeln über den Begriff "autonomes" Fahren. Bisher wurde der Begriff Autonomie auf den Menschen bezogen, womit Selbstständigkeit und Selbstbestimmung gemeint sind, zu der viele Voraussetzungen an körperlicher, psychischer und geistiger Reife notwendig sind. Wie konnte zugelassen werden, dass dieser wertvolle, bedeutende Begriff auf eine Maschine angewendet wird?

Dr. Katharina Geibel, Minden

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