Noch viel Zeit Alten Führerscheinen steht das Aus bevor. Welcher Geburtsjahrgang das Dokument bis wann umtauschen muss, ist klar geregelt. Was für ein Geschenk, endlich werden die älteren Verkehrsteilnehmer mal nicht fies gegängelt sich in Kürze von was zu trennen, nach dem Motto, alles neu macht - nicht der Mai -, sondern die Fahrerlaubnis-Behörde. Wähne mich im Glück, weil mir mächtig viel Zeit eingeräumt wird, das Dokument zum Führen eines Kraftfahrzeuges abzugeben, beziehungsweise zu erneuern, um stolze Besitzerin eines fälschungssicheren Exemplars zu sein, bis 2033 kann ich mir es überlegen, den „Alten“ einzutauschen. Übrigens, nach einem New York-Aufenthalt bin ich von diesem lässigen Arm hoch am Straßenrand, „Taxi bitte“ entzückt, so was kriegen wir hier im Leben nicht hin. Zugegeben, in ländlich geprägten Gegenden reicht dieser coole Fingerschnipp natürlich nicht, da muss schon zeitig eine Droschke vorbestellt werden, nach dem Motto: "Ich brauch übermorgen einen Wagen in Straße am Hohen Ufer.“ „Äh, wir sind leider im Moment bis Ende der Woche restlos ausgebucht!“ Doch wer in eine intakte Nachbarschaft gebettet ist, findet rasch entweder in des werkelnden Opa Reeses gemütlichem Opel Olympia, (welcher gerade das Lastenfahrrad für die junge Familie aus Stockwerk drei winterfest trimmt) einen Platz und tuckert ohne Hast samt nettem Alltagsgeplänkel zum Ziele. Oder Thomas, dieser aufmerksame junge Vater von gegenüber, welcher gerade in Elternzeit ist, verdient sich gern hin und wieder ein paar Euros nebenher. Klar, fährt der mich zwischendurch mal ums Eck. Nun lehne ich mich erst mal zurück, hab ja massig Zeit bezüglich dieses Umtauschs. Doch richtig Lust drauf, meinem treuen Citroën 2CV ein paar Dellchen zu verpassen, denn wenn nicht jetzt, dann wann nach 40 Jahren unfallfrei? Nur dazu benötigen wir zwei erst mal eine neue Plakette vom TÜV. Kann aber auch sein, dass ich nach solch kulanter Wartefrist statt meiner Fahrerlaubnis doch lieber den Löffel abgebe. Galen Scheidler, Graal-Müritz

Noch viel Zeit

Alten Führerscheinen steht das Aus bevor. Welcher Geburtsjahrgang das Dokument bis wann umtauschen muss, ist klar geregelt.

Was für ein Geschenk, endlich werden die älteren Verkehrsteilnehmer mal nicht fies gegängelt sich in Kürze von was zu trennen, nach dem Motto, alles neu macht - nicht der Mai -, sondern die Fahrerlaubnis-Behörde. Wähne mich im Glück, weil mir mächtig viel Zeit eingeräumt wird, das Dokument zum Führen eines Kraftfahrzeuges abzugeben, beziehungsweise zu erneuern, um stolze Besitzerin eines fälschungssicheren Exemplars zu sein, bis 2033 kann ich mir es überlegen, den „Alten“ einzutauschen.

Übrigens, nach einem New York-Aufenthalt bin ich von diesem lässigen Arm hoch am Straßenrand, „Taxi bitte“ entzückt, so was kriegen wir hier im Leben nicht hin. Zugegeben, in ländlich geprägten Gegenden reicht dieser coole Fingerschnipp natürlich nicht, da muss schon zeitig eine Droschke vorbestellt werden, nach dem Motto: "Ich brauch übermorgen einen Wagen in Straße am Hohen Ufer.“ „Äh, wir sind leider im Moment bis Ende der Woche restlos ausgebucht!“

Doch wer in eine intakte Nachbarschaft gebettet ist, findet rasch entweder in des werkelnden Opa Reeses gemütlichem Opel Olympia, (welcher gerade das Lastenfahrrad für die junge Familie aus Stockwerk drei winterfest trimmt) einen Platz und tuckert ohne Hast samt nettem Alltagsgeplänkel zum Ziele. Oder Thomas, dieser aufmerksame junge Vater von gegenüber, welcher gerade in Elternzeit ist, verdient sich gern hin und wieder ein paar Euros nebenher. Klar, fährt der mich zwischendurch mal ums Eck. Nun lehne ich mich erst mal zurück, hab ja massig Zeit bezüglich dieses Umtauschs. Doch richtig Lust drauf, meinem treuen Citroën 2CV ein paar Dellchen zu verpassen, denn wenn nicht jetzt, dann wann nach 40 Jahren unfallfrei? Nur dazu benötigen wir zwei erst mal eine neue Plakette vom TÜV. Kann aber auch sein, dass ich nach solch kulanter Wartefrist statt meiner Fahrerlaubnis doch lieber den Löffel abgebe.

Galen Scheidler, Graal-Müritz

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