Nicht zu beschönigen Die Straßen- und Wegeunterhaltung ist teuer, der Sanierungsstau in Petershagen lang. Bürgermeister Dirk Breves (CDU) stellte in der Sitzung des Infrastrukturausschusses klar: Alle Wirtschaftswege so zu erhalten, wie es mancher Anwohner wünsche, sei „unmöglich“ – oder nur mit viel Geld realisierbar. Viele Artikel und Leserbriefe sind seit Monaten zum geschredderten Weg Im Schaffeld geschrieben worden. Geschehen ist seitdem nichts. Das Wegestück ist weiter in einem katastrophalen Zustand und für Radfahrer nicht benutzbar. Die Argumente des Petershäger Bürgermeisters und des Bauamtsleiters lauten: Die Kosten für eine ordentliche Asphaltierung sind zu hoch. 150 Euro statt 7,50 Euro pro laufenden Meter für die geschredderte wassergebundene Decke. Die Ursache für den miserablen Wegezustand suchen die Verantwortlichen bei den vielen Verkehrsteilnehmern, meinen sie etwa die Radtouristen? Liebe Politiker, lasst euch das gesagt sein, die Feldwege wurde einmal durch den Grünen Plan, ein Förderprogramm der 1950er Jahre, mit Steuergeldern instandgesetzt. Die Wege wurden danach nicht mehr gepflegt, sondern durch schwere Maschinen und bei der Straße Im Schaffeld durch Lastwagen der Kiesabbauunternehmen geschädigt. Warum wurden diese Unternehmen nicht zur Unterhaltung und Pflege herangezogen? Die Kosten trägt jetzt wieder die Allgemeinheit. Im Petershäger Infrastrukturausschuss wird der Tourismus mit großen Worten als Ziel herangeführt. Der Weg Im Schaffeld ist Teil der alternativen Weserlandroute. Welchen Eindruck bekommen die Touristen, wenn sie die Strecke in der Storchenhauptstadt NRWs befahren? Streichen Sie doch besser den Satz in Ihrer Internetseite: „Gut ausgebaute und herrlich gelegene Radwanderwege laden zum ganz individuellen und intensiven Erkunden der Region und ihrer vielen Sehenswürdigkeiten ein“ oder er bekommt eine neue Bedeutung. Ich bitte darum, auch nicht mehr die beschönigenden Worte „wassergebundene Decke“ und „Pflegefräse“ zu benutzen. Ehrlicherweise passen dann Worte wie „Schlaglochstrecke“ und „kaputtsanieren“. Liebe Politiker, schaut euch vorher die Strecken an, die durch Schreddern für Radfahrer unbenutzbar gemacht werden. Neu Bauen ist einfach und öffentlichkeitswirksam, aber auch die Pflege gehört zur Infrastruktur. Dieter von Otte, Minden

Nicht zu beschönigen

Die Straßen- und Wegeunterhaltung ist teuer, der Sanierungsstau in Petershagen lang. Bürgermeister Dirk Breves (CDU) stellte in der Sitzung des Infrastrukturausschusses klar: Alle Wirtschaftswege so zu erhalten, wie es mancher Anwohner wünsche, sei „unmöglich“ – oder nur mit viel Geld realisierbar.

Viele Artikel und Leserbriefe sind seit Monaten zum geschredderten Weg Im Schaffeld geschrieben worden. Geschehen ist seitdem nichts. Das Wegestück ist weiter in einem katastrophalen Zustand und für Radfahrer nicht benutzbar. Die Argumente des Petershäger Bürgermeisters und des Bauamtsleiters lauten: Die Kosten für eine ordentliche Asphaltierung sind zu hoch. 150 Euro statt 7,50 Euro pro laufenden Meter für die geschredderte wassergebundene Decke. Die Ursache für den miserablen Wegezustand suchen die Verantwortlichen bei den vielen Verkehrsteilnehmern, meinen sie etwa die Radtouristen?

Liebe Politiker, lasst euch das gesagt sein, die Feldwege wurde einmal durch den Grünen Plan, ein Förderprogramm der 1950er Jahre, mit Steuergeldern instandgesetzt. Die Wege wurden danach nicht mehr gepflegt, sondern durch schwere Maschinen und bei der Straße Im Schaffeld durch Lastwagen der Kiesabbauunternehmen geschädigt. Warum wurden diese Unternehmen nicht zur Unterhaltung und Pflege herangezogen? Die Kosten trägt jetzt wieder die Allgemeinheit. Im Petershäger Infrastrukturausschuss wird der Tourismus mit großen Worten als Ziel herangeführt. Der Weg Im Schaffeld ist Teil der alternativen Weserlandroute. Welchen Eindruck bekommen die Touristen, wenn sie die Strecke in der Storchenhauptstadt NRWs befahren? Streichen Sie doch besser den Satz in Ihrer Internetseite: „Gut ausgebaute und herrlich gelegene Radwanderwege laden zum ganz individuellen und intensiven Erkunden der Region und ihrer vielen Sehenswürdigkeiten ein“ oder er bekommt eine neue Bedeutung. Ich bitte darum, auch nicht mehr die beschönigenden Worte „wassergebundene Decke“ und „Pflegefräse“ zu benutzen. Ehrlicherweise passen dann Worte wie „Schlaglochstrecke“ und „kaputtsanieren“.

Liebe Politiker, schaut euch vorher die Strecken an, die durch Schreddern für Radfahrer unbenutzbar gemacht werden. Neu Bauen ist einfach und öffentlichkeitswirksam, aber auch die Pflege gehört zur Infrastruktur.

Dieter von Otte, Minden

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