Nicht ergebnisoffen herangegangen Das Rampenloch, Mindens ehemalige Rotlichtmeile, soll entwickelt werden. Das Rampenloch: Es treibt mir die Schamesröte ins Gesicht! Nein, nicht die erotische Vergangenheit des Rampenlochs, sondern: dass die jahrhundertealte Straße von unseren „Stadtvätern“ jetzt zum familienfreundlichen Quartier entwickelt werden soll. In einem Verfahren, das vielleicht nicht einmal alle im Rat verstanden haben. Was kommt dabei heraus: ein überteuerter Grundstückskauf (kann man bei einem Quadratmeterpreis von ca. 500 Euro noch familienfreundlich planen?), ein langes Vergabeverfahren und eine Ausschreibung, an der genau drei (sic!) Planungsbüros teilnehmen. Ach ja, dieses Vergabeverfahren: Ein recht junges Werkzeug in der Stadtentwicklung, aber durchaus probat – wenn es denn richtig eingesetzt wird. Der Vorwurf, den man machen muss: Trotz eines so aufwendigen Verfahrens kommt nicht mehr dabei rum als das bisschen Standard? Das muss den Verantwortlichen tatsächlich die Schamesröte ins Gesicht treiben … Ein Schelm, wer Arges dabei denkt. Das Ergebnis: zwei konventionelle Architekturentwürfe nach konventionellen Vorgaben seitens der Stadt. Man kann den Architekten nicht einmal einen Vorwurf machen: Je näher die Entwürfe an den Vorgaben, desto besser die Bewertung. Dumm nur, dass Außergewöhnliches an einem außergewöhnlichen Standort ohne Phantasie und Mut nicht entstehen kann. Entwurf Drei geht außergewöhnliche Wege abseits der ausgetretenen Pfade und wird abgestraft: 4 minus, setzen. Gerade weil der Entwurf die Vorgaben nicht berücksichtigt, sondern visionär aufzeigt, was gehen könnte. Schade, Stadt Minden, nicht ergebnisoffen an das Projekt herangegangen: Setzen, sechs! Michael Birkle, Minden

Nicht ergebnisoffen herangegangen

Das Rampenloch, Mindens ehemalige Rotlichtmeile, soll entwickelt werden.

Das Rampenloch: Es treibt mir die Schamesröte ins Gesicht!

Nein, nicht die erotische Vergangenheit des Rampenlochs, sondern: dass die jahrhundertealte Straße von unseren „Stadtvätern“ jetzt zum familienfreundlichen Quartier entwickelt werden soll. In einem Verfahren, das vielleicht nicht einmal alle im Rat verstanden haben. Was kommt dabei heraus: ein überteuerter Grundstückskauf (kann man bei einem Quadratmeterpreis von ca. 500 Euro noch familienfreundlich planen?), ein langes Vergabeverfahren und eine Ausschreibung, an der genau drei (sic!) Planungsbüros teilnehmen.

Ach ja, dieses Vergabeverfahren: Ein recht junges Werkzeug in der Stadtentwicklung, aber durchaus probat – wenn es denn richtig eingesetzt wird. Der Vorwurf, den man machen muss: Trotz eines so aufwendigen Verfahrens kommt nicht mehr dabei rum als das bisschen Standard? Das muss den Verantwortlichen tatsächlich die Schamesröte ins Gesicht treiben …

Ein Schelm, wer Arges dabei denkt.

Das Ergebnis: zwei konventionelle Architekturentwürfe nach konventionellen Vorgaben seitens der Stadt. Man kann den Architekten nicht einmal einen Vorwurf machen: Je näher die Entwürfe an den Vorgaben, desto besser die Bewertung. Dumm nur, dass Außergewöhnliches an einem außergewöhnlichen Standort ohne Phantasie und Mut nicht entstehen kann.

Entwurf Drei geht außergewöhnliche Wege abseits der ausgetretenen Pfade und wird abgestraft: 4 minus, setzen. Gerade weil der Entwurf die Vorgaben nicht berücksichtigt, sondern visionär aufzeigt, was gehen könnte.

Schade, Stadt Minden, nicht ergebnisoffen an das Projekt herangegangen: Setzen, sechs!

Michael Birkle, Minden

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